Obwalden

Die Obwaldner Weihnachtsmärkte fallen aus und doch nicht ganz – dank Internet

Diverse Weihnachtsmärkte fallen Corona zum Opfer. Michèle Humpert wollte das nicht einfach so hinnehmen. Und baute spontan den «Wiähnachtsmärt Obwaldä» im Internet auf.

Matthias Piazza
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Michèle Humpert, die Initiantin des Online-Weihnachtsmarktes.

Michèle Humpert, die Initiantin des Online-Weihnachtsmarktes.

Bild: Marion Wannemacher (Sachseln, 2. Dezember 2020)

Michèle Humpert liebt Obwaldner Weihnachtsmärkte. «An den vielfältigen und schön dekorierten Ständen entlang schlendern, einen leckeren Glühwein oder Punsch geniessen, Weihnachtsgeschichten lauschen und sich von Weihnachtsmelodien in die richtige Stimmung versetzen zu lassen, ist doch etwas Tolles», erzählt sie. Umso mehr bedauert die Sachslerin, dass solche Märkte dieses Jahr ausfallen.

Die Idee zum Online-Weihnachtsmarkt kam ihr an einem Samstag Mitte November, als sie darüber sinnierte, worauf man in diesem Jahr alles verzichten muss. «Diese Emotionen eines Weihnachtsmarktes wollte ich den Leuten auch in diesem speziellen Jahr vermitteln, auch wenn es natürlich kein gleichwertiger Ersatz sein kann.» Der «Wiähnachtsmärt Obwaldä» war geboren. Da sie sich in der Freizeit gerne mit Webdesign beschäftige, sei die Idee eines Online-Weihnachtsmarktes auf der Hand gelegen. «Es wäre doch schade, wenn die Leute ihre selbst hergestellte Ware nicht verkaufen können.»

Schon rege Nachfrage

Trotz der kurzen Frist sei es ihr gelungen, bisher gut ein Dutzend Leute, vorwiegend aus Ob- und Nidwalden, von ihrer Idee zu überzeugen, ihre Produkte, die sie sonst an den «normalen» Weihnachtsmärkten feilgeboten hätten, online anzubieten. Das Sortiment mit allerlei Weihnachtlichem und Winterlichem reicht von Armstulpen über Gutscheine für Fotoshootings oder Fotokurse bis hin zu Minze-Zahnpulver und selbst gestricken Zipfelmützen. Sie selber vertreibt keine Produkte. Doch als Inhaberin der Website wisse sie, dass schon viel bestellt worden sei.

Graben sich die Geschäfte nicht ihr eigenes Grab, wenn sie die Kunden «gluschtig» aufs Onlineshopping machen? Michèle Humpert sieht dies differenziert. «Onlinehandel ist eine Realität. Gerade in solch ungewissen Zeiten ist von uns Flexibilität gefordert und im digitalen Zeitalter ist für die Anbieter ein zweites Standbein im Onlinehandel eine gute Idee.»

Sie hofft, dass durch diesen speziellen Weihnachtsmarkt die Geschäftstreibenden auf den Geschmack des Onlinevertriebes kommen und die onlineaffine Kundschaft für ihre Produkte begeistern können. Vielleicht gerade über diese Plattform. Die will sie nämlich auch nach Weihnachten weiterbetreiben.

www.wiähnachtsmärt-ow.ch