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OBWALDEN: Frust, aber auch Lust für die IG Bike

Für ein Miteinander von Wanderern und Bikern setzt sich die IG Bike seit einem Jahr ein. Es harzt dabei nicht nur auf der politischen Ebene ihrer Arbeit.
115 solcher roter Tafeln, wie hier bei der Schrottenegg, zieren die neue O-Tour-West-Route. (Bild PD)

115 solcher roter Tafeln, wie hier bei der Schrottenegg, zieren die neue O-Tour-West-Route. (Bild PD)

Christoph Riebli

Einjährig ist die IG Bike Obwalden inzwischen. 280 Mitglieder haben sich der Gruppierung angeschlossen. Klar weniger, als man sich bei der Gründung an der letztjährigen O-Tour in Alpnach erhofft hatte. Drei verdiente Mitglieder des sechsköpfigen Führungsgremiums legen ihre Arbeit nun nieder, hauptsächlich aus persönlichen Gründen. Aber auch weil die Arbeit im Vorstand aufwendig ist. «Wir waren für einen Moment selbst unsicher, ob wir weitermachen», gesteht Reto Wallimann in Bezug auf die verbleibende Kerntruppe ein. «Der Druck auf uns ist sehr gross. Wir sind alle zu 100 Prozent oder mehr berufstätig und haben gar nicht die Möglichkeit, alles selbst zu stemmen.» Arbeit gebe es nämlich mehr als genug.

Generationen- und Nutzungskonflikt

Dass sich Wanderer, Förster oder auch Jäger durch die immer stärkere Präsenz der Biker auf ihren angestammten Wanderwegen nervten, ist für Wallimann klar auch ein Generationenkonflikt. «Und die Schere geht immer weiter auf», betont er. Einerseits lege der Bike-Sport in Obwalden allgemein zu, andererseits finden durch den technologischen Fortschritt, wie mit Elektromotoren ausgestattete E-Bikes, immer mehr Leute von der Strasse den «Weg» in den Wald und ins Gebirge, unabhängig ihrer Fitness. Folge: Die Nutzungskonflikte steigen.

«Für uns gibt es dabei nur einen Weg: das Miteinander», stellt Reto Wallimann klar, «Stichwort: Biken mit Toleranz». Ein Thema, das sämtliche Nutzer von Wald-, Berg- und Wanderwegen angehe. Und gerade das macht der IG Bike Obwalden zu schaffen. Zwar arbeite man eng und gut mit allen Ansprechpartnern zusammen, so etwa auch mit Urs Wallimann von den Obwaldner Wanderwegen. Doch um die Annäherung von Bikern und Wanderern im Alltag steht es schlecht: «Wenn sich nur ein Biker irgendwo daneben benimmt, ist das ‹Rüpel-Klischee› bestätigt.» Und diese schwarzen Schafe gebe es in der Bike-Szene tatsächlich, bestätigt Reto Wallimann. «Wir können nichts anderes machen, als an die Biker zu appellieren. Doch es ist egal wo, irgendwer springt immer aus dem Rahmen.»

Professionalisierung nötig

Als Vermittler, so die selbst auferlegte Kernaufgabe der Gruppierung, stehe man deshalb oft an, auch bei den eigenen Leuten. «Von uns wird erwartet, dass wir aktiv sind.» Das Engagement gehe aber mittlerweile über einen vertretbaren Rahmen hinaus – mit monatlichen Sitzungen, Vertretungen bei Pro Velo Unterwalden, Swiss Cycling sowie die Erledigung der ressortabhängigen Hausaufgaben – ohne dabei die Projekte zu vernachlässigen (siehe Kasten). Eigentlich wäre bei der Vorstandsarbeit eine Professionalisierung nötig, meint Wallimann. «Wir als Biker müssten beim Kanton im Bereich Langsamverkehr mit einem gewissen fachkompetenten Pensum vertreten sein.» Doch die politischen Signale dafür stehen nicht auf Grün: In Nidwalden hat der Landrat der Schaffung einer Bike-Fachstelle eine klare Absage erteilt.

Den Kopf hängen lässt Reto Wallimann deswegen aber nicht: «Wir haben schon viel erreicht. Gerade auch was das Spinnen von Fäden in der Politik betrifft.» Doch es sei halt ein langatmiger Prozess. Und in diesen versucht sich die IG auch einzubringen, etwa bei der Vernehmlassung zum neuen Waldgesetz, das im Herbst im Kantonsrat beraten wird. Oder auch beim Unterschriftensammeln für die Veloinitiative.

Für Angebote – gegen Verbote

Was Wallimann mit seinem Engagement auf jeden Fall verhindern möchte, sind Restriktionen: «Das Schlimmste ist, wenn Verbote gesprochen werden müssen.» Gerade in Bezug auf die Freeridestrecke im Ächerli oder auch dem Singletrail beim Renggpass sei schon damit gedroht worden. «Ich bin ein angefressener Biker und möchte helfen, alles unter einen Hut zu bringen», meint er zu seiner Motivation für die zermürbende Aufgabe.

Auch in touristischer Hinsicht erkennt Wallimann den Bike-Sport als Chance für Obwalden. Für die Vermarktung arbeite man mit Obwalden Tourismus zusammen. Doch vor der Vermarktung brauche es auch Streckenangebote. Und genau dort ortet er noch ungenutztes Potenzial: «Auf Melchsee-Frutt könnte man beispielsweise eine super Freeride-Strecke für alle Anspruchsgruppen aufbauen.» Doch wenn man mit dem Bike-Sport touristisch Fuss fassen und Konflikte umgehen wolle, «sind Eingriffe in die Natur unabdingbar. Beim Skisport wird dies seit Jahrzehnten so praktiziert.»

Hinweis

Mehr Informationen zur IG Bike Obwalden unter www. www.ig-bike-obwalden.ch

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