OBWALDEN: Gasser rockt mit «Nazareth»

Neues Album, neuer Bassist und Tournee mit den Rocklegenden von Nazareth: Bei Luke Gasser geht im Oktober die Post ab.

Philipp Unterschütz
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Luke Gasser auf der Europa Tournee 2014 in Stuttgart als Vorgruppe von Doro mit Bassist Pascal Zwyssig (links) und Drummer Riodi Halter (rechts). (Bild: PD/Mike Weibel)

Luke Gasser auf der Europa Tournee 2014 in Stuttgart als Vorgruppe von Doro mit Bassist Pascal Zwyssig (links) und Drummer Riodi Halter (rechts). (Bild: PD/Mike Weibel)

«Nur mit einer Band als Vorgruppe auf Tournee zu gehen, weil sie berühmt ist, ist für mich nicht interessant», sagt Luke Gasser. «Die Musik der Gruppe muss mir selber etwas bedeuten.» Und genau dies ist bei Nazareth der Fall. Er sei mit der Musik der schottischen Hardrock-Band aufgewachsen. «Für mich zählte sie immer zu meinen Lieblingsbands», erzählt Luke Gasser. Die 1968 gegründeten Nazareth gehörten in den 70er-Jahren ebenso zu den prägenden Gruppen des Hardrocks wie Deep Purple, Led Zeppelin oder Uriah Heep. Bis heute haben sie rund 60 Millionen Alben verkauft. Und auch wenn sie nicht mehr die ganz grossen Stadien füllen, ihr Legendenstatus ist ungebrochen. Dass Luke Gasser mit einer solche Band als Einheizer auf Tour gehen kann, bedeutet nach der Europa-Tournee mit der deutschen Metal Queen Doro einen weiteren Schritt vorwärts.

Management mit Netzwerk

Bands wie Nazareth werden natürlich von Angeboten möglicher Vorgruppen geradezu überschwemmt. «Dass sie uns persönlich ausgewählt haben, macht schon stolz», freut sich Luke Gasser. «Es ist aber auch eine Herausforderung, für eine solche Legende die Show zu eröffnen.» Die Tournee mit Nazareth führt im Oktober durch Deutschland, Österreich, Polen, Teschechien und die Slowakei. «Es sind knapp 20 Konzerte in Hallen für bis zu 2000 Fans. Der Ticketvorverkauf läuft offenbar schon sehr gut.» Dass Luke Gasser mit seinem Trio die Konzerte mit Nazareth spielen kann, hänge auch mit seinem neuen, deutschen Management zusammen, das er seit diesem Frühling habe. «Die verfügen einfach über ein besseres Netzwerk, als ich es hierzulande hatte.» Die Tournee gehöre denn auch in eine Gesamtstrategie, um sein neues Album zu promoten.

Neues Album ab Ende Oktober

«Rock ’n’ Roll Welfare» wird das neue Album von Luke Gasser heissen. Es erscheint offiziell am 30. Oktober. Besucher der Tour werden es allerdings schon an den Konzerten kaufen können. Zwölf Titel hat Luke dafür im Foolpark Studio in Kriens eingespielt. «Das Album wird wuchtiger und dreckiger klingen als meine letzte CD ‹Flicker›», kündigt der Obwaldner Hardrocker an. «Wir haben das Meiste live eingespielt und die Energie von der vorangegangenen Tournee mitnehmen können.» Unter den Songs ist auch ein Coversong, der ebenfalls mit der Tour in Verbindung steht, weil er dort an jedem Konzert gewaltig eingeschlagen habe. Big Joe Williams Blues­song aus dem Jahr 1935 «Baby Please Don’t Go» ist ein oft gecoverter Song. Luke Gasser präsentiert ihn in einer 6-Minuten-Version, «wie man ihn noch nicht gehört hat».

Zach Prather ist neuer Bassist

Aufgenommen hat Luke Gasser das neue Album noch in der Besetzung, die mit Doro auf Tournee war. Auf der nächsten Konzertreise nicht dabei ist der Bassist Pascal Zwyssig. «Er hat aus Zeitgründen nicht mit auf die Nazareth-Tour gekonnt. Diese Einladung mussten wir aber unbedingt annehmen.»

Doch Luke Gasser hat bereits einen Ersatz gefunden. Neu am Bass ist Zach Prather. Der in Luzern wohnhafte Amerikaner hat mit seiner eigenen Band schon mehrere Alben mit rockigem Blues aufgenommen und auch an Konzerten mit seinem Gesang, Gitarrenspiel und seiner Bühnenpräsenz überzeugt. Es sei spannend, mit einem Mann zu spielen, der schon mit Leuten wie Luther Allison, Screamin Jay Hawkins und Mick Jagger auf der Bühne gestanden sei. «Wir haben bereits einige Male geprobt und es rockt», sagt Gasser. «Mir ist das bluesige Element auch sehr wichtig, eine Konzeptänderung wird es aber nicht geben. Es bleibt meine Musik.»

Die Kirche muss warten

Während Luke Gasser im Oktober die Bühnen mit Nazareth rocken wird, muss ein anderes, grosses Projekt des Künstlers pausieren. Seit Juli ist der gelernte Bildhauer daran, sein Gestaltungskonzept für den Neubau der katholischen Kirche Bonstetten umzusetzen. Vor Jahren habe er das Relief für die Glocken gestaltet. Nun habe man sich an ihn erinnert und ihn bereits bei der Planung miteinbezogen. Im Mai 2016 muss Gasser das Projekt abschliessen, die Einweihung ist im Juni 2016.

Hinweis

Warm-up-Konzert am Samstag, 19. September, in der «Garage» in Giswil. www.lukegasser.ch