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OBWALDEN: Der «weisse Obama» lässt sich feiern

Gemeindepräsident André Windlin betonte an der Wahlfeier, wie stolz die Kernser seien, dass mit Christian Schäli wieder «yyserä äinä» im Rathaus mitregiere. Bei Blasmusik und launigen Reden prostete man dem CSP-Mann zu.
Romano Cuonz
Der Kernser Gemeindepräsident André Windlin (links, flankiert von zwei Helmibläsern) übergibt dem neugewählten Regierungsrat Christian Schäli als symbolisches Geschenk einen Velosattel, in dem er fest sitzen soll. (Bild: Romano Cuonz (Kerns, 8. April 2018))

Der Kernser Gemeindepräsident André Windlin (links, flankiert von zwei Helmibläsern) übergibt dem neugewählten Regierungsrat Christian Schäli als symbolisches Geschenk einen Velosattel, in dem er fest sitzen soll. (Bild: Romano Cuonz (Kerns, 8. April 2018))

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

«Das brillante Wahlergebnis meines Parteikollegen und Nachbarn Christian Schäli freut mich sehr, nicht zuletzt auch, weil es gezeigt hat, dass man bei uns Wahlen auch ohne Plakatwerbung gewinnen kann», meinte der abtretende Kernser Regierungsrat Franz Enderli in seiner Gratulationsadresse. Sein Nachfolger blieb ihm und dem gut gelaunten Volk eine Erklärung nicht schuldig. «Meine Tochter Leanne sagte mir zu Beginn, dass ich nur in den Wahlkampf ziehen dürfe, wenn sie meinen Kopf nirgends sehen müsse», meinte er. An dieses Verdikt habe er sich gehalten.

Das Bedauern über die fehlenden Bilder kam postwendend von Schälis Parteifreund und CSP-Co-Präsident Sepp Stalder: «Schade eigentlich, Christian macht doch eine gute Falle, ja, er wurde sogar schon als ‹weisser Obama› bezeichnet». Grosses Gelächter. Und dann Stalders trockener Kommentar: «Der Vergleich ist schon vermessen, aber allemal besser, als wenn man ihn mit dem neuen amerikanischen Präsidenten vergleichen würde!»

Die grosse Freude Christian Schälis teilten viele prominente Gäste: Nationalrat Karl Vogler genauso wie Ständerat Erich Ettlin, Frau Landammann Maya Büchi ebenso wie die ganze neue Regierung samt Schälis bisherigem Gegner Daniel Wyler, der mit dem CSP-Mann spätestens ab jetzt auf eine kollegiale Zukunft anstossen konnte. Der Reigen launiger Reden war gross, bunt und voll Symbolik waren die Geschenke. André Windlin überreichte dem Neugewählten, der in der Freizeit auf dem Bike anzutreffen ist, einen Velosattel. Damit er auch auf der Regierungsbank stets fest im Sattel bleibe. Über die Verwendung eines gemeindlichen Gutscheins über 1000 Franken konnte Schäli selber bestimmen. «Die eine Hälfte geht an den Förderverein Berufsbildung in Sambia, ein Werk meiner Eltern, die andere an die Stiftung Juvenat mit Domizil im Melchtal», entschied er.

Kantonsratspräsidentin sang Mani Matter

Maya Büchi schenkte ein «Stäimandli» mit fünf Steinen als Symbol für die fünfköpfige Kollegialbehörde. «Ein wegweisendes ‹Stäimandli› begleitet auch mich beim Erarbeiten von Lösungen und Fällen schwieriger Entscheide», sagte Büchi und hiess Schäli mit einem Goethe-Wort willkommen: «Auch aus Steinen, die uns in den Weg gelegt werden, kann man etwas sehr Schönes bauen.» Parteikollegin und Kantonsratspräsidentin Helen Keiser-Fürrer ermunterte Schäli, seine soziale Ader auch bei Spardiskussionen zu behalten, indem sie höchstpersönlich Mani Matters Lied sang: «Dene wos guet geid, giengs besser, giengs dene besser, wos weniger guet geit ...». Franz Enderli, dem die grosse Freude richtig anzusehen war, gab Schäli den gleichen Rat mit wie Moses seinem Nachfolger Josua: «Sei mutig und bestimmt, hab keine Angst, weder vor dem Volk noch vor dem Amt.»

Diesen Faden nahm der Geehrte auf. «Geschätzter Moses», wandte er sich an seinen Parteifreund und bekannte: «Dass ich hier stehe, verdanke ich nicht mir, sondern meinem guten, motivierenden und fleissig funktionierenden Umfeld, namentlich auch Franz Enderli und Wahlstratege Walter Wyrsch.» Und Schäli versprach: «Ich werde konstruktiv für meine Werte kämpfen, ehrlich, sachlich und lösungsorientiert eine Politik des Ausgleichs propagieren.» Nur der Gretchenfrage, welches Departement er am liebsten wolle, wich er diplomatisch aus. «Da nimmt man, was man bekommt, und dies mit grosser Freude.» Kommentar André Windlin: «Der redet ja schon wie ein richtiger Politiker!»

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