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OBWALDEN: Das Rathaus ist ihr Ziel für die nächsten vier Jahre

Niklaus Bleiker (CVP) und Franz Enderli (CSP) treten nicht mehr an. Die drei Bisherigen in der Regierung erhalten von fünf neuen Kandidaten Konkurrenz für die Gesamterneuerungswahlen am 4. März. Christoph Amstad und Josef Hess stellen sich so erstmals einer echten Wahl, wurden sie doch seinerzeit still ins Amt gewählt.
Das Rathaus in Sarnen. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 26. April 2016))

Das Rathaus in Sarnen. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 26. April 2016))

Franziska Herger

Der Bildungsaffine

CHRISTIAN SCHÄLI Breiter abgestützte Lösungen, das brauche es in Obwalden, sagt Christian Schäli. Der kantonale CSP-Kopräsident und Kantonsrat vermisst dies etwa bei gewichtigen Themen wie der Finanzstrategie. «Das macht mir etwas Angst. Allgemein könnte man die Meinungen aus den Parteien und Kommissionen noch mehr abholen.» Lieblingsthema des Rechtsanwalts und früheren Präsidenten des Jugendgerichts ist die Bildung. «Obwalden gehört zu den Kantonen, die schweizweit am wenigsten Geld aufwenden pro Schüler. Hier sehe ich daher momentan wenig Raum für Sparbemühungen. Man muss den Leuten klarmachen, dass jeder Rappen, der in die Bildung fliesst, eine Investition in die Zukunft ist.»

Als Verwaltungsratspräsident der Nidwaldner Pensionskasse sei er auch volkswirtschaftsaffin, so der 43-Jährige. «Die Departementswahl ist ohnehin kein Wunschkonzert.» Er sei ein kooperativer Chef. «Auch hier ist es mir wichtig, für grosse Entscheidungen möglichst viele Leute ins Boot zu holen.» Als Regierungsrat wolle er sich für lösungsorientierte Sachpolitik einsetzen, «mit Anstand und Respekt gegenüber Andersdenkenden», so der Kernser. Neben seiner jahrelangen Jugendarbeit würden ihn der Einsitz in der Geschäfts- und Rechnungsprüfungskommission und die Führung einer Partei von seinen Mitkandidaten abheben. «Ich fühle mich wohl auf dem politischen Parkett.»

Der Unabhängige

FLORIAN SPICHTIG Als zweiter Parteiloser neben dem bisherigen Josef Hess in den Wahlkampf zu steigen, ist nicht einfach. Aber Florian Spichtig betont die Vorteile: «Ich will bewusst weder eine Partei noch eine Lobby, noch ein Komitee im Rücken. Das Kollegialitätsprinzip im Regierungsrat ist zentral. Als Unabhängiger kann ich es ohne Druck von aussen einhalten.» Profillos sei er deswegen nicht, sagt der Sachsler Gemeindevizepräsident. «Ich bin zwar überzeugter Sachpolitiker, aber manchmal braucht es etwas Provokation, um eine Diskussion zu starten.» Wichtig sei, danach auch Lösungen zu liefern. «Wenn ich etwas anpacke, wird nicht nur geredet, sondern auch gemacht.»

Handlungsbedarf sieht der Unternehmer im Gesundheitswesen: «Das Spital ist ein Bleifuss für die Kantonsfinanzen. Langfristig wird die Prävention durch Sport und geistige Fitness zum wichtigsten Thema.» Am Erfolg der Finanzstrategie zweifelt der 42-Jährige: «Nachdem ich im Wahlkampf ganz verschiedene Meinungen dazu gehört habe, bin ich nicht so sicher, ob die Vorlage durchkommt.» Als Geograf würde Spichtig das Baudepartement interessieren. «Aber das möchte ich meinem ‹Parteikollegen› nicht streitig machen. Bildung ist unser wichtigster Rohstoff, daher würde ich mich auch im Bildungs- und Kulturdepartement wohl fühlen. Als Touristiker möchte ich den Kanton zudem auch volkswirtschaftlich vorwärtsbringen.»

Der Bewahrer

JÜRG BERLINGER Der Gemeindepräsident von Sarnen tritt ohne seine Partei, die CVP, für die Regierungsratswahlen an. Dafür wurde er von der Parteibasis prompt nicht mehr für die Kantonsratswahlen nominiert (wir berichteten). Jürg Berlinger (49) macht sich trotzdem keine Sorgen um die Stimmen seiner Partei. «Ich stelle fest, dass inzwischen eine gewisse Ruhe eingekehrt ist und ich auch aus CVP-Kreisen unterstützt werde. Das freut mich.» Er wolle sich jetzt auf den Wahlkampf konzentrieren, so der gebürtige Beckenrieder, der seit 22 Jahren in Sarnen lebt.

