Spatenstich
EWO-Neubau: Das erste Dach ist eingerissen

Mit dem Spatenstich läutet das EWO eine neue Phase auf dem Weg zum neuen Hauptgebäude ein. Ganz alles wird allerdings nicht abgerissen.

Matthias Piazza
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Der Betonbeisser reisst das erste Dach des alten EWO-Verwaltungsgebäudes ein.

Der Betonbeisser reisst das erste Dach des alten EWO-Verwaltungsgebäudes ein.

Bild: Matthias Piazza (Kerns, 21. Mai 2021)

Unter den gewaltigen Kräften des Betonbeissers stürzte das erste Dach des alten Hauptgebäudes des Elektrizitätswerks Obwalden (EWO) am Dorfrand von Kerns krachend und stiebend zu Boden. Mit dem symbolträchtigen Akt am Freitagabend im Beisein von Vertretern von Kantonsregierung und der Obwaldner Gemeinden wurde ein weiterer Meilenstein auf dem Weg zum Neubau gesetzt. Das alte Gebäude von 1970 wird in den nächsten zwei Monaten bis auf die Rohbaustruktur des Kopfbaus und Teile des Untergeschosses abgebrochen. Denn diese Teile sind noch in guter Verfassung, im Gegensatz zur sanierungsbedürftigen Gebäudehülle.

Bagger werden 11'000 Kubikmeter Erdmaterial ausheben, bevor dann im August die Arbeiten für den Neubau beginnen. Wenn alles wie geplant läuft, steht bis Ende Jahr der Rohbau der Einstellhalle und die Treppenhäuser. Bis im Frühling 2023 soll das neue Hauptgebäude für rund 18 Millionen Franken dann bezugsbereit sein.

EWO-Geschäftsführer Thomas Baumgartner sprach von einem Meilenstein. «Mit dem neuen Hauptgebäude schaffen wir eine wichtige Basis für die aktuelle und zukünftige Entwicklung des EWO zum Gesamtenergiedienstleister.» So produziert das Elektrizitätswerk Obwalden schon seit längerem nicht nur Strom. Eine immer wichtigere Rolle spielen Dienstleistungen in den Bereichen Elektroinstallationen, Gebäudeautomation, Fotovoltaik und Elektromobilität. So tritt das Unternehmen neu bei Firmen und Privatkunden auch als Investor für Fotovoltaikanlagen und Elektroladestationen auf. Auch seien mit dem vergrösserten Neubau die Platzprobleme behoben, die sich in den vergangenen Jahren mit dem Zuwachs an Mitarbeitern akzentuiert hätten.

Auch Verwaltungsratspräsident Walter Ettlin hielt fest:

«Das alte Hauptgebäude konnte mit der Entwicklung, die das EWO in den vergangenen 15 Jahren durchlief, nicht mehr mithalten.»

Baudirektor Josef Hess gab in seiner Ansprache seinem Dank für den Mut und das Engagement des EWO zur Realisierung dieses «anspruchsvollen Grossprojektes» Ausdruck. Der Kanton Obwalden dürfe stolz und glücklich sein, zusammen mit den sieben Obwaldner Gemeinden Eigentümer des Elektrizitätswerks Obwalden zu sein. «Nicht nur, weil das EWO die Staats- und Gemeindekassen seit Jahren mit äusserst willkommenen fünf bis sechs Millionen Franken pro Jahr alimentiert, sondern auch, weil unser EWO im anspruchsvollen Strom- und Energiemarkt erfolgreich wirtschaftet.»

Der Kernser Gemeindepräsident Beat von Deschwanden hob die wirtschaftliche Bedeutung des EWO für Kerns hervor. Sei es doch zu einem der grössten Arbeitgeber der Gemeinde geworden. Dass das EWO seinen Neubau am selben Standort realisiere, freue ihn darum ganz besonders.

Ende einer langjährigen Planungsphase

Mit dem Spatenstich geht eine langjährige Planungsphase zu Ende. Denn bereits 2015 fiel mit dem Entscheid des Verwaltungsrates der Startschuss für die Planung des neuen Hauptgebäudes. Vier Jahre später erhielt die Planergemeinschaft Roger Durrer Architektur GmbH (Sarnen) und Architektur 3 AG (Kerns und Buochs) den Zuschlag für das Projekt, bei dem das bestehende Areal neu strukturiert und nach innen verdichtet wird, was sich auch auf die Betriebsabläufe positiv auswirkt. Dabei wird auch die Dämmung verbessert. Der Gewerbetrakt wird im Minergie-Standard gebaut, der Bürotrakt gar im Minergie-A-Standard. Dabei produziert das Gebäude mindestens so viel Energie selbst, wie es verbraucht.

Das alte EWO-Verwaltungsgebäude in Kerns.

Das alte EWO-Verwaltungsgebäude in Kerns.

Bild: PD (6. September 2013)

Im viergeschossigen Kopfbau werden der Empfang mit Ausstellungs- und Besprechungszone im Erdgeschoss sowie Büro im Obergeschoss untergebracht. Herzstück des neuen Hauptsitzes bildet der benachbarte Trakt mit Netzleitstelle, Sitzungszimmer und Büros. Lager und Werkstätten werden im Logistiktrakt untergebracht, zusammen mit Parkplätzen für Besucher, Mitarbeiter sowie Mannschafts- und Einsatzfahrzeuge.

Weil der Betrieb ja nahtlos weitergehen muss, hat das EWO zwischen Mitte Januar und Mitte Mai dieses Jahres sein ganzes Hauptquartier gezügelt. Die rund 130 Mitarbeiter sind in den nächsten zwei Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Reinhard AG in Sachseln stationiert. Rund 6000 Artikel auf rund 1000 Paletten mussten gezügelt werden. Diese Zügelaktion ging laut Thomas Baumgartner problemlos und unfallfrei über die Bühne. Besonders erleichtert ist er, dass die Leitstelle, also das Nervenzentrum, am provisorischen Ort tadellos funktioniert und auch die heikle Phase ihres Umzugs gut klappte, als man auf die Reserveleitstelle in Sarnen zurückgreifen musste.

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