OBWALDEN: Erneut geht Lawine an beliebtem Freeride-Hang nieder

Im Gebiet Laub oberhalb von Engelberg ist am Sonntagmorgen eine Lawine niedergegangen. Die Situation auf den Engelberger Pisten bleibt kritisch.

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Der Lawinenanriss am Freeride-Hang Laub oberhalb von Engelberg. (Bild: Beat Christen (Engelberg, 1. April 2018))

Der Lawinenanriss am Freeride-Hang Laub oberhalb von Engelberg. (Bild: Beat Christen (Engelberg, 1. April 2018))

Am Laub, dem beliebten Freeride-Hang im Titlisgebiet, hat sich am Ostersonntagmorgen kurz vor 11 Uhr eine Lawine gelöst. Personen kamen dabei keine zu Schaden, wie die Kantonspolizei Obwalden mitteilt. Um 10.55 Uhr sei bei der Kantonspolizei die Meldung eingegangen, wonach zwei Verschüttete im Lawinenkegel vermutet wurden. Nach einer Suche vor Ort konnte in der Folge jedoch Entwarnung gegeben werden, schreibt die Kantonspolizei.

Man habe vor dem Lawinenniedergang zwei Personen in den Hang einfahren sehen und zunächst nicht feststellen können, ob sie auch wieder herausgefahren seien, erklärt Christoph Fries, Leiter der Kriminalpolizei, auf Anfrage unserer Zeitung. «Nach einer Suche vor Ort konnten jedoch keine Verschütteten festgestellt werden und nach den Spuren zu urteilen ist davon auszugehen, dass die beiden Personen den Hang wieder verlassen haben.»

Die beiden Schneesportler hätten noch nicht ausfindig gemacht werden können, so Fries. «Man geht davon aus, dass sie die Lawine ausgelöst haben.» Da zum Glück niemand zu Schaden gekommen sei, sei noch nicht klar, ob die Staatsanwaltschaft eine Untersuchung eröffne. Im Einsatz standen nebst den Einsatzkräften der Kantonspolizei die Rega sowie Mitglieder der Alpinen-Rettung Schweiz, teilt die Kantonspolizei weiter mit.

In Engelberg herrscht erhebliche Lawinengefahr

Die Rega bestätigt, dass ein Helikopter von der Basis Erstfeld im Einsatz gestanden und den Hang abgeflogen habe. Gleich im Anschluss an den Lawineneinsatz habe der gleiche Helikopter einen verletzten Mann aus dem Dorf Engelberg ins Spital fliegen können. Es habe sich bei dem nicht mit der Lawine in Verbindung stehenden Vorfall nicht um einen Sportunfall gehandelt, teilt die Rega mit.

Das Lawinenbulletin des Instituts für Schnee- und Lawinenforschung stuft die Lawinengefahr in Engelberg derzeit als erheblich ein. Die Situation sei nach wie vor sehr kritisch, sagt Norbert Patt, Geschäftsführer der Titlisbahnen, auf Anfrage unserer Zeitung. «Wegen der extrem hohen Lawinengefahr ist die Talabfahrt vom Jochpass nach Engelberg deshalb ab sofort geschlossen.»

Die rund 90 Zentimeter Neuschnee, die im Skigebiet während der vorangegangenen 24 Stunden gefallen waren, gekoppelt mit den steigenden Temperaturen, hätten zu der gefährlichen Lage auf den nassen Pisten geführt.

Bereits seit Sonntagmorgen sind daher die Pisten auf dem Titlis geschlossen. «Sämtliche Liftanlagen laufen aber und sind für Fussgänger offen», so Patt. Insgesamt hielten sich zur Zeit des Lawinenniedergangs über 4000 Personen im Skigebiet Engelberg-Titlis auf. Am Laub seien dagegen nur sehr wenige Freerider unterwegs gewesen, erklärt Norbert Patt. «Wir haben mit Lawinenwarnungen präventiv informiert.»

Bereits Mitte November kam es im Gebiet Laub oberhalb von Engelberg zu einem Lawinenniedergang. Dabei wurde ein Zentralschweizer Snowboarder in den Tod gerissen (wir berichteten). Im März 2016 löste ein skandinavischer Schneesportler eine Lawine aus, konnte sich aber leicht verletzt selber befreien.

Franziska Herger
franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch