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OBWALDEN: «Die Vielfalt ist noch gewährleistet»

Die Gastroszene auf der Frutt wird von einer Firma dominiert. Darin sieht Tourismusexperte Urs Wagenseil vor allem Vorteile – für den ganzen Kanton.
Interview Matthias Piazza
Die Rezeption der neu eröffneten Frutt Family Lodge: Rund 50 Millionen Franken hat die Frutt Resort AG als Eigentümerin in das neue Hotel investiert. (Bild Dominik Wunderli)

Die Rezeption der neu eröffneten Frutt Family Lodge: Rund 50 Millionen Franken hat die Frutt Resort AG als Eigentümerin in das neue Hotel investiert. (Bild Dominik Wunderli)

Das neu eröffnete Ferien-Resort und 4-Sterne Superior Hotel Family Lodge auf der Melchsee-Frutt. Auf dem Bild der chinesische Investor Yunfeng Gao (rechts) und Toni Bucher, Verwaltungsratpräsident der Eberli Gruppe. (Bild: Dominik Wunderli)
Ins Hotel, das Personalhaus und die Betriebseinrichtungen sind rund 50 Millionen Franken investiert worden. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Der chinesische Investor Yunfeng Gao bei der Besichtigung des Erlebnistunnels, der die Hotels Frutt Lodge & Spa, Family Lodge und Gemsy verbindet. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Investor ist Yunfeng Gao, ein chinesischer Unternehmer aus Shenzhen, Besitzer der Shenzhen Han's Laser Technology Co. Ltd., der verschiedene Hotels gehören. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Yunfeng Gao zeigt, wie Bowling gespielt wird. Rechts im Bild: Toni Eberli, Verwaltungsratspräsident der Eberli Sarnen AG. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
Restaurant (Bild: Dominik Wunderli)
Pool im 300 Quadratmeter grossen Wellnessbereich. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Wellnessbereich (Bild: Dominik Wunderli)
Ruheraum (Bild: Dominik Wunderli)
Unterhaltungsraum mit Tischfussball und Kegelbahn (Bild: Dominik Wunderli)
Gang (Bild: Dominik Wunderli)
Kino (Bild: Dominik Wunderli)
Fitnessraum (Bild: Dominik Wunderli)
Geny Hess, Geschäftsführer Eberli Hospitality und Gourmet-Koch Andreas Appenzeller (rechts) in der Küche der frutt Familiy Lodge. (Bild: Dominik Wunderli)
Investor Yunfeng Gao vor dem Eingang des neuen Hotels. (Bild: Dominik Wunderli / Neue LZ)
Kunstinstallation der Luzerner Künstlerin Stephanie Hess. (Bild: PD)
Der Melchsee mit dem neuen Hotel. (Bild: PD)
Flugaufnahme des neuen Hotels (Bild: PD)
Aussenansicht des neuen Hotels (Bild: Dominik Wunderli)
Mit dem Schneetöff auf der Frutt unterwegs: Yunfeng Gao. (Bild: Keystone / Urs Flüeler)
20 Bilder

Neues Hotel auf Melchsee-Frutt

Ob das gestern eröffnete Hotel Frutt Family Lodge, das Berghotel Bonistock oder der Berggasthof Tannalp: Immer mehr Gastrobetriebe auf Melchsee-Frutt gehören zur Frutt-Resort AG oder werden zumindest von ihr bewirtschaftet. Im Interview erklärt Tourismusprofessor Urs Wagenseil*, die Vor- und Nachteile einer solchen Bündelung.

Urs Wagenseil, wenn Sie in die Berge gehen, kehren Sie lieber in ein Bergrestaurant oder in ein Nobelrestaurant ein?

Urs Wagenseil: Ich bin sehr bodenständig unterwegs und mag primär authentische, lokale Küche. Gehoben, mittelständisch aber auch Picknick. Für mich darfs von allem etwas sein.

Vom Selbstbedienungsrestaurant Bonistock bis zum gehobenen Hotel Lodges & Spa: Die Investoren der Eberli Sarnen AG – die an der Frutt-Resort beteiligt ist – und der chinesische Investor Yunfeng Gao halten mittlerweile mehr als die Hälfte der Gastrobetriebe auf der Frutt der Eberli-Gruppe. Ist das gut?

