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OBWALDEN: Der Donnerstag gehört ihrer Leidenschaft

Nora Durrer führt die ehemalige «Mühle» in Sarnen – an einem Tag pro Woche. Die 38-jährige Gastronomin hat damit nicht nur sich, sondern auch ihrem pensionierten Vater einen kleinen Traum erfüllt.
Adrian Venetz
Einmal pro Woche verwöhnen sie Gäste: Nora Durrer und Vater Bruno Durrer im «Noras Dunnschtig». Bild: Adrian Venetz (Sarnen, 23. März 2017)

Einmal pro Woche verwöhnen sie Gäste: Nora Durrer und Vater Bruno Durrer im «Noras Dunnschtig». Bild: Adrian Venetz (Sarnen, 23. März 2017)

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch

Normale Beizen haben einmal pro Woche Ruhetag. Die ehemalige «Mühle» in Sarnen hat einmal pro Woche offen, nämlich am Donnerstag. Die 38-jährige Sarnerin Nora Durrer führt das Lokal an der Giglenstrasse sinnigerweise unter dem Namen «Noras Dunnschtig». Im Spätsommer hatte sie sich – eher zufälligerweise – in das Lokal verliebt. Davor war die «Mühle», die nur einen Steinwurf von der Sarner Pfarrkirche entfernt liegt, fast zwei Jahre lang geschlossen.

Bei den Eigentümern des Hauses, dem Architektenehepaar Eugen und Monika Imhof aus Sarnen, stiess Nora Durrer mit ihrer Idee, das Lokal samt Küche an einem Tag pro Woche zu mieten, sofort auf offene Ohren. Fremdes Terrain betritt Nora Durrer mit der Führung eines Restaurants nicht. Die Mutter einer 3-jährigen Tochter arbeitet seit mehreren Jahren in der Luzerner Gastronomie, besitzt das Wirtepatent und hat eine Barista-Schulung absolviert.

Mittags empfiehlt sich Reservation

Doch kann das funktionieren: ein Restaurant, das nur an einem Tag pro Woche offen hat und dazu noch etwas abseits des Dorfkerns liegt? «Es funktioniert tatsächlich», sagt Nora Durrer und strahlt. Mittags sei das Lokal jeweils praktisch voll – eine vorgängige Reservation wird empfohlen –, und auch am Abend laufe der Betrieb gut. Nicht allzu leicht dürfte es sein, einen Koch zu finden, der nur einen Tag pro Woche in der Küche steht. Lange musste Nora Durrer allerdings nicht suchen. Für diesen Job konnte sie nämlich ihren Vater Bruno Durrer gewinnen. Den 67-Jährigen kennt man in Obwalden als langjährigen Geschäftsführer der Parquet Durrer AG in Alpnach. Nun, da er pensioniert ist, geht auch für ihn ein kleiner Traum in Erfüllung. «Seit 20 Jahren spreche ich davon, einmal ein kleines Restaurant zu haben – und nun darf ich tatsächlich für Gäste kochen», erzählt er. Stets war er leidenschaftlicher Koch. Weil er aber damals als junger Mann in den Familien-Parkettbetrieb eingestiegen ist, blieb das Kochen ein Hobby. Jeweils am Wochenende stellt er das Menü für die kommende Woche zusammen und geht dann auf Einkaufstour. «Wir legen grossen Wert auf regionale und saisonale Produkte», sagt Nora Durrer. Eine grosse Speisekarte findet man in «Noras Dunnschtig» also nicht, dafür jede Woche ein neues und mit viel Liebe zusammengestelltes Menü. Auch Mutter Els Durrer hilft mit: Sie hütet jeweils donnerstags ihre Enkeltochter und sorgt für den Blumenschmuck im Restaurant. Die vier grossen, wunderschönen Tische aus Schweizer Nussbaumholz bieten Platz für je sieben Personen. Wer dort essen geht, sitzt also oft mit anderen Gästen an einem Tisch. «Gerade das gefällt mir», sagt Bruno Durrer. «Die Leute sollen nicht allein an einem Tischchen hocken, sondern miteinander essen und ins Gespräch kommen.» Grossen Gefallen finden der frühere Parkett-Fachmann und seine Tochter auch am alten Boden aus Eichenholz. Die Gaststube stammt aus dem Jahr 1728.

Nora Durrer will das Lokal, das zwischendurch auch von anderen Gruppen für Anlässe gemietet werden kann, vorderhand nur donnerstags führen. Dass sie «Noras Dunnschtig» später einmal auf zwei Tage ausdehnt, ist aber nicht ausgeschlossen. «Ich habe daheim schon ein ganzes A4-Blatt voller Ideen», schmunzelt sie. So plant sie derzeit beispielsweise, die Wände mit Bildern von Künstlern zu schmücken oder draussen einen Flohmarkt zu veranstalten.

Offen ist das Lokal samt der kleinen Gartenwirtschaft von 9 bis 20 Uhr. «Plus – minus», sagt Nora Durrer. Wenn Gäste abends mal etwas länger verweilen, werfe man sie nicht Punkt 20 Uhr aus der Beiz. Beim Besuch unserer Zeitung gestern Morgen gönnte sich eine Frau, die im Obergeschoss wohnt, einen Kaffee in «Noras Dunnschtig». «Es ist richtig schön, dass hier wieder etwas los ist», sagt sie. «Die beiden machen das ganz toll.»

Hinweis

www.norasdunnschtig.ch

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