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OBWALDEN: Das Chly Schlierä Fäscht wird «chlyner»

36 Jahre lang markierte es einen Höhepunkt des Alpnacher Sommers: Das Chly Schlierä Fäscht. Doch Vorglühen, Vorschriften und Vandalismus machten dem OK das Leben schwer. Nun wird das Waldfest radikal abgespeckt.
Franziska Herger
Der traditionelle Kindernachmittag für Familien findet auch dieses Jahr wieder statt. (Bild: Markus von Rotz (Alpnach, 18. August 2007))

Der traditionelle Kindernachmittag für Familien findet auch dieses Jahr wieder statt. (Bild: Markus von Rotz (Alpnach, 18. August 2007))

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

Das Chly Schlierä Fäscht ist eine Alpnacher Institution. Seit bald 36 Jahren steigt das Waldfest immer am letzten Wochenende der Sommerferien im Schulhauswald. Doch ohne es zu wissen, nahmen die rund 3000 Besucher vergangenes Jahr am letzten Chly Schlierä Fäscht in dieser Form teil. «Der Anlass wird total heruntergefahren», sagt OK-Präsident Remo Kuster vom Skiclub Guber. «Es wird keine grosse Disco ‹Music & Dreams› in der Turnhalle mehr geben, keine ‹Nübrüechli›-Bar in luftiger Höhe und auch keine Sicherheitskräfte, keine Absperrungen und keinen Eintritt mehr.»

Was bleibt, sind eine Bühne für Ländler- und Schlagermusik, eine Bar mit Popmusik, ein Kaffeewagen, Festwirtschaft und Grill. Auch der traditionelle Kindernachmittag für Familien findet auch dieses Jahr wieder statt. «Wir erwarten vielleicht noch 1000 Leute, bei einem stark verkleinerten Budget von rund 14'000 Franken», sagt der OK-Präsident.

Zerstörte WC-Schüsseln, Türen und Blumentöpfe

Die Gründe für das Schrumpfen sind vielfältig: «Vor allem hat der Vandalismus stark zugenommen», sagt Kuster, der bis vergangenen Dezember 10 Jahre lang Feuerwehrkommandant von Alpnach war und neu für die CVP einen Kantonsratssitz anstrebt. Die Liste der Zerstörung ist lang: «Letztes Jahr mussten wir für 700 Franken WC-Schüsseln im Schulhaus ersetzen, die jemand heruntergerissen hatte», berichtet Kuster. «Auch schon mussten wir Gitterabsperrungen für 2500 Franken oder Türen von WC-Wagen bezahlen.»

Vor etwa fünf Jahren hätten ein paar vermeintliche Witzbolde auf dem Heimweg die Schachtdeckel von Alpnach bis Kägiswil entfernt. «Das ist extrem gefährlich, wenn einer mit dem Velo oder Auto reinfährt», beschwert sich Remo Kuster. Der Frust schwingt in seiner Stimme mit. «Auch Blumentöpfe sind vielfach zu Bruch gegangen. Wir sind grundsätzlich nur für das Festgelände verantwortlich, aber aus Kulanzgründen haben wir auch schon einem Nachbarn den Schaden bezahlt.» Das Resultat waren Kosten für Schäden, Sicherheitskräfte und Abschrankungen, die rund einen Drittel des Budgets von bis zu 40'000 Franken ausmachten.

Dazu komme das Konsumverhalten vieler Jugendlicher, so der OK-Präsident. «Manche verstecken Alkohol ausserhalb des Festgeländes, weil es billiger ist. Die Folge sind Scherben überall. Oder sie ‹glühen› gleich zu Hause vor, kommen erst um 23 Uhr ans Fest und trinken dann vielleicht noch zwei Bier. Ich weiss nicht, ob sich die Jungen bewusst sind, was sie damit kaputt machen.»

Hoffnung auf Neuanfang mit neuen Ideen

Auch die Auflagen der Gemeinde hätten zugenommen, sagt Kuster. «Seit 2017 muss für die Bewilligung ein Lärm- und Litteringkonzept eingereicht werden.» Gleichzeitig werde es immer schwieriger, Mitglieder für das OK zu finden. «Alles in allem mussten wir uns überlegen, ob wir das Chly Schlierä Fäscht überhaupt noch durchführen wollen», so Kuster. «Der Aufwand – eine Woche lang Aufbau mit bis zu 30 Leuten – ist enorm.»

Doch das Fest habe nach wie vor einige tausend Franken Gewinn abgeworfen, und der Skiclub könne die Einnahmen gebrauchen, so Kuster. «Ich finde es sehr schade, dass das Fest nicht mehr wie immer stattfinden kann. Aber in der abgespeckten Version ist es wieder ein richtiges Waldfest, wie 1982, als wir angefangen haben.» Er selber ist seit 20 Jahren im OK und möchte sein Amt bald abgeben. «Vielleicht kommen mit dem Neuanfang ja Jungmitglieder nach, die auch neue Ideen mitbringen», hofft er.

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