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OBWALDEN: Die Zukunft der Schule steht im Fokus

An der vom Lehrerinnen- und Lehrerverein Obwalden organisierten Podiumsdiskussion hat eine angeregte Diskussion stattgefunden. Kritik laut wurde an der unterschiedlichen Entlöhnung der Lehrer innerhalb des Kantons.
Romano Cuonz
Lehrerin Patrizia Kaufmann, Zukunftsforscher Georges T. Roos (Mitte) und Bildungsdirektor Franz Enderli (v. l.) stellen sich den Fragen von Moderator Dominic Dillier. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 19. März 2018))

Lehrerin Patrizia Kaufmann, Zukunftsforscher Georges T. Roos (Mitte) und Bildungsdirektor Franz Enderli (v. l.) stellen sich den Fragen von Moderator Dominic Dillier. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 19. März 2018))

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Offenbar messen Obwaldner einer guten Schulbildung für ihre Jugend nach wie vor grösste Bedeutung bei. Die Aula der Kantonsschule war am Montagabend jedenfalls gut gefüllt, als Bildungsdirektor Franz Enderli mit Fachleuten und sogar einem Zukunftsforscher darüber diskutierte, welches denn die richtige Schule für die Zukunft sei.

Moderator war Radiomann Dominic Dillier. Er vermied an diesem Abend auch die heiklen Themen nicht. So drehte sich das Gespräch etwa um Sinn oder ­Unsinn von Noten. PH-Dozent Klaus Joller dazu: «Es ginge in unsern Schulen durchaus auch ohne Ziffern als Noten, eine sorgfältige Beurteilung oder kritische Selbstbeurteilungen bleiben jedoch unverzichtbar.» Ein grosses Thema war auch die digitale ­Revolution und ihr Einfluss auf den Unterricht. Zukunftsforscher Georges T. Roos postulierte: «Informatik ist eine Kulturtechnik. Nur Schüler, die ihre Grundprinzipien verstanden haben, können kritische Nutzer in unserer digitalen Welt werden.» Selbst das unisono als «unsinnig» bezeichnete Papier aus FDP-Kreisen, mit unbedachten Sparvorschlägen für Obwaldner Schulen, war für die Runde kein Tabu.

Bildungsdirektor Franz Enderli meinte: «Ich wehre mich gegen saloppe, billige Rezepte. Obwalden hat eine vergleichsweise sehr günstige Schule, und qualitativ gehört sie dennoch zu den besten.» Dies unterstrich auch Urs Burch, Leiter des Amts für Berufsbildung. «Leute, die solche Vorschläge machen, sollten einmal ausrechnen, wie viel Obwalden spart, wenn gut 99 Prozent aller Schulabgänger Lehrstellen oder Anschlusslösungen haben.»

Kritik an der Lohnungleichheit

Auch die Tatsache, dass Lehrer in Obwalden ihre gute Arbeit nach wie vor zu wesentlich geringeren Löhnen als die meisten ihrer Kollegen in anderen Kantonen leisten, kam auf den Tisch. Oberstufenlehrerin Patrizia Kaufmann sagte: «Dass nun die Lohngleichheit nicht einmal mehr innerhalb des Kantons gewährt ist, geht einfach nicht.» Diese Tatsache bezeichnete selbst Bildungsdirektor Franz Enderli als stossend. Gefragt, ob es denn in der Schule überhaupt noch Sparpotenzial gebe, sagte CVP-Kantonsrätin Margrit Freivogel. «Vielleicht am ehesten noch beim Ausbaustandard der schulischen Infrastruktur.» Die Debatte wogte hin und her. Dabei gab es aber durchaus einen gemeinsamen Nenner: die Zufriedenheit mit dem Ist-Zustand an Obwaldens Schulen.

Urs Burch erklärte: «Zu dem, was wir schon erreicht haben, sollten wir Sorge tragen und darauf achten, dass wir bei der Schulentwicklung miteinander weiterkommen.» Kantonsrätin Margrit Freivogel möchte noch mehr externes Wissen auch von Experten und Vertretern der Wirtschaft in die Schulen holen.

Sorge tragen zur Institution

Oberstufenlehrerin Patrizia Kaufmann ergänzte: «Wir Lehrer müssen die Schule so gestalten, dass Kinder und Eltern jederzeit spüren, wie wir uns engagieren.» Bildungsdirektor Franz Enderli zeigte sich erfreut, dass niemand die Schule in Frage stellte. Als politisch denkender Mensch wolle er zu dieser Institution unbedingt Sorge tragen.

Didaktiker und Pädagoge Klaus Joller-Graf führte aus: «Geben wir uns doch Mühe, dass wir auch am Ende der Schulzeit noch begeisterte junge Leute ins Leben hinausschicken können – dann sind wir auf 50 und 100 Jahre hinaus gewappnet!» Noch konkreter formuliert es der Zukunftsforscher Georges T. Roos. «Ich glaube, Lehrer begegnen einer neuen, digitalen Zeit oft etwas gar vorsichtig.» Zwar sei ein bedächtiges Herantasten gut, aber einfach aus Prinzip langsam sein sollte man nicht. «Seid offen für den Wandel, geht mit Freude an Neuerungen heran, ja umarmt doch die ­digitale Zukunft ein bisschen.»

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