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OBWALDEN: Das Brockenhaus trotzt sämtlichen Online-Portalen

Mit einer rauschenden Jubiläumsparty feierte das Brockenhaus seinen 25. Geburtstag. An Beliebtheit in der Bevölkerung hat es gar nichts eingebüsst.
Romano Cuonz
Präsident Bruno Bachmann und die Vorstandsmitglieder Marie Theres Herzog (links) und Therese Enz in ihrem Reich. Bild: Romano Cuonz

Präsident Bruno Bachmann und die Vorstandsmitglieder Marie Theres Herzog (links) und Therese Enz in ihrem Reich. Bild: Romano Cuonz

Das heuer 25-jährige Brockenhaus Obwalden – gegenwärtig unter dem Präsidium des früheren Hoteliers Bruno Bachmann – ist eine Erfolgsgeschichte. Mehr noch: eine der grössten überhaupt, die Obwaldner Senioren je geschrieben haben. Lanciert wurde die Idee 1991, anlässlich der 700-Jahr-Feier der Eidgenossenschaft. Damals lancierte Obwalden ein Projekt unter dem Slogan «Dui und ich und miär alli mitenand». Dazu formulierten die IG Alter, das Freizeitzentrum und Pro Senectute eine gemeinsame Eingabe. «Wir möchten einerseits Begegnungen zwischen Senioren und andererseits mit den übrigen Altersgruppen über praktisches Handeln erreichen», hiess es im Schreiben an die Regierung.

Die damaligen Initiantinnen und Initianten – unter ihnen als Vordenker Margrit Küchler von der IG Alter, der Student Donat Knecht oder Annelies Portmann, Beatrice Gattiker, Doris Zwicky als erste Präsidentinnen – wussten sehr genau, wie sie dieses Ziel erreichen konnten: mit einem für Obwalden neuen Brockenhaus, getragen ganz und gar von Seniorinnen und Senioren. Über den Austausch von Gebrauchtwaren sollte die Begegnung zwischen diversen Altersgruppen in Szene gesetzt werden. Indessen: Gefragt waren nicht nur Senioren mit kaufmännischem Talent. Nein, auch Leute mit handwerklichem Können, die angenommene Kleinmöbel, Haushaltsgegenstände, Kleider und vieles mehr reparierten, hiess man als Mitarbeiter willkommen. Die Obwaldner Regierung fand die Idee so gut, dass sie sie mit einem für jene Zeit stattlichen Beitrag von 21 000 Franken unterstützte. Als dann an der Kernserstrasse 10, in der früheren Weinhandlung Egger, auch noch ideale Räumlichkeiten zur Verfügung standen, wurde aus der Idee eine Institution: Noch im Jubiläumsjahr 1991 konnte die Brockenhausflagge entrollt werden. Und diese weht denn auch heute, 25 Jahre später, noch am genau gleichen Ort.

Reingewinn von 130 000 Franken

Am gemütlichen Fest zum 25. Geburtstag im Theatersaal des Alten Sarner Gymnasiums erinnerten mehrere Festredner an die glorreichen Taten der Gründerinnen und Gründer des Brockenhauses. Ebenso witzige wie geistreiche Worte fand der frühere Sarner Gemeindepräsident Manfred Iten. «Das war nun wirklich eine klassische Win-win-win-Situation», sagte er. «Mitarbeitende erhielten eine sinnvolle Beschäftigung und ein kleines Taschengeld. Kunden konnten Ware bringen und kaufen. Schliesslich haben vom Gewinn auch noch viele Menschen in schwierigen Situationen profitieren können.» Das war das Stichwort für Bruno Bachmann. Gerne betonte er, dass aus dem Reingewinn in den 25 Jahren immerhin 130 000 Franken gemeinnützig investiert worden seien. Noch etwas anderes erfüllten ihn und das ganze Team mit Stolz: «Dass wir im umstrittenen Markt mit inzwischen mehreren Brockenhäusern und boomenden Online-Portalen noch immer mithalten können!» Den Grund dafür glaubt Bachmann zu kennen. «Weil wir mit Ausflügen und kleinen Feiern für gute Stimmung bei den vielen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sorgen, sind Qualität und Freundlichkeit im Brockenhaus garantiert.» Damit werde man auch überleben, ist sich Bachmann gewiss. Zahlreiche Kunden zu jeder Öffnungszeit beweisen es.

Begegnungen stehen noch immer im Vordergrund

Dass auch das zweite wichtige Ziel – nämlich kreative Tätigkeit und Begegnungen im Alter zwischen vielen Menschen – nach wie vor im Vordergrund steht, bewiesen an der Jubiläumsfeier zahlreiche Auftritte: Walter Wallimann, Hedy Müller und Uschi Bachmann riefen mit einem Szenenspiel die Geschichte des Brockenhauses in Erinnerung. Grossen Applaus erhielten das bekannte Trio Contenti, das Panflöten- Ensemble Panocana unter der Leitung von Sylvia Amstalden, das Alphornbläser-Trio Hans Kunz, Bruno Bachmann und Ali Stöckli. Geradezu phänomenal war der Auftritt der Senioren-Tanzgruppe Obwalden unter der Leitung von Monika Burch.

Romano Cuonzredaktion@obwaldnerzeitung.ch

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