Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBWALDEN: Die Uferaufwertung beim Alpnachersee ist einen Schritt weiter

Mit über 1 Million Franken will der Kanton die Aufwertung des Alpnachersee-Südufers planen. Im Kantonsrat war das einigen zu viel, am Ende siegte aber das Vertrauen in die Regierung.
Franziska Herger
Die Mündung der Sarneraa mit dem Südufer des Alpnachersees. (Bild: PD)

Die Mündung der Sarneraa mit dem Südufer des Alpnachersees. (Bild: PD)

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

Das Delta der Sarneraa soll durch Seeschüttungen wieder auferstehen: Das ist Ziel des Projekts Aufwertung Südufer Alpnachersee, über dessen Planungskredit von 1,05 Millionen Franken der Kantonsrat am Donnerstag beriet. Im Grundsatz war das Projekt im Parlament unumstritten und wurde parteiübergreifend gelobt. «Das ist kostengünstig und umweltverträglich», sagte etwa FDP-Kantonsrat Reto Wallimann (Alpnach) zur Verwendung von Aushub- und Ausbruchmaterial aus anstehenden Wasserbauprojekten wie dem Hochwasserentlastungsstollen Ost, wodurch Deponie- und Transportkosten gespart werden können.

Ebenfalls auf Anklang stiess, dass durch die Aufschüttungen von Baggerlöchern im Alpnachersee neue Flachmoorflächen entstehen. Sie ersetzen die Flächen im Flachmoor Städerried, die durch die Renaturierung der Sarneraamündung und die Reaktivierung der dortigen Aue verloren gehen. So ist ein Ersatz auf Kulturland nicht nötig. «Das entlastet die Bauern«, sagte Ambros Albert (SP, Giswil).

SVP verlangte Kürzung um 10 Prozent

Die Höhe des Planungskredits gab dagegen zu reden. Die 1,05 Millionen sollen der Erarbeitung des Bau- und Auflageprojekts sowie des Umweltverträglichkeitsberichts dienen. Zudem soll die Schutz- und Nutzungsplanung Städerried angepasst werden. Ebenso darin enthalten sind die Kosten für Bewilligungsverfahren, Spezialisten und Projektleitung. Baudirektor Josef Hess versicherte, der Kostenvoranschlag sei «seriös ermittelt worden».

Die SVP dagegen verlangte «in Zeiten von grossen Staats­defiziten» eine Kürzung von 10 Prozent. Damit fand sie auch bei anderen Parteien Unterstützung: «Wie sollen wir dem Volk erklären, dass die Steuern erhöht werden müssen, wenn wir jetzt im Kantonsrat kein Zeichen setzen?», fragte Hampi Lussi (CVP, Sarnen). Die Mehrheit des Rats stellte sich jedoch hinter die Kostenermittlung der Regierung. Das sei eine Vertrauensfrage, fanden etwa CVP-Fraktionspräsident Marcel Jöri (Alpnach) und sein Parteikollege Bruno Furrer (Lungern). Der Antrag wurde mit 33 zu 16 Stimmen abgelehnt.

Die SVP beantragte weiter, dass die Aue in der Sarneraamündung bei der Anpassung der Schutz- und Nutzungsplanung nicht vergrössert werden dürfe. Man habe schlechte Erfahrungen gemacht, sagte Albert Sigrist (SVP, Giswil). «Bei den Auen Steinibach in Sarnen und Laui in Giswil hat man sich einfach über die Bedürfnisse der Bevölkerung hinweggesetzt.» Der Baudirektor beruhigte: «Es ist hundertprozentig weder angestrebt noch nötig, den Auenperimeter zu vergrössern.» Der Antrag scheiterte mit 36 zu 13 Stimmen.

Keine Transporte durch das Dorf Alpnach

Wie das Aufschüttungsmaterial zum See gelangen soll, ist noch unklar. Transporte durch das Dorf Alpnach seien zu vermeiden, meinte Josef Stalder (CSP, Lungern). Diverse Kantonsräte äusserten sich auch zum ehrgeizigen Zeitplan. Mit der Aufschüttung soll 2020 begonnen werden, parallel zum Materialanfall in den anderen Obwaldner Wasserbauprojekten. «Gelingt dies nicht, wird der Planungskredit zum Risikokapital», sagte etwa Kommissionspräsidentin Mar­grit Freivogel Kayser (CVP, Sachseln).

Am Ende wurde der Kredit mit nur drei Gegenstimmen angenommen. Jürg Berlinger (CVP, Sarnen) sprach wohl für viele, als er zu den zahlreichen Wasserbauprojekten sagte: «Es darf erwartet werden, dass das jetzt der letzte Planungskredit war und nun mit der Umsetzung gestartet werden kann.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.