Obwalden erreicht die gesetzten Energieziele

Nun erarbeitet der Kanton ein Energie- und Klimakonzept 2035 für seine künftige Energiepolitik.

Philipp Unterschütz
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Der Kanton Obwalden formulierte im Jahr 2009 Energieziele und Massnahmen für das Jahr 2020 zur Reduktion des Energieverbrauchs. Darin festgehalten waren fünf Ziele für einen sparsamen Verbrauch von Energie und 13 Massnahmen, mit denen diese Ziele erreicht werden sollen. Das Bau- und Raumentwicklungsdepartement hat überprüft, ob die Ziele erreicht worden sind und wie der Stand der Umsetzung der Massnahmen ist. Der nun vorliegende «Schlussbericht Erfolgskontrolle Energiekonzept 2009» zeigt Erfreuliches.

Ein Auto wird an der Elektrotankstelle des Elektrizitätswerks Obwalden (EWO) beim Gemeindehaus in Kerns mit Strom betankt.

Ein Auto wird an der Elektrotankstelle des Elektrizitätswerks Obwalden (EWO) beim Gemeindehaus in Kerns mit Strom betankt.

Bild: Matthias Piazza (Kerns, 7. Mai 2018)

Bezogen auf den Pro-Kopf-Energieverbrauch haben die Obwaldnerinnen und Obwaldner alle fünf Ziele erreicht oder übertrafen sie teilweise sogar deutlich. «Dass die Ziele beim Verbrauch fossiler Energie in Gebäuden und beim Verbrauch von Elektrizität in absoluten Zahlen nicht erreicht werden konnten, liegt am starken Bevölkerungswachstum», erklärt Baudirektor Josef Hess. Dass die Ziele erfolgreich erreicht werden konnten, ist laut einer Mitteilung der Regierung auch gelungen, weil von den 13 Massnahmen zehn vollständig umgesetzt werden konnten und einzig bei drei davon die Umsetzung nur teilweise möglich war. «Ein Erfolgsfaktor ist auch die gute Zusammenarbeit mit dem Elektrizitätswerk Obwalden und den Gemeinden, die alle als Energiestädte zertifiziert sind und auch einiges tun müssen, um die Überprüfung dafür zu bestehen», betont Josef Hess.

Kanton will neue Entwicklungen aufnehmen

Die Klima- und Energiepolitik hat sich in den letzten Jahren massiv verändert. Die Schweiz hat seit 2017 ein revidiertes Energiegesetz. Dessen Schwerpunkte sind die Energieeffizienz, erneuerbare Energien und der Ausstieg aus der Kernenergie. Die «langfristige Klimastrategie der Schweiz», welche der Bundesrat im Januar 2021 vorstellte, nimmt die Forderungen des Klimaschutzes auf und leitet daraus für die Schweiz das Netto-Null-Ziel für das Jahr 2050 ab. Die Energiepolitik in der Schweiz entwickelte sich somit in den vergangenen Jahren von einer ausschliesslichen Versorgungspolitik zu einer mehrdimensionalen Klima- und Energiepolitik weiter, welche den Umwelt- und Landschaftsschutz sowie den Verbrauch fossiler Energieträger einschliessen.

Die Obwaldner Gemeinden dürfen alle das Label Energiestadt führen – ein wichtiger Faktor für den Erfolg.

Die Obwaldner Gemeinden dürfen alle das Label Energiestadt führen – ein wichtiger Faktor für den Erfolg.

Bild: PD

Wie der Regierungsrat in der Mitteilung schreibt, will er nun diese Entwicklungen zusammen mit den Erkenntnissen aus dem Schlussbericht aufnehmen. Er hat deshalb das Bau- und Raumentwicklungsdepartement beauftragt, ein Energie- und Klimakonzept 2035 als Grundlage für die künftige Energiepolitik des Kantons zu erarbeiten.

Ziele und Massnahmen brauchen Akzeptanz

Wichtige Handlungsfelder werden dabei Mobilität, Gebäude und Industrie sein. Dabei werde es von wesentlicher Bedeutung sein, dass die für den Kanton Obwalden möglichen Ziele und Massnahmen eine hohe Akzeptanz bei Politik und Bevölkerung geniessen, ist die Regierung überzeugt. Das Projekt wird deshalb auch durch eine politische Echogruppe begleitet. Diese besteht aus Kantonsräten aller Parteien, die in Energie- und Klimafragen engagiert sind. Vorgesehen sei auch ein breit angelegter Mitwirkungsprozess unter Einbezug aller relevanten Anspruchsgruppen. Bis Ende Jahr soll ein erster Entwurf des neuen Energie- und Klimakonzepts vorliegen, den der Regierungsrat Anfang 2022 in die Vernehmlassung geben wird.

Der Bericht ist zu finden auf der Kantonswebsite. Im Suchfeld «Erfolgskontrolle Energiekonzept 2009» eingeben.