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OBWALDEN: Für Lungern-Schönbüel gibts neue Hoffnung

Investoren aus der Region wollen die Bahn mindestens bis Turren retten. Der erste Schritt ist ein Baugesuch für die Talstation.
Markus von Rotz
Bei der Talstation in Lungern sind unter anderem auch Wohnungen geplant. (Bild Christoph Riebli)

Bei der Talstation in Lungern sind unter anderem auch Wohnungen geplant. (Bild Christoph Riebli)

Das Baugespann bei der Talstation der Luftseilbahn von Lungern zur Bergstation Turren steht seit dieser Woche. Es lässt erahnen, was geplant ist. Volkswirtschaftsdirektor Niklaus Bleiker erklärt auf Nachfrage: «Es ist ein An- und Umbau geplant. Neben einem grösseren Warteraum und neuen Toiletten sollen auch ein paar Wohnungen angebaut werden.» Diese sollen unter anderem auch Angestellten der Bahn zur Verfügung stehen.

Aussicht als Trumpf erhalten

Angestellte der Bahn? Ja. Es tut sich etwas Konkretes, um die Bahn zumindest bis Turren zu retten. Bleiker hat sich persönlich starkgemacht dafür: «Ich übernahm eine Vermittlerrolle, weil ich finde, eine abgerissene Bahn kommt nicht so schnell wieder.» Die Aussicht auf Turren und auf Schönbüel sei ähnlich einzigartig wie das Fischen im Lungernsee: «Wir müssen versuchen, das zu erhalten.» Darum habe er seine Dienste angeboten.

Das Baugesuch für die Talstation wird im nächsten Amtsblatt veröffentlicht. Dahinter steht «eine Gruppe von Investoren aus der Region. Sie möchte damit den Abbruch der Seilbahn in letzter Minute verhindern», heisst es in einer Mitteilung aus Bleikers Departement. Die Regierung, der Gemeinderat Lungern und die Teilsame (Korporation) Obsee stünden hinter dem Vorhaben.

«Keine Ausländer»

Mehr über die Investoren will Bleiker noch nicht verraten. Nur so viel: «Es sind keine Ausländer dabei.» Damit spricht er darauf an, dass sich die Lungerer bekanntermassen mit nichtschweizerischen Investoren schwertäten. Die Frage, ob es nur Obwaldner seien, lässt er offen. «Die Investoren werden sich und ihre Pläne Ende Juli im Detail vorstellen.» Voraussetzung dafür ist, dass zuvor die Baubewilligung für den Aus- und Umbau vorliegt. Dies sei «das zentrale Element eines neuen Konzepts für die Erschliessung des Gebiets Lungern-Turren-Schönbüel». Ob das mehr bedeutet als nur die Rettung der Bahn bis Turren, ist derzeit offen. «Wir reden im Moment nur von einem Baugesuch für die Talstation», sagt Bleiker.

Neue Konzession denkbar

Die Turren-Bahn wurde genau untersucht. «Das Seil wurde geprüft, die Bahn wurde bewegt.» Spezialisten der Firma Garaventa gehen laut Bleiker davon aus, dass es mit grösseren Investitionen möglich ist, eine Konzession für weitere 20 Jahre zu erhalten. Allerdings müsse einiges ersetzt werden, weil die Bahn nun auch länger gestanden sei.

Seile müssen noch nicht weg

Bis Ende April hätten die Seile der Luftseilbahn und der Sesselbahn Turren–­Schönbüel auf Geheiss des Bundes aus Sicherheitsgründen entfernt werden müssen. Auf Antrag des Volkswirtschaftsdepartements hat der Bund nun einen Aufschub bis im August gewährt. Damit wird den Investoren mehr Zeit für die Prüfung ihrer Pläne eingeräumt.

Anfang Jahr hatte Bleiker gesagt, es sei mit Kosten von 7 Millionen Franken zu rechnen. Nun kommen noch die Baupläne an der Talsation dazu. Damals glaubte er zudem angesichts der Standschäden und des Erneuerungsbedarfs nicht an einen kostendeckenden Betrieb. Die letzte Aussage habe er auf Basis des bisherigen Betriebskonzepts gemacht. «Wer in die Bahn investiert, wird ein neues, kostendeckendes Konzept verfolgen. Es ist eines der wichtigsten Ziele, eine nachhaltige Lösung zu erreichen, nicht dass wir in fünf bis zehn Jahren wieder so weit sind wie heute», sagt Bleiker.

Die Bahnanlagen stehen seit März 2013 still. Die Panoramawelt Lungern Schönbüel AG war seit 1960 der dritte Betreiber der Anlagen und der zweite, der pleite ging.

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