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OBWALDEN: Der Wert der Bildung

An ihrer Herbsttagung setzte sich die CSP mit dem Thema Bildung auseinander. Thematisiert wurden die Kosten der Bildung, aber auch die unterschiedlichen Ansprüche.
ibylle Wallimann, Schulpräsidentin Alpnach: «Die Kosten für einen Obwaldner Schüler haben sich seit der Jahrtausendwende fast verdoppelt.» (Bild: PD)

ibylle Wallimann, Schulpräsidentin Alpnach: «Die Kosten für einen Obwaldner Schüler haben sich seit der Jahrtausendwende fast verdoppelt.» (Bild: PD)

Wie viel Wert darf uns Bildung sein? Ist Bildung Kostentreiber oder Investition? Dies waren die zentralen Fragen, welche im Zentrum der CSP-Herbsttagung standen. Regierungsrat und Bildungsdirektor Franz Enderli, der erste von drei Referenten, stellte die Worte «Bild» und «Wert» in den Mittelpunkt seines Referats und zeigte, dass in unserer Gesellschaft viele unterschiedliche Bilder von Bildung, sprich Werthaltungen, existieren.

Enderli zeigte an der Veranstaltung in Sarnen auch auf, dass eine Wertverschiebung der Bildung stattgefunden hat und führte aus, dass zum Beispiel Religion, Ästhetik oder Schönschreiben heute nicht mehr denselben Stellenwert einnähmen – was das Publikum schmunzeln liess. Enderli sprach ausserdem die Problematik an, dass die Schule ausbilde, ohne zu wissen, was die Gesellschaft von den Schülern verlange, wenn diese die Volksschule verlassen.

Auch die Kosten der Bildung kamen zur Sprache. «Die Kosten für einen Obwaldner Schüler haben sich seit der Jahrtausendwende fast verdoppelt. Sie belaufen sich heute auf zirka 11000 Franken», zeigte Sibylle Wallimann, Schulpräsidentin in Alpnach, auf. Zusätzlich gibt der Kanton Obwalden fast 14 Millionen Franken pro Jahr für die Tertiärbildung aus. Bei all den weiteren Aufgaben einer Volksschule wie schulergänzende Tagesstrukturen, Bibliothek oder Schulbus sei Sparen illusorisch, so Wallimanns Meinung zum Thema. «Es holt einen wieder ein, wenn man spart. Am Schluss kostet es mehr.»

Die Schule als Alleskönnerin

Béa Sager, Rektorin der Schule Sarnen, zeigte auf, wie komplex das System Schule heute ist. Die unterschiedlichsten Ansprüche seitens Politik, Eltern, Wirtschaft und Öffentlichkeit seien eigentlich nicht zu managen. Teamfähige, selbstständige und verantwortungsbewusste Persönlichkeiten fordere die Wirtschaft. «In der Volksschule legen wir die Grundlagen für 250 verschiedene Berufe.» Und der Trend zeige, dass der Schule weitere Verantwortungen übertragen werden, wie beispielsweise das Trainieren sozialer Fähigkeiten sowie Integrations- und Präventionsarbeit.

Bildung als wichtige Ressource

In der anschliessenden Publikumsdiskussion ging es unter anderem um den Stellenwert der Lehrerlöhne. Diese liegen im Kanton Obwalden unter dem nationalen Durchschnitt. Ob die Obwaldner Schulqualität darunter leide, wollte ein Zuhörer wissen. Die drei Referenten waren sich ­einig, dass eine gute Schule letztlich aus einem Gesamtpaket ­bestehe, wobei sicher auch die Begeisterungsfähigkeit der Lehrpersonen eine wesentliche Rolle spiele. Nebst den hohen Lohnkosten tragen auch die Teuerung und die demografische Entwicklung der Lehrpersonen dazu bei, dass die Bildung immer mehr kostet.

Ferner wurden die «zu einfachen Rezepte» der Politiker bemängelt, und es kamen Werte wie Entschleunigung, weniger Druck, mehr Dreck oder der ­Stellenwert musischer Fächer zur Sprache.

Am Schluss waren sich die Referenten und das Publikum in den Grundzügen einig: Bildung ist eine der grössten Ressourcen der Schweiz. Daher lohnt es sich, darin zu investieren und anstelle der rein volkswirtschaftlichen Werte die pädagogischen in den Vordergrund zu rücken.

Lea Kathriner

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Béa Sager, Rektorin Schule Sarnen: «In der Volksschule legen wir die Grundlagen für 250 verschiedene Berufe.» (Bild: PD)

Béa Sager, Rektorin Schule Sarnen: «In der Volksschule legen wir die Grundlagen für 250 verschiedene Berufe.» (Bild: PD)

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