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OBWALDEN: «Geburtswehen» sind überstanden

Erstmals hat der Bund gestern den Medien Zutritt ins Asylzentrum gewährt. Die Hauptbotschaft lautet: alles im grünen Bereich. Vorwürfe seien fehl am Platz.
Deutschkurs für die Asylsuchenden. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)

Deutschkurs für die Asylsuchenden. (Bild: Manuela Jans-Koch / Neue LZ)

Asylzentrum: Weitere Bilder finden Sie unter www.obwaldnerzeitung.ch/bilder

Adrian Venetz

Die schwierige Lage im Asylbereich habe den Bund zum raschen Handeln gezwungen. «Das Bundesasylzentrum auf dem Glaubenberg musste deshalb sehr schnell eröffnet werden», räumte Barbara Büschi, stellvertretende Direktorin des Staatssekretariats für Migration (SEM), gestern bei einem Augenschein vor Ort ein. Der Bund hatte Medienvertreter sowie Behörden von Kanton und Gemeinde zu einem Rundgang eingeladen, «damit sie sich selbst ein Bild machen können», so Büschi. Das Bundeszentrum auf dem Glaubenberg sei ein «exzellentes Beispiel» für eine gelungene Zusammenarbeit zwischen Bund, Kanton und Gemeinde.

«Do you like it here?»

Die Medienvertreter erhielten beim einstündigen Rundgang Einblick in die verschiedenen Aufenthaltsräume, Lagerräume und teils auch in die Schlafzimmer. In einem Spielzimmer waren Kinder am Malen, in einem anderen Raum besuchten vorwiegend junge Asylsuchende einen Deutschkurs. Viele junge Männer sassen vor dem Fernseher und beäugten die vorbeiziehenden Kameraleute und Politiker teils kritisch, teils belustigt und neugierig. «Do you like it here?» (Gefällt es dir hier?) – dies war gestern die meistgestellte Frage der Medienvertreter. «Yes» oder «Okay» war dann stets die Antwort, negativ äusserte sich niemand.

Den Medienvertretern und Behörden bot sich gestern ein angenehmes Bild: Die Räume waren sauber und ordentlich, der Betrieb verlief ruhig und geregelt. Dies sei der Normalfall, wurde von den Verantwortlichen verschiedentlich betont. Will heissen: Man habe das Zentrum nicht extra für den Medienbesuch «herausgeputzt». Die Kinderspielgruppe und der Deutschkurs, so räumte ein Vertreter der Betreiberfirma ORS ein, habe man zeitlich etwas verschoben, damit sich die Besucher auch davon ein Bild machen können.

Kritik an Berichterstattung

Die Obwaldner Justiz- und Sicherheitsdirektorin Maya Büchi lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Bund. «Ich werde täglich informiert über den Gesundheits- und Hygienezustand.» Büchi kritisierte in diesem Zusammenhang einen Artikel in unserer Zeitung. Darin hatte eine ehemalige Angestellte der Betreuerfirma die Zustände im Asylzentrum und die Arbeitsbedingungen kritisiert. Diese Vorwürfe, so Büchi, seien «nur Luft gewesen». Dass es «Geburtswehen» gebe, wenn ein Asylzentrum so rasch den Betrieb aufnehmen müsse, sei klar. Sorgen mache ihr die «Gerüchteküche»: «Es ist unglaublich, was da teilweise herumgeboten wird.»

Arbeitsverträge seien fair

Vor Ort war gestern auch Stefan Moll-Thissen, Chef der ORS Service AG. Die Betreuerfirma geriet in der Vergangenheit wiederholt in Kritik, unter anderem wegen ihrer Anstellungs- und Arbeitsbedingungen. Es stimme, so Moll-Thissen im Gespräch mit unserer Zeitung, dass es für Mitarbeiter eine vertraglich festgehaltene Schweigepflicht gebe. «Dies ist auch zum Schutz der Bewohner. Namen und Daten dürfen nicht einfach an die Öffentlichkeit gelangen.» Aber: «Wir haben marktübliche und faire Arbeitsverträge. Und gewisse Geschäftsgeheimnisse müssen gewahrt werden. Das ist auch bei anderen Unternehmen so.» Natürlich laufe der Betrieb nach vier Wochen besser als nach zwei Wochen. «Von grossen Startschwierigkeiten würde ich aber nicht sprechen.»

Das Staatssekretariat für Migration hat gestern auch aktuelle Zahlen geliefert. Derzeit befinden sich 252 Personen im Zentrum (167 Männer, 85 Frauen), das 400 Plätze fasst. 36 davon sind minderjährig. Die grösste Altersgruppe ist zwischen 16 und 30 Jahre alt. Die Asylsuchenden kommen vorwiegend aus Afghanistan, Syrien und dem Irak.

Blick in die Kinderspielgruppe. (Bild: Manuela Jans-Koch)

Blick in die Kinderspielgruppe. (Bild: Manuela Jans-Koch)

Blick in einen Schlafraum. (Bild: Manuella Jans-Koch / Neue LZ)

Blick in einen Schlafraum. (Bild: Manuella Jans-Koch / Neue LZ)

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