OBWALDEN: Ein «Meilenstein» an der Kanti

«Eine Schülerzeitung fördert die interne Kommunikation an einer Schule.» Diese zentrale Feststellung steht am Anfang der Maturaarbeit von Felix Wannemacher aus Flüeli-Ranft.

Romano Cuonz
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Felix Wannemacher (mit Zeitung) freut sich zusammen mit seinen Redaktionskollegen (von links) Elias Ettlin, Joel Michel und Joël Wyss über die Erstausgabe. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 21. Dezember 2016))

Felix Wannemacher (mit Zeitung) freut sich zusammen mit seinen Redaktionskollegen (von links) Elias Ettlin, Joel Michel und Joël Wyss über die Erstausgabe. (Bild: Romano Cuonz (Sarnen, 21. Dezember 2016))

Romano Cuonz

redaktion@obwaldnerzeitung.ch

Ein besonderes, professionell gedrucktes und mit vielen Bildern illustriertes Blatt gibt es seit kurzem an der Kantonsschule Obwalden in Sarnen: die Premiere der ersten Schülerzeitung an dieser Schule. Sie trägt den vielsagenden und – wenn man weiss, dass der Rektor Patrick Meile heisst – auch witzigen Titel «Meilenstein». Als Herausgeber zeichnet der Maturand Felix Wannemacher. Er hat sich für seine Maturaarbeit die Herstellung dieser Zeitung zum Ziel gesetzt. «Schon oft habe ich bedauert, dass es keine richtige Schülerzeitung gibt», umreisst er seine Motivation. Aus diesem Manko resultiert auch sein wichtigster Wunsch für das geplante Blatt: «Die erste Schülerzeitung soll an der Kantonsschule Obwalden eine neue Basis der schulinternen Vernetzung schaffen.» Sie wurde im November von Schülern in Sarnen zum Kauf angeboten.

Des Rektors Tag oder das Spicken

Felix Wannemacher und sein sechsköpfiges Redaktionsteam (Colin Wallimann, Joel Michel, Elias Ettlin, Sabrina Vogler, Lea Estermann und Joël Wyss) haben eine lesenswerte 24-seitige Zeitung mit spannenden Reportagen geliefert. Die Themenwahl geht von einem Interview mit Rektor Patrick Meile unter dem Titel «Waa macht dee de ganzi Tag?» bis zu Leiden und Freuden zweier «Erstgymeler». Mit Lehrpersonen wird die Qualität der Schule genau unter die Lupe genommen. Auch erhalten Schüler Tipps und Tricks für beste und günstigste Verpflegung oder Hinweise zu einem erfolgreichen Austauschjahr. Ein informeller Artikel ist der Themenauswahl bei Maturaarbeiten gewidmet. Ja, nicht einmal die raffiniertesten Methoden zum Spicken sind tabu. Felix Wannemacher ist mit seinem Produkt Schülerzeitung zufrieden. Er stellt fest: «Die Zeitung ist bei den Schülern gut angekommen, der Verkauf hat die Erwartungen erfüllt.» Auf der andern Seite habe auch die Arbeit allen Beteiligten viel Spass gemacht. Man habe zahlreiche wertvolle Erfahrungen sammeln können.

Professionellen Rat eingeholt

Im Theorieteil seiner Maturaarbeit setzt sich Felix Wannemacher sorgfältig und minutiös mit der Gestaltung (Layout), der Planung und eben auch der Produktion einer Schülerzeitung auseinander. Ein für ihn ganz entscheidender Grundsatz lautete: «Die Schülerzeitung soll nicht nur durch ihren Inhalt, sondern auf den ersten Blick auch durch ihr Design und Layout bestechen.» Um dieses Ziel zu erreichen, hat Wannemacher keine Mühe gescheut, auch bei der Redaktionsleitung und bei professionellen Machern unserer Zeitung Ratschläge einzuholen. Anders gesagt: Bevor er mit seinem Redaktionsteam die praktische Arbeit aufnahm, befasste er sich intensiv mit dem Format, der Schrift, der Fotografie oder auch dem Aushängeschild Titelseite des künftigen Blattes.

Präzise Anleitung als Garantie

Felix Wannemacher ist sehr daran gelegen, dass die Schülerzeitung nicht eine Eintagsfliege bleibt, sondern ein wirklicher Meilenstein wird. Deshalb fügt er seiner Maturaarbeit neben der Zeitung noch ein zweites Produkt an: eine sehr einfach formulierte Anleitung mit einer umfassenden Sammlung an praktischen Ratschlägen für alle künftigen Macher. Unter anderem betont er da: «Eine Schülerzeitung zu schreiben, heisst Verantwortung übernehmen, mit Finanzen umgehen, ein Team motivieren und sich auf neuen, unbekannten Gebieten Wissen aneignen.» Grossen Wert legt der Macher nach seinen ersten Erfahrungen auch darauf, dass in der Redaktion jüngere und ältere Schüler mitarbeiten und dass die Rollen (etwa als Chefredaktor, Redaktor, Fotograf, Layouter oder Vertriebs­leiter) klar verteilt sind.

Verantwortlich für Gewinn oder Verlust

Zur eigenen Verantwortung als Chefredaktor postuliert er etwa: «Er kümmert sich darum, dass nicht unnötig viel Geld ausgegeben wird, und sucht nach Möglichkeiten, an manchen Stellen zu sparen. Der Redaktionsleiter ist indirekt dafür verantwortlich, ob die Zeitung Gewinn oder Verlust macht.» Dies ist denn auch ein Punkt, an dem er bei der Schlussfolgerung in sich geht: «Werbekunden für die kostendeckende Finanzierung müssten künftig frühzeitiger angefragt werden, damit man am Ende nicht unter Zeitdruck gerät.»

«Hoffentlich geht es weiter»

Reaktion Patrick Meile, Rektor der Kantonsschule Obwalden, sagt: «Der ‹Meilenstein› betrifft mich, weil ich Rektor der Schule bin und den Titel mit meinem Namen ganz direkt präge. Meilensteine sind Entfernungsanzeiger in regelmässigen Abständen an Strassen, und so freue ich mich auf eine regelmässige Ausgabe einer Schülerzeitung an unserer Schule. Toll finde ich auch, dass damit das Interesse und die Identifikation mit der Schule wachsen können. Es entstehen kreative Initiativen, und es werden neue Kontakte geknüpft, die uns alle weiterbringen. Die Schule würde auch den Druck für eine möglichst kostengünstige Ausgabe mitunterstützen.» (cuo)