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OBWALDEN: Die Frutt kriegt ihr Lädeli zurück

Einen Sommer lang gab es auf Melchsee-Frutt keinen Laden, zum Leidwesen vieler Bewohner. Pünktlich zum Beginn der Wintersaison hauchen Jsabel und Sandra Kretz dem Frutt-Lädeli neues Leben ein – und eröffnen gleich noch eine Bar.
Franziska Herger
Haben auf der Frutt einiges vor: Sandra (links) und Jsabel Kretz. (Bild: PD)

Haben auf der Frutt einiges vor: Sandra (links) und Jsabel Kretz. (Bild: PD)

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

«Tuttifrutt» heisst der neue Dorfladen samt Bar auf Melchsee-Frutt. Der Name ist Programm, meint die Kernserin ­Jsabel Kretz, die zusammen mit ihrer Schwester Sandra seit August im ehemaligen Reinhard’s Frutt-Lädeli schaltet und waltet. «Wir wollen ein Treffpunkt für die ganze Frutt sein. Das Lädeli soll wieder eine zentrale Rolle spielen.» Am 16. Dezember, pünktlich zum Start der Wintersaison, wird das Lädeli eröffnet.

Einen Sommer lang konnte man auf der Frutt nirgends Lebensmittel einkaufen. Die bisherigen Betreiber hatten den Ladenbetrieb auf Anfang April aufgegeben, und Eigentümer Albert Reinhard, dessen Familie das Lädeli seit 1945 betrieb, verkaufte das Frutt-Haus samt Ladenlokal, Ferienwohnungen und Studios an seinen Grosscousin Stephanino Isele (unsere Zeitung berichtete). Isele ist froh, dass nun mit den Kretz-Schwestern wieder ein Lädeli auf die Frutt kommt. «Viele Leute meldeten sich bei mir und sagten, es brauche doch eine Einkaufsmöglichkeit.» Das findet auch Jsabel Kretz, und setzt auf frische, regionale Produkte. Neben einer offenen Käsetheke werden Brot und Weggli mehrmals täglich frisch aufgebacken. Auch Kaffee zum Mitnehmen will Jsabel Kretz anbieten. «Wir möchten den Bewohnern der Frutt ihr Frühstück garantieren», erklärt die 24-Jährige. Neben ­Lebensmitteln für den täglichen Bedarf werden Kunden auch Fleisch- und Käseplatten vorbestellen können.

Eine bodenständige Bar, wo früher Ski vermietet wurden

Sandra Kretz ist für die Bar zuständig. «Wir planen eine bodenständige, heimelige Après-Ski-Bar», sagt die 26-jährige Eventkoordinatorin. Sie entsteht dort, wo früher im Lädeli Ski und Schlitten vermietet wurden. Neu bietet die Schweizer Ski- und Snowboardschule Melchsee-Frutt die Materialmiete an. «Zweimal braucht es das nicht», sagt Sandra Kretz, «aber eine Bar, das braucht die Frutt.» Sie soll noch in dieser Wintersaison eröffnet werden.

Die Schwestern wurden durch die Interessengemeinschaft (IG) Melchsee-Frutt-Freunde auf das freistehende Lokal aufmerksam. «Sie fragten im Denner-Satellit Sachseln an, ob man jemanden kenne, der das Frutt-Lädeli übernehmen wolle», erzählt Jsabel Kretz. «Ich arbeitete dort als stellvertretende Filialleiterin und habe die Chance ergriffen.» Es sei immer ihr Traum gewesen, einmal selber einen Laden zu führen und auf der Frutt zu arbeiten. Die Schwestern sind mit dem Gebiet eng verbunden; sie verbrachten als Kinder viel Zeit mit ihren Eltern auf der Unteren Bettenalp.

Kurt Zumbrunn von der IG Melchsee-Frutt-Freunde freut sich über die jungen Betreiberinnen. «Ich finde es toll und sehr mutig, dass sie das Lädeli übernommen haben. Ein Laden ist für mich zwingender Bestandteil für ein funktionierendes Dorf.» Er hoffe, dass die Leute auf der Frutt den Laden auch unterstützen. «Vielleicht sind die alten Betreiber zu wenig auf die Kundenbedürfnisse eingegangen, etwa bei den Öffnungszeiten.»

Die Kunden entscheiden, ob der Laden überlebt

Zukünftig wird das Lädeli während der Winter- und Sommersaison sieben Tage die Woche von 8 bis 17 Uhr geöffnet sein. Daher plant Jsabel Kretz, eine Person fest sowie mehrere Aushilfen anzustellen. «Wir sind auch jederzeit froh um Feedback oder Wünsche für das Sortiment.» Trotz Transportaufwand werde sie ihre Waren im mittleren Preissegment anbieten.

Eigentümer Isele hat nach eigenen Angaben viel Geld investiert, nicht nur in das Lädeli, sondern auch in die Renovation der acht Ferienwohnungen und fünf Studios im Frutt-Haus, die bereits diesen Winter wieder vermietet werden. Der Ladenbetrieb auf der Frutt sei eine Herausforderung, sagt Isele: «Die Leute sind an die niedrigeren Preise im Tal gewöhnt. Schlussendlich entscheiden die Kunden, ob der Laden überlebt.»

Die Schwestern Kretz sind sehr zuversichtlich. «Wir freuen uns enorm und hoffen, alle unsere Ideen umsetzen zu können.»

Hinweis

Am 16. Dezember ab 8 Uhr ist Tag der offenen Tür im Tuttifrutt. Mehr Infos aufwww.tuttifrutt.ch.

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