Obwalden
Engelberg zählt Leute in Wanderschuhen und auf Velos

Moderne Frequenzzähler messen die Anzahl der Personen auf Wanderwegen und Bikestrecken. Die Resultate sollen als Entscheidungshilfe bei der Gestaltung der Routen dienen.

Martin Uebelhart
Merken
Drucken
Teilen

An gewissen Wanderwegen in Engelberg sind seit einiger Zeit spezielle Geräte zu entdecken. Es handelt sich um Frequenzzähler, wie dem gemeindeeigenen Informationsbulletin zu entnehmen ist. Fünf Stück davon hat die Gemeinde beschafft.

Rechts am Wegrand ist einer der Frequenzzähler zu entdecken.

Rechts am Wegrand ist einer der Frequenzzähler zu entdecken.

Bild: PD

«Die Geräte können unterscheiden, ob ein Wanderer oder ein Biker vorbeigeht oder fährt. Und sie können auch feststellen, in welche Richtung die Personen gehen, sagt Gemeindeschreiber Roman Schleiss auf Anfrage. «Im Moment sind wir immer noch ein wenig dabei, herauszufinden, wie die Kästchen korrekt aufgestellt werden müssen. Sonst zählen sie auch mal einen Busch mit, der sich bewegt.» Und das sei natürlich unerwünscht, so der Gemeindeschreiber.

Die Geräte funktionieren mit modernster Technik.

Die Geräte funktionieren mit modernster Technik.

Bild: PD

Die Gemeinde möchte mit den Frequenzmessungen feststellen, wie viele Leute zu Fuss oder mit dem Velo unterwegs sind. Bis jetzt habe es dazu nie konkrete Angaben gegeben. «Man wusste höchstens vom Hörensagen, wie die Wege frequentiert sind», sagt der Gemeindeschreiber. Die Messungen hätten auch einen Zusammenhang mit den geplanten Bikestrecken, sagt Schleiss. Und weiter möchte die Gemeinde Hinweise darauf erhalten, wo sich eine Trennung von Wanderwegen und Bikestrecke aufdränge. «Oder wir sehen, ob die Trennung auf jenen Wegen eingehalten wird, auf denen sie schon besteht», ergänzt er. Die Daten dienten als Entscheidungshilfe für die Gestaltung der Wander- und Bikerouten.

Zähler bleiben eine Saison lang stehen

Ein Messgerät registriert auf der Gerschnialp die Besucherinnen und Besucher der Land-Art-Ausstellung. «Das ist wertvoll für die Veranstalter», ist Roman Schleiss überzeugt. Man sehe, wie solche Angebote genutzt werden. Im Winter sollen die Geräte zudem den Betrieb auf den Langlaufloipen messen.

Die Frequenzzähler sollen jeweils etwa eine Saison lang stehen gelassen werden, um aussagekräftige Resultate zu messen. Die Geräte arbeiten dabei mit modernster Technik. Für die Stromversorgung gibt es ein Solarpanel. «Die Daten werden in Echtzeit über das Low-Power-Network der Swisscom übertragen und können auf einem Dashboard eingesehen werden», erläutert Schleiss. Dabei legt er Wert auf die Feststellung, dass die Daten vollkommen anonym erhoben würden: «Das Einzige, was die Geräte erfassen, ist, ob Personen auf Wanderschuhen oder auf dem Velo vorbeiziehen.»

Bünderland machte bereits gute Erfahrungen

Ausgewertet würden die Daten von der Engelberg-Titlis-Tourismus AG und der Gemeinde. «Wenn wir die ersten Erkenntnisse gewonnen haben, werden wir diese veröffentlichen», sagt Schleiss. Auf die Idee mit den Messgeräten ist die Gemeinde durch gute Erfahrungen gekommen, die damit im Bündnerland gemacht worden seien. Engelberg hat dafür rund 5500 Franken investiert.