Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBWALDEN: Er rekrutiert seit 36 Jahren Sarner CSP-Kandidaten

Mancher CSP-Kantonsrat verdankt wohl seine Wahl Harald Woermann und seinen Helfern. Seit fast vier Jahrzehnten sucht er zusammen mit dem Wahlkampfkomitee mögliche Kandidaten und rückt sie ins rechte Licht.
Matthias Piazza
Der CSP-Wahlkampfhelfer Harald Woermann. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 18. Dezember 2012))

Der CSP-Wahlkampfhelfer Harald Woermann. (Bild: Corinne Glanzmann (Sarnen, 18. Dezember 2012))

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Die Sarner haben die Wahl: Nicht weniger als sechs Männer und fünf Frauen kandidieren für die CSP um einen der 15 Sitze, welche den Parteien im Hauptort für die Wahl in den Kantonsrat zustehen. Wer denkt, dass sich ein solches Kandidatenfeld von alleine formiert, ohne das Dazutun der Parteileitung, irrt sich offenbar gewaltig. «Kandidatensuche ist ein Knochenjob. Jede Partei, die etwas anderes behauptet, ist nicht ehrlich», stellt Harald Woermann klar. Seit 36 Jahren zieht er zusammen mit dem Wahlkampfkomitee für die Sarner Ortspartei die Fäden im Hintergrund. Und dazu gehört auch das Suchen nach geeigneten Kandidaten. Einfach die Liste der Parteimitglieder durchgehen, genüge dabei bei weitem nicht. «Monate vor den Wahlen fragen wir Leute aus dem Freundes- und Bekanntenkreis an, ob sie an einer Kantonsratskandidatur interessiert seien.» Die Wahrscheinlichkeit, einen Korb zu kassieren, sei sehr hoch. «Man fragt sehr viele Leute an, bis man eine genügende Anzahl Kandidaten beisammen hat. Ich wage zu behaupten, dass in unserem kleinen Kanton Obwalden mit nicht einmal 40 000 Einwohnern schon fast jeder Erwachsene irgendwann von irgendeiner Partei oder Organisation für ein politisches Amt angefragt wurde.»

Das Schalten von Inseraten, das Drucken von Flugblättern und das Organisieren der Nominationsversammlung gehören ebenfalls zu seinen Aufgaben. Mit den Gemeinderats- und den Kantonsratswahlen, die alle vier Jahre versetzt stattfinden, hat Harald Woermann im Zweijahrestakt ein parteipolitisches Grossereignis zu managen. Als gute Seele der CSP Sarnen ist er auch dafür besorgt, dass die Kandidaten fristgerecht der Gemeindekanzlei gemeldet werden. «Einen Eingabetermin verpassten wir noch nie», beteuert er stolz.

Die CSP mit ihrer sozialen Ausrichtung habe ihn schon immer angesprochen. Im Alter von 29 rutschte er in den Vorstand der Sarner Ortspartei und engagiert sich seither im Wahlkampf. «Ich wollte die Kandidaten in einem möglichst guten Licht präsentieren und sie der Öffentlichkeit mit guter Werbung bekannt machen. Schliesslich sind Kantonsratswahlen vor allem Persönlichkeitswahlen.» Zwischen 1986 und 1990 sass er selber im Kantonsrat. Dieses Amt bleibt dem Verkehrsplaner nun verwehrt, da Kantonsangestellte mit einem Pensum von mindestens 60 Prozent nicht als Kantons- oder Gemeinderat kandidieren dürfen – eine Regelung, die er bedauere.

Leute mussten sich erst an das neue System gewöhnen

Zu Beginn seiner «Karriere» als Wahlkampfhelfer 1986 wurde gerade vom Majorz- auf das Proporzsystem umgestellt, bei dem die Parteistimmen im Vordergrund stehen. «Die Wähler und Kandidaten hatten zu Beginn keine Erfahrung mit diesem System. Wir konnten die 15er-Liste problemlos füllen, weil jeder meinte, dass er dann gewählt würde», erinnert er sich zurück. Es reichte für drei Sitze. «Bei den Wahlen vier Jahre später hatten wir grösste Mühe, zehn Kandidaten auf die Liste zu kriegen», so Woermann. Mit den Jahren habe sich dies aber wieder eingependelt. Seither habe sich die Zahl der Kandidaten für die CSP Sarnen auf etwa 8 bis 10 eingependelt.

Für die kommenden Wahlen hofft Harald Woermann, dass die CSP Sarnen den vor vier Jahren verlorenen Sitz wieder zurückgewinnt und so wieder zwei CSP-Vertreter stellt. Beruflich steht der 65-Jährige kurz vor seiner Pensionierung. Ans Aufhören als Wahlkampfhelfer denkt er aber noch nicht. Den Sprung ins Zeitalter von Social Media wage er aber wohl nicht mehr. «Auf Facebook und Twitter sind wir bisher nicht präsent, das überlasse ich dann meinem Nachfolger.»

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.