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OBWALDEN: Erfahrungen bei Hitzeperioden fehlen

Die Leitplanken auf der A 8 haben sich erneut verformt. Laut Bund hat der Lieferant die Hitzeproblematik unterschätzt – auch weil keine Erfahrungswerte existieren.
Oliver Mattmann
Schlangen in den Leitplanken? Nein, die Hitze hat diese Verformungen hervorgebracht. (Bild Corinne Glanzmann)

Schlangen in den Leitplanken? Nein, die Hitze hat diese Verformungen hervorgebracht. (Bild Corinne Glanzmann)

Oliver Mattmann

Die Hitze der vergangenen Tage hat den provisorischen Leitplanken auf der A 8 zwischen Alpnachstad und Sarnen zugesetzt. Elemente haben sich schlangenartig verformt. Nicht zum ersten Mal. Die Probleme waren schon in den Vormonaten an heissen Tagen aufgetaucht (wir berichteten). Das Material dehnt sich aus oder zieht sich zusammen. Offenbar hat der Systemlieferant die Auswirkungen der Hitze unterschätzt, räumt das Bundesamt für Strassen (Astra) auf Anfrage unserer Zeitung ein.

Mediensprecherin Esther Widmer hält aber auch fest, dass es sich auf der A 8 um den bisher längsten Einsatz dieses Systems handelt. «Daher können erst jetzt langfristige Erfahrungen mit grossen Temperaturunterschieden gesammelt werden», so Widmer. Die provisorischen Leitplanken trennen seit vergangenem November die beiden Fahrspuren auf dem rund 7 Kilometer langen A 8-Abschnitt in Obwalden.

Das System ist zertifiziert

Es habe sich gezeigt, dass bei der Errichtung der Leitplanken zu wenige Bewegungselemente eingebaut worden sind, so das Astra weiter. Deshalb sei dies stellenweise nachgeholt worden. Und in den nächsten Wochen sollen nochmals zusätzlich Elemente eingesetzt werden. Die Mehrkosten dafür betragen rund 25 000 Franken. Die Installation der Mittelleitplanken im Winter waren mit Kosten von rund 1,5 Millionen Franken angegeben worden.

Kritische Stimmen, bei der Wahl der Leitplanken seien Fehler gemacht worden, lässt das Astra nicht gelten. «Das auf der A 8 eingesetzte System ist zertifiziert und entspricht den Normen.» Alle gängigen temporären Systeme seien nunmal aus Stahl oder Stahlbeton.

Provisorium dauert noch 5 Jahre

Die Obwaldner Verkehrspolizei hielt in einem früheren Bericht in unserer Zeitung fest, dass sich die Schlangenlinien negativ auf die Verkehrssicherheit auswirkten. Das Astra indes sagt, die Verformungen seien ungefährlich. Werden die Bedenken der Polizei nicht ernst genommen? Esther Widmer: «Doch. Es ist uns bewusst, dass die Verformungen irritierend auf Autofahrer wirken können.» Wichtig sei jedoch, betont die Astra-Mediensprecherin, «dass die Verformungen kein Sicherheitsrisiko darstellen. Bei einem Aufprall ist der Rückhalteeffekt unverändert.»

Tatsächlich haben sich die Leitplanken bisher bewährt. Seit den Frontalkollisionen im vergangenen Herbst mit einem Todesopfer und Verletzten hat sich auf der betroffenen Strecke keine solche mehr ereignet. Bis das Provisorium durch eine reguläre Leitplanke ersetzt wird, dauert es aber noch rund fünf Jahre, da die Strasse um 3 Meter verbreitet werden und das Astra das benötigte Land dazu erwerben muss. Auf die Frage, ob man bis dahin alternative Lösungen prüft, um Verformungen künftig zu vermeiden, gab das Astra keine Stellungnahme ab.

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