Obwalden
Der Entsorgungszweckverband will Textilsammlungen koordinieren

Bisher konnte jede Textilrecyclingfirma in Obwalden einen Container mit entsprechender Bewilligung vom Grundeigentümer aufstellen. Künftig will der Entsorgungszweckverband ein Wörtchen mitreden.

Matthias Piazza
Merken
Drucken
Teilen
Ein Altkleidercontainer der Texaid.

Ein Altkleidercontainer der Texaid.

Bild: Christian Beutler/Keystone
(18. April 2013)

Gut 300 Tonnen Altkleider entsorgten die Obwaldnerinnen und Obwaldner zwischen 2017 und 2019 jährlich in den Containern von verschiedenen Textilrecyclingfirmen. Dabei benutzten sie einen der vielen Textilcontainer, die bei den Bahnhöfen, bei Entsorgungshöfen, Läden oder sonst auf einem privaten oder öffentlichen Grundstück stehen.

Bisher lief das Ganze teilweise unkoordiniert ab. Wenn Texaid, Caritas, Telltex oder sonst ein Unternehmen, welches Altkleider sammelt, einen neuen Container aufstellen wollte, klopfte es beim Grundstückeigentümer an. Gab dieser grünes Licht, wurde der Container platziert, die Bürger hatten einen zusätzlichen Entsorgungsstandort für ihre nicht mehr gebrauchten Kleider und Schuhe.

Möglichst viele Abfälle sollen rezykliert werden

Ab nächstem Jahr läuft es anders: Der Entsorgungszweckverband Obwalden (EZVOW) schreibt die Textilsammlung aus, wie dem Amtsblatt vom 18. Februar zu entnehmen ist. Das heisst, Firmen, die Textilcontainer aufstellen wollen, können aufgrund der Ausschreibung ein Angebot beim EZVOW einreichen. «Die Interessenten müssen unter anderem angeben, wie sie die gesammelten Kleider und Schuhe verwerten, wie lange der Transportweg ist und wo die Lastwagen stationiert sind, das heisst, wie lange der Anfahrtsweg nach Obwalden ist», erklärt EZVOW-Geschäftsführer Sepp Amgarten. Auf dieser Grundlage erteilt der Verband die Zuschläge und kann die entsprechenden Gebiete zuteilen. «Ein einzelnes Gebiet kann dabei auch mehrere Gemeinden betreffen.»

«Wichtig sind uns kurze Transportwege.»

«Ökologie ist uns als Entsorgungsverband natürlich wichtig. Darauf achten wir darum bei der Vergabe sehr», so Amgarten. Mit der Ausschreibung könne man zudem auch einen Container-Wildwuchs verhindern. «Zwei Container von verschiedenen Firmen in einem Abstand von zehn Metern machen ja keinen Sinn», macht er ein Beispiel. Mit der neuen Regelung nehme der Entsorgungszweckverband Obwalden auch seine Verantwortung wahr. «Denn Siedlungsabfall, was Altkleider sind, gehört von Gesetzes wegen in unseren Verantwortungsbereich. Es ist sehr in unserem Interesse, dass möglichst viele Abfälle rezykliert werden, so auch Altkleider.»

Die neue Regelung gilt ab nächstem Jahr. Doch auch die Textilrecycler, die bereits in Obwalden Container platziert haben, können ein Angebot einreichen. «Im schlechtesten Fall muss das Unternehmen, das den Zuschlag nicht bekommt, halt seine Container entfernen», stellt Sepp Amgarten klar. Er ist überzeugt, dass sich die Regelung der kantonsweiten Koordination bewähren werde. «Im Kanton Schwyz beispielsweise hat man sehr gute Erfahrungen damit gemacht.»