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OBWALDEN: Er schwebt seinem Seilpark entgegen

Für 400 000 Franken will ein Kernser auf der Stöckalp einen Seilpark errichten. Der Zeitplan ist ehrgeizig – denn noch fehlt es an Gönnern und Sponsoren.
Aaron Britschgi will auf der Stöckalp einen Seilpark errichten. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Aaron Britschgi will auf der Stöckalp einen Seilpark errichten. (Bild: Nadia Schärli / Neue LZ)

Adrian Venetz

Der Kernser Aaron Britschgi will mit seinem Projekt hoch hinaus. Nachdem er zwei Jahre lang daran gearbeitet hat, soll es nun endlich losgehen mit dem Bau eines Seilparks auf der Stöckalp. Gegen das Baugesuch, das Anfang April publiziert worden war, sind keine Einsprachen eingegangen. Das Waldstück, in dem der Seilpark entstehen soll, liegt westlich der Talstation der Sportbahnen Melchsee-Frutt und misst rund 3,5 Hektaren, wovon 1,2 Hektaren für sein Vorhaben vorgesehen sind.

Eröffnung bereits im Sommer

Im Wintertourismus sei der Kanton Obwalden – und besonders das Gebiet Melchsee-Frutt – schon stark positioniert, sagt Aaron Britschgi. «Deshalb wollte ich ein Angebot für den Sommer schaffen.» Neuland betritt der 42-jährige ausgebildete Naturpädagoge damit nicht: Er war Mitarbeiter beim Seilpark Pilatus, ist Ausbildungsexperte und wirkt im Vorstand des Verbands Schweizer Seilparks. Britschgi hatte ursprünglich auch andere Standorte in Obwalden im Auge. Schliesslich aber sei die Korporation Kerns auf ihn zugekommen und habe ihm das Angebot unterbreitet, das Waldstück zu pachten.

Ein «traumhaft schöner Mischwald» sei es, schwärmt Britschgi. Die Topografie eigne sich hervorragend. Grossen Wert lege er darauf, dass das Waldstück «nicht negativ beeinträchtigt» werde. Er wolle einen Seilpark schaffen, bei dem nicht unbedingt Spektakel und Nervenkitzel, sondern eher das Naturerlebnis im Vordergrund stehe.

Der Zeitplan ist ehrgeizig: Nach einer Bauzeit von rund zwei Monaten soll der «Seilpark Melchsee-Frutt» – so der offizielle Name – bereits auf die Sommerferien hin eröffnen. Geplant sind sechs verschiedene Parcours mit rund 50 Plattformen auf den Bäumen. Ingenieure und Forstexperten hätten das Waldstück unter die Lupe genommen und es für «Seilpark-tauglich» erklärt.

Kapazität für 80 Personen

Da Seilparks in der Schweiz eine verhältnismässig junges Freizeitangebot darstellen, herrschen praktisch keine einheitlichen Sicherheitsbestimmungen. Das Tragen eines Helms beispielsweise ist zwar in beinahe allen Seilparks üblich, gesetzlich vorgeschrieben aber ist es nicht. Was die Sicherheit angeht, will Aaron Britschgi auf den neusten Stand der Technik setzen. Beispiel: Üblicherweise sind Seilparkbesucher mit zwei Karabinern – also doppelt – an den Seilen gesichert. Dies wird auch im Seilpark auf der Stöckalp so sein. Die beiden Karabiner sind jedoch durch eine spezielle Technik miteinander verbunden, sodass es einem Seilparkbesucher gar nicht möglich ist, beide Karabiner gleichzeitig zu lösen und sich komplett ungesichert in den Bäumen zu bewegen. «Der Seilpark soll besonders familienfreundlich werden», erklärt Britschgi – «damit sich auch Familienväter vor ihren Kindern nicht blamieren müssen», sagt er weiter und schmunzelt. Er sieht sein neues Angebot nicht als Konkurrenz zu bestehenden Seilparks in der Zentralschweiz – etwa inEngelberg,amPilatusoderaufderRigi–,­ sondern «als Ergänzung». Rund 80 Personen sollen sich gleichzeitig im Seilpark aufhalten können. Geöffnet ist dieser voraussichtlich von April bis Oktober.

Beitragsgesuch gestellt

Rund 400 000 Franken will Britschgi mit seiner neu gegründeten Firma investieren. Das Geld kommt teils von ihm selber, teils von anderen privaten Investoren sowie – voraussichtlich – vom Regionalentwicklungsverband (REV) Sarneraatal. «Gesucht werden immer noch private Investoren oder Gönner für das Projekt», hält Britschgi fest. Der REV hat gerade in diesen Tagen über das Finanzierungsgesuch beraten und empfiehlt nun, Britschgi ein zinsloses Darlehen zu gewähren. Über das Gesuch entscheidet die Regierung.

Auch der Verein Standort Promotion Obwalden ist Aaron Britschgi beratend zur Seite gestanden. «Das Projekt überzeugt uns, wir finden das eine tolle Sache», sagt Geschäftsleiterin Martha Bächler. Bei Obwalden Tourismus stösst der Seilpark ebenfalls auf Anklang: «Ich bin überzeugt, dass diese Attraktion eine grosse Bereicherung für die Touristen und die einheimische Bevölkerung ist», so Geschäftsleiter Markus Bolliger.

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