OBWALDEN: FDP zieht André Windlin Krawatte an

Die FDP ist voller Zuversicht für den zweiten Wahlgang: André Windlin soll es auch dank neuem Auftritt definitiv in den Ständerat schaffen.

Markus von Rotz
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Der «neue» André Windlin auf dem druckfrischen Flyer. (Bild Markus von Rotz)

Der «neue» André Windlin auf dem druckfrischen Flyer. (Bild Markus von Rotz)

Markus von Rotz

Der Aufmarsch war nicht gewaltig am Donnerstagabend in Engelberg, dafür erlebten die gut 30 erschienenen Mitglieder einen gut gelaunten Parteipräsidenten Boris Camenzind, der zu einem «Parteitag ohne Stress und Stimmenzähler» begrüsste. Als Gast war auch die abtretende FDP-Fraktionspräsidentin im Bundeshaus, die Urner Nationalrätin Gabi Huber, mit dabei. Sie habe damals mit ihrer Präsenz bei der Nomination von Ständeratskandidat André Windlin schon für den ersten Wahlgang «Glück gebracht», nun soll sie «auch den zweiten Wahlgang in Schwung bringen».

Auch wenn der 18. Oktober einen Dämpfer gegeben habe, weil man ein besseres Resultat erwartet hatte, und man sich «sogar Gedanken gemacht hat, die Kandidatur zurückzuziehen, falls die SVP auch wieder antritt», entschloss sich die FDP zum zweiten Wahlgang, auch «weil wir länger nicht wussten, was die SVP macht», sagte Camenzind.

«Sollte uns gelingen»

Doch am Donnerstag verbreitete er klare Aufbruchstimmung. «Ich bin wirklich von der Chance überzeugt. Vielleicht haben wir André Windlin im ersten Wahlgang etwas unter Wert verkauft, er würde sicher ein guter Ständerat, er kann das», bekräftige Camenzind. Der abtretende Ständerat Hans Hess gab sich zudem überzeugt: «Es sollte uns gelingen, wenn wir alle am gleichen Strick ziehen.» Camenzind, Hess und Windlin selber riefen die Anwesenden auf, Multiplikatoren zu sein, alles zu unternehmen für diesen Sitz. Das Mobilisieren sei auch darum wichtig, weil man von einer tieferen Wahlbeteiligung ausgehen müsse, sagte Windlin. Gabi Huber doppelte nach: «Setzen Sie alle Hebel in Bewegung, damit André Windlin die 50. Legislatur als Ständerat antreten kann.»

Hilfe von der Zentrale

«Wir haben die Werbung ganz neu gestartet, mit einem neuen Erscheinungsbild und neuen Werbemitteln», sagte Camenzind, und berichtete von einer grossen Unterstützung des FDP-Generalsekretariats schon am Montag nach den Wahlen. «Das motivierte uns sehr.» Im Detail ging Camenzind auf den neuen Auftritt allerdings nicht ein, abgesehen von einer aufgefrischten Webseite. Später beim Apéro wollte dann Peter Zwicky aus Sarnen von André Windlin wissen, was denn so neu sei. «Unter anderem die Krawatte», sagte dieser – mit dem Hinweis, dass für die FDP Schweiz Kandidatenbilder ohne Krawatte wie im ersten Wahlgang ein «No go» seien.

Nicht der Fleissigste

Gabi Huber war auch eingeladen worden, um Ständerat Hans Hess zu verabschieden, auch wenn dieser das eigentlich nicht wollte, wie Camenzind verriet. Auch für den Fraktionsabschied in Bern habe er sich am Schluss der letzten Session entschuldigen wollen, berichtete Gabi Huber. Doch sie sei stolz, dass sie ihn vom Gegenteil habe überzeugen können. «Er musste erkennen, dass zu einem guten Abgang auch ein bewusster Abschied gehört, und ich glaube fest, dass es ihm an diesem Abend nicht so schlecht gefallen hat.» Apropos Entschuldigungen: «Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, Hans Hess wäre der fleissigste Teilnehmer an den Fraktionssitzungen gewesen.» Er habe sie oft im Nationalratssaal besucht, um sich von einer Sitzung abzumelden, «und das hat er jeweils tief schürfend erklärt.» Aber wenn es darauf ankam, sei er präsent gewesen.

Hans Hess habe schon nach drei Tagen in Bern den ersten Vorstoss eingereicht zum Thema Geldspielautomaten, er habe sich 438 mal zu Wort gemeldet und sei «hüben und drüben ein sehr beliebter Ständeherr gewesen». Für Obwalden habe er sich «ganz stark und intensiv eingesetzt».

Boris Camenzind schloss die Versammlung mit einer kurzen Verabschiedung von Gabi Huber, mit der er immer gerne und gut zusammengearbeitet habe. Er zitierte aus dem Kommentar von Thomas Bornhauser, Chefredaktor unserer Zeitung, der Huber «viel Unaufgeregtheit, verbunden mit klarem Denken und konsequentem Respekt gegenüber der Arbeit und dem Denken anderer» attestiert und sich deshalb fürs neue Parlament «viele neue Hubers» gewünscht hatte. Camenzind: «Ein wunderbares Kompliment.»