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OBWALDEN: Gardisten besuchen ihren Schutzpatron

600 Jahre Bruder Klaus strahlen bis in den Vatikan aus. Ehemalige und aktive Schweizergardisten werden die Wirkungsstätte des Nationalheiligen besuchen. Seine Präsenz ist auch im Gardistenalltag spürbar.
Matthias Piazza
Schweizergardisten kürzlich bei ihrer Vereidigung. (Bild: EPA/Alessandro Di Meo (Vatikan, 6. Mai 2017))

Schweizergardisten kürzlich bei ihrer Vereidigung. (Bild: EPA/Alessandro Di Meo (Vatikan, 6. Mai 2017))

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

Der kommende 1. Juli ist für aktive und ehemalige Schweizergardisten ein denkwürdiger Tag. Mit einem Gebet am Grab von Bruder Klaus in der Kirche Sachseln und einem feierlichen Gottesdienst auf dem Pilgerplatz (bei schlechtem Wetter in der Mehrzweck­halle), zelebriert vom Weih­bischof und ehemaligen Gardekaplan Alain de Raemy, gedenken sie ihres Schutzpatrons. «Wir wurden von Mitgliedern der Vereinigung ehemaliger päpstlicher Schweizergardisten angefragt, ob wir bereit wären, einen Anlass zum 600. Geburtstag von Bruder Klaus zu organisieren», erzählt Benjamin Winter, OK-Präsident der Wallfahrt und Präsident der Sektion Zentralschweiz.

Die aktive Garde in Rom bekundete ebenfalls Interesse an der Teilnahme. Und so werden sich am 30. Juni rund 40 aktive Gardisten (ebenfalls in Zivil) mit dem Kommandanten Christoph Graf nach Obwalden aufmachen. Die übrigen zwei Züge reisen später gestaffelt an, um den Dienstbetrieb im Vatikan aufrechterhalten zu können.

Bruder Klaus als Verbindung zur Schweiz

Unterstützt wird die Wallfahrt auch vom Kanton Obwalden, der am 6. Mai als Gastkanton an die feierliche Vereidigung von 40 jungen Schweizergardisten in den Vatikan geladen war (wir berichteten). Die enge Verbindung zwischen dem Nationalheiligen und der päpstlichen Schweizergarde kommt nicht von ungefähr. Der frühere Gardekaplan Paul M. Krieg machte sich nach dem Zweiten Weltkrieg in Rom für die Heiligsprechung des Einsiedlers stark. «Bruder Klaus spielt im Leben der Schweizergardisten auch insofern eine Rolle, als er als Landespatron eine Verbindung in die Schweiz darstellt», hält Benjamin Winter (38) aus Gelfingen fest, der zwischen 1999 und 2002 für Papst Johannes Paul II. diente. Es gebe auch biografische Parallelen. «Bruder Klaus war ebenfalls Soldat gewesen, bevor er sich als Einsiedler zurückzog.» Der Nationalheilige ist auch im Alltag im Vatikan ein ständiger Begleiter, hat auf der Spitze der Gardefahne, dem Brustpanzer eines Gardisten und auch in der Nische der Gardekapelle seinen Platz. «Für die Gardisten dürfte die Wallfahrt etwas Besonderes sein. Viele besuchen wohl zum ersten Mal die Wirkungsstätte unseres Nationalheiligen.»

Einmal Gardist, immer Gardist

Die meisten dienen zwei Jahre in der päpstlichen Schweizergarde. Trotzdem: einmal Schweizergardist, immer Schweizergardist. «Die Verbindung geht über die aktive Zeit hinaus», so Winter. So gehören allein der Zentralschweizer Sektion rund 200 Ehemalige an – vom 24- bis zum 92-Jährigen. Die Kameradschaft zu pflegen und die Kontakte zu ehemaligen Gardekameraden beizubehalten, sind zwar auch Bestandteile des Vereinslebens. Eine wichtige Tätigkeit ist aber auch die «Öffentlichkeitsarbeit». So sind die Alt-Gardisten in Uniform jeweils an Fronleichnam mit den Herrgotts­kanonieren in der Stadt Luzern präsent oder bei der Gedenkfeier zur Schlacht bei Sempach.

Natürlich wohnen die Ehemaligen auch den Vereidigungen der neuen Gardisten bei, unterstützen auch den Festakt. Nachwuchsförderung wird besonders grossgeschrieben. «Unsere Un­terstützung ist für die Förderung von neuen Schweizergardisten äusserst wichtig», ist Winter überzeugt. So werden die Alt-Gar­disten am Minifest vom 10. September auf der Luzerner Allmend, bei dem rund 8000 Ministranten erwartet werden, die Werbetrommel für den Gardedienst rühren. Früher war der Dienst für den Heiligen Vater oft die einzige Möglichkeit, ins Ausland zu kommen. Doch auch heute habe die Tätigkeit nichts von ihrem Reiz eingebüsst. «Als Gardist ist man als Visitenkarte des Papstes und der Schweiz oft im Brennpunkt, durch den abwechslungsreichen Dienst erlebt man viel, begegnet Touristen aus aller Welt, erlernt Fremdsprachen», erinnert sich Benjamin Winter. Auch habe er die Kirche von einer neuen Seite kennen gelernt.

Hinweis

Für interessierte Schweizer (16- bis 18-jährig) findet jeweils im Herbst eine Schnupperwoche statt (irs@gsp.va).

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