Als Regierungsrat wolle er sich für eine gute Zusammenarbeit zwischen Gemeinden und Kanton einsetzen, sagt Jürg Berlinger. Wichtig sei auch, «dass wir zu der Qualität, die wir in Obwalden haben, Sorge tragen». Das gelte einerseits für die Bildung: «Man weiss noch nicht genau, was aus der BiG-Motion alles entsteht. Klar ist aber: Ein Bildungssystem darf fördern, muss aber auch fordern.» Das gelte auch für die medizinische Grundversorgung: «Ich höre im Wahlkampf immer wieder, wie froh die Leute seien, ein Spital in der Nähe zu haben. Das bringt zwar Kosten mit sich. Die Alternative wäre aber, dass wir viel höhere Kosten ausserkantonal hätten. Durch die Finanzstrategie gerät vieles unter Druck.» Auf ein Wunschdepartement will sich Jürg Berlinger nicht festlegen. «Grundsätzlich bin ich für alles offen.»

Der Kooperative

MICHAEL SIEGRIST «Ich bringe den idealen Rucksack mit für einen Regierungsrat», sagt Michael Siegrist. Als Direktionssekretär in zwei Nidwaldner Direktionen (Landwirtschaft und Umwelt und Justiz und Sicherheit) erhalte er einen breiten Einblick in die Regierungsarbeit. «Ich weiss, wo beim Bürger der Schuh drückt –auch in Obwalden.» Er sei denn auch offen für jedes Departement, meint der CVP-Kandidat.

Auch für die repräsentativen Seiten des Regierungsratsamts fühle er sich gerüstet. «Aus meinen vier Jahren als Alpnacher Gemeindepräsident weiss ich, dass man ein solches Amt 24 Stunden am Tag innehat», sagt der Jurist. «Ich war immer gerne in Kontakt mit den Bürgern und es hat mir etwa auch nichts ausgemacht, abends in der Beiz noch zu politischen Themen angesprochen zu werden.»

Seinen Führungsstil beschreibt der 42-Jährige als sehr kooperativ. «Ich kann gut delegieren. Ein Regierungsrat kann nicht alles können und wissen, sondern muss auch Vertrauen in seine Mitarbeiter haben.» In Obwalden möchte Siegrist statt ändern lieber erhalten: «Unsere intakte Natur und unsere funktionierende Gesellschaft müssen wir schützen.» Die Finanzen sieht auch Michael Siegrist als grosse Herausforderung. «Aber wir dürfen vor lauter Sparen nicht vergessen, wofür wir als Politiker da sind: um das Leben der Obwaldner Bürger angenehm zu gestalten und Probleme zu lösen.»

Der Effiziente

DANIEL WYLER Der Engelberger Daniel Wyler will schaffen, was bisher keinem SVP-Politiker in Obwalden gelungen ist: den Sprung in die Exekutive. «Ich würde nicht sagen, dass meine ‹Vorgänger› etwas falsch gemacht haben», sagt der Manager und Ausbildner im Gesundheitswesen. «Ich hebe mich aber dadurch ab, dass ich keine Berührungsängste über Parteigrenzen hinweg habe und offen für alle Argumente bin. Das habe ich im Kantonsrat als Fraktionspräsident bereits bewiesen.» Die Zeit für eine SVP-Stimme in der Regierung sei reif, findet der 59-Jährige. «Es ist ineffizient, erfolgreich das Referendum zu ergreifen, anstatt von Anfang an mitzureden.»

Effizienzsteigerung ist Daniel Wyler wichtig, auch in der Bildung, für die er von Berufes wegen die grösste Affinität habe: «Schwächen im Kopfrechnen oder im Textverständnis etwa dürfen einfach nicht sein. Darauf soll man fokussieren und dafür anderen Ballast abwerfen.» Bei den Finanzen solle die Obwaldner Steuerstrategie fortgesetzt werden. «Wir müssen attraktiv bleiben, die unteren Schichten unterstützen, aber die Mittelschicht nicht noch mehr belasten.» Dass er in St. Gallen geboren und aufgewachsen ist, sieht Daniel Wyler als Vorteil: «Ich habe Obwalden bewusst als Lebensmittelpunkt gewählt. So habe ich eine neutrale Aussensicht und kann auch neue Lösungen aufzeigen.»

Die Zielstrebige

MAYA BÜCHI-KAISER «Ich bin überzeugt, dass Obwalden in vier Jahren auf einer finanziell gesunden Basis steht und wir wieder investieren können», sagt Finanzdirektorin Maya Büchi-Kaiser. Das sei ihr erstes Ziel für eine nächste Amtszeit. «Ein zweiter Schwerpunkt ist die Gesundheit: Ich werde mich für die Sicherung des Kantonsspitals Obwalden am Standort Sarnen einsetzen.»

Finanz- und Gesundheitsstrategie – beides grobe Brocken, die auch viele von Büchis Mitkandidaten als grosse Herausforderungen für Obwalden sehen. Trotzdem hat die 55-jährige Frau Landammann ihren Wechsel 2016 vom Sicherheits- und Justiz- ins Finanzdepartement nie bereut. «Ich war mir der grossen Aufgaben bewusst und bin bereit dranzubleiben.» Vieles sei in ihrer fast vierjährigen Amtszeit gut gelaufen, sagt die Sachsler FDP-Frau, die als einzige Kandidatin eine erfolgreiche Volkswahl hinter sich hat. «27 Geschäfte haben wir seit Mitte 2016 im Kantonsrat durchgebracht.» Wichtig seien etwa das E-Steuer-Dossier und die innerkantonale Totalrevision des Finanzausgleichs gewesen, so Büchi. «Ich mache meine Aufgabe mit Leidenschaft und möchte sie auch so weiterführen.»

