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OBWALDEN: Der Kanton inventarisiert seine Schätze

Es ist wieder so weit. Der Kanton geht bei seinen schützenswerten Objekten über die Bücher. In der ersten Serie mit Sarnen und Sachseln dürften sich zu den rund 200 geschützten Objekten etwa 20 dazugesellen.
Matthias Piazza
Neu für den Schutzplan Sachseln vorgesehen: das Wohnhaus Bahnhofstrasse 7 (von 1923) des bedeutenden Obwaldner Heimatstil-Architekten Robert Omlin in Sachseln. (Bild: Denkmalpflege Obwalden)

Neu für den Schutzplan Sachseln vorgesehen: das Wohnhaus Bahnhofstrasse 7 (von 1923) des bedeutenden Obwaldner Heimatstil-Architekten Robert Omlin in Sachseln. (Bild: Denkmalpflege Obwalden)

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Die Nachträge zu den kantonalen Schutzplänen für die Gemeinden Sarnen und Sachseln liegen öffentlich auf, wie dem Amtsblatt zu entnehmen ist. Alle betroffenen Grundeigentümer wurden schriftlich informiert. Die übrigen fünf Obwaldner Gemeinden kommen später an die Reihe. Der Kanton aktualisiert zurzeit das Verzeichnis seiner Schätze, sprich der Kulturobjekte von regionaler und nationaler Bedeutung. «Nach rund 20 Jahren ist eine Aktualisierung dieses Inventars nötig», erklärt der kantonale Denkmalpfleger Peter Omachen diesen Schritt.

Im Gegensatz zu anderen Kantonen wie etwa Luzern wird in Obwalden das Verzeichnis der geschützten Objekte nicht laufend, sondern periodisch nachgeführt. In der ersten Serie mit den Gemeinden Sarnen und Sachseln dürften sich zu den rund 200 geschützten Objekten etwa 20 dazugesellen. Peter Omachen geht davon aus, dass die Zahl dieser Schutzobjekte kantonsweit von aktuell rund 360 (oder 500 Gebäuden) nach der Bereinigung um etwa 10 Prozent zunehmen wird.

Früher unspektakulär, heute unter Schutz

Für die «Heiligsprechung» von Gebäuden gebe es verschiedene Gründe. Ihnen gemeinsam sei, dass beim Bau kein Gebäude automatisch das Prädikat «schützenswert» tragen würde. «Gebäude werden etwa unter Schutz gestellt, wenn sie Zeugnis einer abgeschlossenen Kulturepoche sind. Ein Dörrhäuschen beispielsweise, zu seiner Zeit im 18. und 19. Jahrhundert schlicht eine funktionale, unspektakuläre Einrichtung, steht heute unter Denkmalschutz, weil es eine Erinnerung daran ist, wie man hier früher lebte und arbeitete», erzählt Peter Omachen. Ein weiteres Beispiel sind Häuser im sogenannten Heimatstil aus den 1920er- und 1930er-Jahren, die erst seit jüngerer Zeit unter Schutz gestellt werden.

Gebäude mit künstlerisch bedeutenden Werken wie Stuckaturen oder Malereien sind ebenfalls schutzwürdig, aber auch baulich unspektakuläre, dafür geschichtsträchtige Gebäude wie das Wohnhaus von Bruder Klaus in Flüeli-Ranft. Wenn ein Gebäude darum für die Öffentlichkeit von Bedeutung ist, wird es unter Denkmalschutz gestellt. Damit wird verhindert, dass Eigentümer vollständig frei darüber verfügen können. «Der Abt vom Kloster Engelberg kann nicht einfach nach Belieben sein Kloster abreissen und durch einen Neubau ersetzen. Der Bau ist von Bedeutung für die Öffentlichkeit», nennt Peter Omachen ein Beispiel.

«Quotenregelung» für Denkmalschutz

Dass plötzlich immer mehr Gebäude dem Denkmalschutz unterstellt werden, stimmt zwar in absoluten Zahlen. «Mit der Nachführung der Liste bleibt die Quote von 2 bis 3 Prozent trotz der regen Bautätigkeit im Kanton erhalten. Es wäre ein Armutszeugnis für unsere Gesellschaft, wenn der Anteil der wertvollen Bauten kontinuierlich sinken würde. Das würde nämlich bedeuten, dass nichts mehr von herausragender architektonischer und städtebaulicher Qualität gebaut wird, was sehr deprimierend wäre», begründet er die «Quotenregelung». Omachen rechnet, dass bis im Jahr 2024 sämtliche Gemeinden nachgeführt sind.

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