Obwalden will besseren Start ins Leben ermöglichen

Die Strategie «Frühe Kindheit» ist in Obwalden auf gutem Weg. Aktuell sollen sich die Gemeinden äussern.

Marion Wannemacher
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Die Denkwerkstatt vom 6. November im BWZ in Sarnen. Bild: PD

Die Denkwerkstatt vom 6. November im BWZ in Sarnen. Bild: PD

«Da ist Potenzial. Wir sind auf gutem Weg. Es geht nun darum, im Bereich von Vernetzung und Koordination einen Schritt weiter zu gehen», sagt Sara Martin, Co-Leiterin Strategie «Frühe Kindheit Obwalden». Damit die Frühe Kindheit, der Start ins Leben eines Kindes, gut gelingen kann, braucht es ein gutes Zusammenspiel zwischen Kanton, Gemeinden und den Akteurinnen und Akteuren an der Basis. Ziel ist die Chancengerechtigkeit aller Kinder im betreffenden Alter in Bezug auf Gesundheit, Bildung und sozialer Integration. An einer Denkwerkstatt im Frühjahr hat eine Projektgruppe aus Vertretern von Hebammen, Spielgruppen, Sozialen Diensten Asyl, Kindergarten und Schule, Schulpsychologischer Dienst, Schulgesundheit, heilpädagogischer Früherziehung und Mütter- und Väterberatung Inputs erhalten.

Diese sind in den Situationsbericht zum Status quo in Obwalden eingeflossen. Das Fazit in Kurzform: «Punkto Versorgung besteht im Bereich ‹Frühe Kindheit› in Obwalden ein gutes und vielfältiges Angebot. Bedarf gibt es in der Vernetzung und der Zusammenarbeit von Angeboten im Hinblick auf Kinder mit besonderen Bedürfnissen», betont Sara Martin, externe Beraterin vom Luzerner Büro West.

Workshops definieren die Stossrichtung

In einer zweiten Denkwerkstatt Anfang November wurde den Fachpersonen der Entwurf für die Strategie vorgestellt und mit ihnen diskutiert. Derzeit werden damit die Gemeinden konsultiert. Man erwartet zunächst ihre Reaktionen. «Wie sehen sie die Schwerpunkte, unterstützen sie das Vorgehen?», so die Co-Projektleiterin. Als Handlungsfelder wurden unter anderem die Stärkung von Familien und die familien- und kinderfreundlichen Lebensräume vorgeschlagen, aber auch die Früherkennung, wer zu den belasteten Familien zählt. Ein weiterer wichtiger Schwerpunkt sei laut Sara Martin der bereits genannte Punkt «Vernetzung und Zusammenarbeit der Akteurinnen und Akteure».

Koordinierende Stelle könnte beim Kanton sein

In der Denkwerkstatt sei noch einmal deutlich geworden, wie wichtig die geschlossene Versorgungskette sei, die Zugänge und Übergänge erleichtere vor der Geburt bis zum Eintritt in die Schule. «Beispielsweise sollen alle Kinder, die nicht in einem deutschsprachigen Haushalt aufwachsen, die Möglichkeit haben, mit anderen Kindern in Krabbelgruppe, Kita oder Spielgruppe zusammen zu sein, damit nicht erst bei Schuleintritt auffällt, dass sie möglicherweise sprachliche Defizite haben», konkretisiert die Soziologin. Möglicherweise sei es sinnvoll, eine koordinierende Stelle auf kantonaler Ebene anzuhängen, dies sei jedoch noch Gegenstand der Diskussionen mit den Gemeinden.

Die Gemeinden sollen sich zudem dazu äussern, wie das weitere Vorgehen aussehen soll. Je nachdem rechnet Sara Martin, dass die Strategie bis Sommer 2020 verabschiedet wird. Dann werde beschlossen, welche Massnahmen wann umgesetzt werden.

Weitere Informationen unter www. familie-ow.ch.