Wagenseil: Untereinander zu kooperieren, aber auch zu fusionieren, ist in grösseren Skigebieten gang und gäbe. Solange der Wettbewerb noch läuft und nicht ein Monopolist alles steuert und kontrolliert, ist nichts dagegen einzuwenden. Der Tourismus auf der Frutt ist klein strukturiert, die Vielfalt noch gewährleistet. Wenn ein Investor das Gefühl hat, er könne sein Portfolio erweitern, ist dagegen nichts einzuwenden. Er mischt unter anderem auch bestehende, veraltete, nicht mehr wettbewerbstaugliche Strukturen auf, was für den Tourismus nur von Vorteil ist. Stagnierende Tourismusentwicklung braucht wahrnehmbare Veränderungen und Investitionsimpulse. Dies können klein strukturierte Betriebe häufig nicht stemmen. Denn mit frischen Tapeten in den Hotelzimmern ist es nicht getan.

Wer hat welchen Vorteil von einer solchen Bündelung?

Wagenseil: Nebst dem Unternehmer, der sich davon mehr Gewinn verspricht, auch der Gast, der in den Genuss von Angebotserweiterungen und -Verbesserungen kommt. Mit den steigenden Gästezahlen profitiert auch die ganze Region. Die Leute haben mit dem Tourismus einen attraktiven Wohnort, ein sicheres Auskommen und wandern nicht ab.

Birgt die Tourismusregion Frutt nicht ein Klumpenrisiko?

Wagenseil: Bei einer Monopolstellung ist ein Klumpenrisiko nicht auszuschliessen. Aber die Gefahr sehe ich auf der Frutt zumindest im Moment noch nicht. Der Tourismus ist in Schweizer Ferienorten glücklicherweise in den Händen von vielen.

Könnte auf der Frutt einst die Durchmischung der Gastroszene verloren gehen?

Wagenseil: Nein, das glaube ich nicht. Die Unternehmer sind bestimmt kompetent, dafür zu sorgen, dass sie die bestehenden Kunden nicht verlieren. Ein Angebot nur im oberen Segment würde auf der Frutt auch nicht funktionieren. Man muss aber die bestehenden verschiedenen Zielgruppen wirklich auch bedienen und deren Bedürfnisse erfüllen. Mit Neuinvestitionen lassen sich aber vermutlich noch zusätzliche Kundensegmente gewinnen.

Warum braucht es ausländische Investoren – scheuen Schweizer schlichtweg das Risiko?

Wagenseil: Tourismus ist ein ganz schwieriges Geschäft und birgt hohe unternehmerische Risiken. Die Margen sind klein. Schweizer Unternehmer mit hohen ökonomischen Erwartungen und engen Finanzierungsregeln halten sich zurück.

Was bedeutet die Konzentration auf der Frutt für die anderen Tourismusregionen in der Zentralschweiz: Wird die Situation für sie nun schwieriger?

Wagenseil: Investitionen sind meist willkommene Impulse, welche primär am Ort selber wirken. Die vielen Erneuerungen von Andermatt über Vitznau, den Bürgenstock, Engelberg bis hin zur Frutt tun der Zentralschweiz sehr gut. Sie sind klare Bekenntnisse und machen diese Tourismusregion wieder attraktiver.

Lässt sich aus solchen Erneuerungen ein Trend ablesen?

Wagenseil: Die gewaltigen Investitionssummen der letzten Jahre in einzelnen Objekten werden sich nicht wiederholen können. Wichtig ist es aber, nicht nur Gross-Objekte zu haben, sondern auch Kleinangebote, welche sich weiter entwickeln. Stillstand ist oft der Beginn des Niedergangs. Da viele Anlagen das Ende ihrer Lebensdauer erreicht haben oder nicht mehr den Gästebedürfnissen entsprechen, müssen sie erneuert werden.

Hinweis

* Der 52-jährige Professor Urs Wagenseil leitet seit 2005 am Institut für Tourismuswirtschaft an der Hochschule Luzern – Wirtschaft den Themenbereich Tourismus. Davor war Urs Wagenseil Tourismusdirektor auf der Lenzerheide.

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