Der Beständige

CHRISTOPH AMSTAD «Wir haben viel Positives erreicht», sagt Christoph Amstad zufrieden. In seiner eineinhalbjährigen Amtszeit habe ihn besonders die gewonnene Abstimmung über das Bürgerrechtsgesetz sowie die erfolgreiche Übernahme der Sozialdienste Asyl von der Caritas gefreut, sagt der Justiz- und Sicherheitsdirektor. «Diesen Weg der lösungsorientierten Politik möchte ich in einer nächsten Amtszeit weiterverfolgen. Mit mir wählt man Kontinuität.»

Auf Amstads politischer Agenda stehen etwa «weiterhin gute Verkehrsverbindungen in und nach Obwalden. Die Anzahl Fahrzeuge hat in 10 Jahren um 30 Prozent zugenommen. Das birgt Herausforderungen.» Auch die Zusammenarbeit mit anderen Kantonen möchte der 45-jährige Sarner CVP-Regierungsrat stärken. «Das funktioniert etwa mit Nidwalden beim Feuerwehrinspektorat sehr gut. Ein kleiner Kanton kann nicht alles alleine machen.» Als Regierungsrat habe er gelernt, dass Politik «wirklich sehr viel Geduld» brauche, sagt Amstad. «Wichtig ist, dass man Kompromisse eingehen kann, um Lösungen zu finden. Das fehlt mir in der heutigen Politik oft, und dafür will ich mich einsetzen.»

Der Ehrgeizige

JOSEF HESS «Schlaflose Nächte? Da ich oft nicht so lange schlafe, schlafe ich relativ gut», meint Josef Hess. Für eine gewisse Anspannung sorgten die ehrgeizigen Zeitpläne in seinem Departement dann aber doch, meint der Baudirektor. Richtplan und Hochwasserschutz sind nur einige der Projekte, die in den nächsten Jahren abgeschlossen oder entscheidend weitergebracht werden sollen. «Auch für effizientere Baubewilligungsverfahren will ich mich auf Kantonsebene künftig noch mehr einsetzen», so der parteilose Regierungsrat. «Dazu kommen laufende Aufgaben wie der Unterhalt von Kantonsstrassen und -gebäuden oder die Schutzwaldpflege.»

Josef Hess freut sich über die Ziele, die er in seinen rund 200 Amtstagen bereits erreicht hat: «Der Erhalt der Subventionsverfügung für den Hochwasserentlastungsstollen in voller Höhe von 75 Millionen Franken war ein solcher Erfolgsmoment», sagt der gebürtige Engelberger. Er gebe seinen Mitarbeitern einen sportlichen Fahrplan vor. «Aber sie leisten tolle Arbeit», betont Hess. In einer nächsten Amtszeit wolle er «weiterhin Lösungen suchen und finden für die grossen Aufgaben im Kanton. Das motiviert mich.»

HINWEIS

Besuchen Sie am Donnerstagabend (15. Februar) das Podium unserer Zeitung zu den Regierungsratswahlen um 19.30 Uhr im Hotel Metzgern in Sarnen.

Christian Schäli, CSP, neu: «Ich fühle mich wohl auf dem politischen Parkett.» (Bild: PD)

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Florian Spichtig, parteilos, neu: «Wenn ich etwas anpacke, wird nicht nur geredet, sondern auch gemacht.» (Bild: PD)

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Jürg Berlinger, CVP Sarnen, kandidiert als Gemeindepräsident. (Bild: PD)

Jürg Berlinger, CVP Sarnen, kandidiert als Gemeindepräsident. (Bild: PD)

Michael Siegrist, CVP, neu: «Ich weiss, wo beim Bürger der Schuh drückt – auch in Obwalden.» (Bild: PD)

Michael Siegrist, CVP, neu: «Ich weiss, wo beim Bürger der Schuh drückt – auch in Obwalden.» (Bild: PD)

Daniel Wyler, SVP, neu: «Ich hebe mich dadurch ab, dass ich offen für alle Argumente bin.» (Bild: PD)

Daniel Wyler, SVP, neu: «Ich hebe mich dadurch ab, dass ich offen für alle Argumente bin.» (Bild: PD)

Maya Büchi-Kaiser, FDP, bisher. (Bild: PD)

Maya Büchi-Kaiser, FDP, bisher. (Bild: PD)

Christoph Amstad, CVP, bisher. (Bild: PD)

Christoph Amstad, CVP, bisher. (Bild: PD)

Josef Hess, parteilos, bisher. (Bild: PD)

Josef Hess, parteilos, bisher. (Bild: PD)

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