OBWALDEN: Der Fischerpräsident hat genug

Hansruedi Vogler präsidiert den Fischereiverein Obwalden seit 13 Jahren. Zurücktreten kann er nicht – weil ein Nachfolger fehlt.

Romano Cuonz
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Der höchste Obwaldner Fischer Hansruedi Vogler. (Bild Romano Cuonz)

Der höchste Obwaldner Fischer Hansruedi Vogler. (Bild Romano Cuonz)

Statt einer grossen Feier zum runden Geburtstag des Fischereivereins Obwalden setzte es an der 90. Generalversammlung eine Gardinenpredigt des langjährigen Präsidenten Hansruedi Vogler ab. «In meinem Jahresbericht habe ich Kolleginnen und Kollegen für einmal vor allem ins Gewissen geredet», sagt er.

Mit gutem Grund: Noch vor einem Jahr hatte der höchste Obwaldner Fischer den Mitgliedern im Namen des Vorstandes einen Vorschlag unterbreitet. Das Vereinsleben sollte den örtlichen Vereinen überlassen und ein starker Obwaldner Dachverband gegründet werden. Jedoch: Der Vorschlag zur Auflösung des kantonalen Vereins fand keine Mehrheit. Längerfristig signalisierten zwar viele Mitglieder Verständnis für das Anliegen. Im Moment aber sei man dafür noch nicht bereit: Der Antrag des Vorstandes wurde massiv abgelehnt.

Hansruedi Vogler, der das Vereinsschiff nun schon seit 13 Jahren steuert, signalisierte darauf: Er sei – wenn auch bestimmt nicht aus Frust – eben doch nicht mehr bereit, weiterzumachen. Doch niemand zeigte sich bereit, Verantwortung zu übernehmen.

Ein Jahr Gnadenfrist für Verein

«Nolens volens erklären wir uns nun bereit, nochmals ein Jahr anzuhängen», erklärte Hansruedi Vogler. Dann aber sei endgültig Schluss. «Wenn sich auch in den nächsten 365 Tagen kein Nachfolger für mich findet, werde ich an der 91. Versammlung wohl den Antrag zur Auflösung des Vereins stellen müssen.»