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OBWALDEN: Fünf-Sterne-Hotel erhält Zustupf vom Kanton

Sponsort der Kanton einen Multimillionär bei seinem Hotelprojekt in Engelberg? Wofür die Kantonsgelder tatsächlich sind, erklärt Kulturdirektor Franz Enderli.
So soll das Hotel Titlis Palace nach Renovation und Umbau dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So soll das Hotel Titlis Palace nach Renovation und Umbau dereinst aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Christoph Riebli
christoph.riebli@obwaldnerzeitung.ch

Der Regierungsrat hat der Bauherrschaft des Fünf-Sterne-Hotelprojekts Hotel Titlis Palace einen einmaligen Kantonsbeitrag von maximal rund 500000 Franken an die Gesamtrestaurierungskosten zugesprochen und beim Bundesamt für Kultur einen Bundesbeitrag in derselben Höhe beantragt. Das hat die Regierung am Freitag mitgeteilt.

Weshalb das, schliesslich gehört Investor Yunfeng Gao gemäss dem Wirtschaftsmagazin «Forbes» zu den 400 reichsten Chinesen? «Wir beteiligen uns keineswegs an den Ausbaukosten, etwa für eine neue Heizung», erklärt Kulturdirektor Franz Enderli auf Anfrage. Vielmehr sei das Hotel ein Kulturobjekt von regionaler Bedeutung (siehe Kasten). Da es im kantonalen Schutzplan Engelberg aufgeführt sei, resultierten daraus rechtsverbindliche denkmalpflegerische Auflagen für die Bauherrschaft. «Das ist quasi eine Eigentumsbeschränkung, da der Besitzer mit dem Objekt nicht machen kann, was er will», sagt Enderli weiter. Da die denkmalpflegerischen Auflagen bei einem Umbau mit Mehrkosten verbunden seien, beteilige sich die Öffentlichkeit mit einem Beitrag – gestützt auf die Denkmalschutzverordnung: «Das ist ein standardisiertes Verfahren und hat nichts mit den Besitzverhältnissen des Eigentümers zu tun.»

Es sei tatsächlich ein grosser Betrag, der so in Obwalden nicht oft vergeben werde, so der Kulturdirektor weiter. Von einem ähnlichen hohen Betrag habe aber beispielsweise auch schon die Restaurierung des Majorenhauses in Alpnach profitieren können. Beitragsberechtigt seien zudem auch kleinere Sanierungsprojekte von geschützten Kulturobjekten – unter Begleitung der Denkmalpflege.

9 Millionen Franken für direkte Auflagen

Zurück nach Engelberg: 2011 hat Yunfeng Gao den «Europäischen Hof» gekauft. Voraussichtlich 2019 möchte er die Anlage samt Erweiterungsbau als Hotel Titlis Palace im Fünf-Sterne-Segment lancieren – ein 100-Millionen-Franken-Projekt. Rund 9 Millionen Franken betrachtet der Kanton als anrechenbare Kosten bezüglich des Denkmalschutzes am «Europäischen Hof». Exakt 5,55 Prozent davon übernimmt nun die öffentliche Hand.

Für die Gesamtrestaurierung hat die Denkmalpflege folgende relevanten Punkte definiert:

  • Restaurieren der Putzfassaden und Balkone sowie der weiteren architektonischen Gliederungselemente.
  • Wiederherstellung des ungünstig veränderten Daches.
  • Energetische Sanierung der bauzeitlichen Fenster in den Gesellschaftsräumen des Hochparterres sowie fachgerechter Ersatz der übrigen Fenster.
  • Umfassende Restaurierung der Platten- und Parkettböden, Stuckmarmorsäulen, Sockelverkleidungen, Wandtäfer, Stuckdecken und Türelemente (weitgehend auch in den Zimmern).

Zeuge der Belle Epoque

Der palastartige «Europäische Hof» wurde in der Belle Epoque 1902/03 als «Grand Hotel» erbaut – im Auftrag des Engelberger Hotelpioniers und ehemaligen Talammanns Eduard Cattani (1841–1908). Architekt war sein Bruder Arnold Cattani (1846–1921), der in Engelberg auch die Kuranstalt mit dem zugehörigen Festsaal (heute Kursaal) geplant hatte. Mit diesen repräsentativen Hotelbauten hatten die Cattanis bedeutenden Anteil an Engelbergs Entwicklung zum internationalen Kur- und Ferienort. Nach den beiden Weltkriegen wurde die Kuranstalt 1953 abgebrochen, der Kursaal 2010 unter Begleitung der Denkmalpflege restauriert. (pd)

Der chinesische Investor Yunfeng Gao vor dem Hotel Europäischer Hof. (Bild: Keystone/Urs Flueeler)

Der chinesische Investor Yunfeng Gao vor dem Hotel Europäischer Hof. (Bild: Keystone/Urs Flueeler)

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