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OBWALDEN: EWO gewinnt Preis mit Stromtankstellen

In allen sieben Gemeinden gibt es eine Tankstelle für Elektroautos. Für dieses Engagement erhielt das EWO gestern in Zürich den Klimapreis.
Adrian Venetz
Die «hauseigene» Elektrotankstelle auf dem Parkplatz des Elektrizitätswerks Obwalden (EWO).Bild: Adrian Venetz (Bild: Adrian Venetz/OZ)

Die «hauseigene» Elektrotankstelle auf dem Parkplatz des Elektrizitätswerks Obwalden (EWO).Bild: Adrian Venetz (Bild: Adrian Venetz/OZ)

Das Elektrizitätswerk Obwalden (EWO) hat den Zurich-Klimapreis 2016 in der Kategorie «Transport und Mobilität» gewonnen. Die Preisverleihung der Zurich Versicherung fand gestern Abend in Spreitenbach statt. Das Preisgeld beträgt 25'000 Franken. Ausgezeichnet wurde das EWO, weil es seit 2014 gemeinsam mit der Zentralbahn Elektrotankstellen installiert und betreibt.

Derzeit gibt es fünfzehn Elektrotankstellen in Obwalden, sieben davon werden direkt vom EWO betrieben (an Bahnhöfen in den Gemeinden sowie auf dem Gemeindeparkplatz in Kerns). «Obwalden ist der erste Schweizer Kanton, in dem jeweils im Umkreis von rund 15 Kilometern eine Elektrotankstelle zur Verfügung steht», begründet Roland Betschart, Projektleiter Zurich Klimapreis, die Auszeichnung für das EWO. Zudem leiste das EWO einen Beitrag zum Klimaschutz, indem es Autohändler und deren Kunden zum Thema Elektro­mobilität berate.

Das wirkt sich auch in der Statistik aus: In Obwalden ist die Elektrofahrzeugquote – aktuell sind rund 114 Fahrzeuge imma­trikuliert – dreimal höher als in der Gesamtschweiz. Gelobt wird zudem, dass der Strom für die Elektrotankstellen aus der lokalen Wasserkraft produziert wird.

Die Elektrotankstellen an den Bahnhöfen dienen vor allem Park-and-ride-Kunden. «Im Schnitt wird über die sieben öffentlichen Elektrotankstellen pro Tag zweimal ein Fahrzeug geladen», sagt EWO-Geschäftsleiter Thomas Baumgartner. Wer ein Elektrofahrzeug besitzt, hat meistens daheim eine eigene Ladestation. «Das ist der Normalfall», so Baumgartner. «Unsere Tankstellen, die wir gemeinsam mit der Zentralbahn realisiert haben, sind eine Art Versicherung: Autofahrer in Obwalden können sich darauf verlassen, dass im Umkreis von 15 Kilometern eine Elektrotankstelle vorhanden ist.» Noch ist die Benutzung gratis. «Früher oder später» werde das Angebot aber kostenpflichtig, sagt Baumgartner. «Wir behalten den Markt im Auge.» Wichtig sei, dass ein allfälliges Verrechnungssystem für die Kunden möglichst einfach zu handhaben ist.

Gewöhnungsbedürftig ist der fehlende Motorenlärm

Das EWO hat in seiner Fahrzeugflotte selbst zwei Elektroautos im Einsatz. Auch Thomas Baumgartner fährt hin und wieder damit. «Dass man sie praktisch nicht hört, ist am Anfang sicher gewöhnungsbedürftig», schildert er seine Erfahrungen. «Fussgänger nehmen ein Elektroauto kaum wahr.» Deshalb fahre man tendenziell vorsichtiger. Von der Leistung her – zum Beispiel beim Überholen eines Traktors auf einer Landstrasse – könne ein Elektroauto mit einem «Benziner» mehr als nur mithalten.

Der Zurich-Klimapreis zeichnet Projekte aus, die einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz leisten. Zurich Schweiz vergibt den Preis alle zwei Jahre, gestern fand die Verleihung zum dritten Mal statt. Rund 100 Projekte aus der Schweiz und Liechtenstein wurden eingereicht.

Adrian Venetz

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