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OBWALDEN: Ein Neustart in der Namenforschung

Der frühere Obwaldner Staatsarchivar Angelo Garovi ist Autor einer neuen Publikation über die Flurnamen des Kantons. Er füllt damit eine grosse Lücke.
Robert Hess
Nach seinem Vortrag in der Kantonsschule Sarnen signiert Angelo Garovi sein neues Büchlein «Obwaldner Flurnamen». (Bild Robert Hess)

Nach seinem Vortrag in der Kantonsschule Sarnen signiert Angelo Garovi sein neues Büchlein «Obwaldner Flurnamen». (Bild Robert Hess)

Robert Hess

Noch in den 1930er- und 1940er-Jahren habe Obwalden in der Namenforschung eine führende Stellung in der Schweiz eingenommen, sagte Victor Bieri, Präsident des Historischen Vereins Obwalden, bei der Vorstellung des Werks in der Kantonsschule. Allen voran arbeitete ab 1935 der Sarner Benediktinerpater Hugo Müller an der Bereinigung der Obwaldner Flurnamen und ihrer Schreibweise für die Grundbuchvermessung. In der Folge veröffentlichte Müller die Ergebnisse seiner Studien in Beilagen zum Jahresbericht der Kantonalen Lehranstalt Sarnen. 1952 gab der Benediktinerpater eine überarbeite Version dieser Hefte als Obwaldner Namenbuch heraus.

Obwalden ist ein «weisser Fleck»

Seither ist die Namenforschung im Kanton Obwalden etwas stiefmütterlich behandelt worden. Victor Bieri bezeichnete vergangene Woche vor rund 60 Anwesenden Obwalden in dieser Beziehung gar «als weissen Fleck.» Dies im Gegensatz zum heutigen Stand der Namenforschung in den umliegenden Kantonen.

«Ist das neue Büchlein von Angelo Garovi nun ein erster Schritt in eine bessere Zukunft in der Forschung der Obwaldner Orts- und Flurnamen», stellte Bieri die Frage in den Raum. Beantworten konnte der frühere Staatsarchivar, Präsident der Nomenklaturkommission des Kantons und Linguistikprofessor, die Frage gleich selber. Garovi war nämlich vom Historischen Verein Obwalden zu einem Vortrag über «Obwaldner Orts-, Hof- und Flurnamen – ihre Herkunft und Bedeutung» eingeladen worden. Neben seiner reichen Fülle an Wissen zum Thema, hatte Garovi gleich auch sein druckfrisches rund 70 Seiten umfassendes, mit Zeichnungen von Paul Zinsli illustriertes Büchlein «Obwaldner Flurnamen» mitgebracht.

Alphabetisch geordnet

Das vergriffene Obwaldner Namenbuch von Pater Hugo Müller ist nach wie vor ein wertvolles Werk. Doch war diese Publikation nicht gerade benutzerfreundlich, da sie nicht alphabetisch aufgebaut ist.

Diesen Mangel hat Angelo Garovi nun in seinem neuen Werk korrigiert. «Mit Rücksicht auf die Laien, die meist gezielt Auskunft über die Bedeutung eines Namens wollen, habe ich ein alphabetisches Namenbüchlein erfasst», erklärte er an der Buchvernissage. Darin werden die Deutungen der Flurnamen kurz und allgemein verständlich erklärt, um so eine breite Schicht von Interessierten anzusprechen. Allerdings muss sich der Leser mit den zahlreichen Abkürzungen in der Schrift anfreunden. In der Einführung zum Büchlein vermittelt der Autor siedlungs- und kulturgeschichtliche Aspekte der Region. In seinem Vortrag nahm dieses Thema denn auch einen breiten Raum ein.

Nicht die «klaren» Namen

Angelo Garovi hat rund 500 Namen in sein Büchlein aufgenommen. «Dabei handelt es sich nicht um die auf Anhieb verständlichen Namen», hält er fest. Solche Flurnamen wären beispielsweise Gemsy, Rinderalp, Geissmatt, Rotbach oder Zopf. Die Bedeutung oder die Herkunft seiner im Büchlein enthaltenen Namen mussten oder müssen auch in Zukunft auf ihre Herkunft, Geschichte oder sprachliche Grundlage hin erforscht werden. Dies macht das neue Büchlein besonders spannend, und es ist auch nicht als abgeschlossene Arbeit zu betrachten.

Woher stammt ...?

Flurnamen rh. Autor Angelo Garovi hat in sein Büchlein vor allem Namen aufgenommen, die nicht auf Anhieb verständlich sind. Zwei Beispiele (wörtlich zitiert):

ÄLGGI: Alp im Mittelpunkt der Schweiz. Alpgau, durch Assimilation zu Alggäu, Älggi. 1442 Älgöw, 1570 ällwiy, 1608 älgij. Zu schwzd. (schweizerdeutsch) Allgäu «Alp-Gebiet»; Gau in der Bedeutung von «Landschaft, Gebiet, Boden». Dazu Alggäu in Alpnach.

HERRENRÜTI:Zu schwzd. Herr, Herren «Klosterherren, Pfarrherren». Die Herrenrüti und der Herrenwald in Engelberg gehörten dem Kloster, der Herrenblätz in Lungern der Pfarrpfründe daselbst wie die darunter liegende Pfarrmatten.

Das Büchlein ist zum Preis von Fr. 14.90 in Buchhandlungen erhältlich.

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