Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBWALDEN: Gesundheitskosten machen Sorgen

Der Kantonsrat hat am Donnerstag einen Beitrag von 6 Millionen Franken an das Kantonsspital beinahe einstimmig genehmigt. Freude an den steigenden Kosten hatte aber niemand.
Franziska Herger
Kantonsspital in Sarnen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Kantonsspital in Sarnen. (Bild: Corinne Glanzmann / Neue OZ)

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

Eigentlich ging es am Donnerstag im Kantonsrat beim Budget 2018 für das Kantonsspital um die ­Entschädigung sogenannter gemeinwirtschaftlicher Leistungen (GWL) des Spitals, also etwa des Rettungsdienstes, der Seelsorge oder des Sozialdienstes mit 6 Millionen Franken. Mehrere Ratsmitglieder ergriffen aber die Gelegenheit, sich grundsätzlich zu den ständig steigenden Gesundheitskosten zu äussern, allen voran Kommissionspräsident Urs Keiser (CVP, Sarnen): «Es geht darum, diejenigen Menschen zu behandeln, die Patienten sind, statt Patienten zu kreieren, die keine sind.»

Doch auch die Patienten hätten Verantwortung zu übernehmen, gab Arzt Leo Spichtig (CSP, Alpnach) zu bedenken. «Man kann nicht nach dem Motto leben: ‹Wenn ich schon so viel zahle, will ich auch alles›.» Finanzdirektorin Maya Büchi-Kaiser fasste die Misere zusammen: «Mir fehlt der Glaube, dass wir in der Zukunft im Gesundheits­wesen weniger Ausgaben haben werden. Bestenfalls können wir erreichen, dass die Ausgaben nicht mehr so stark oder schnell steigen.»

Im Sinne dieser Sparbe­mühungen hat die Regierung die vom Spitalrat beantragten 1,2 Millionen Franken zum Ausgleich der Mindereinnahmen aus der Tarmed-Teilrevision nicht ins Budget aufgenommen. Der Bundesrat will mit dieser Anpassung des Abrechnungssystems zur Spitalfinanzierung 470 Millionen Franken sparen. Hingegen enthält das Budget einen Beitrag von 2 Millionen an die Miete des Spitals von 3,5 Millionen Franken, die es nicht bezahlen kann. «Mit den zusätzlichen 550000 Franken Unterhaltskosten und Gebäudeversicherungsprämie, die der Kanton übernimmt, erachten wir die übrige Miete von rund 900000 Franken aber als tragbar», sagte der Kommissionspräsident. Auch begrüsse man, dass die Spitalleitung dieses Jahr aufgrund der Sparbemühungen des Kantons auf eine Lohnerhöhung für die Belegschaft verzichte.

Kanton trägt ein Defizit in jedem Fall

Der Rat genehmigte das Budget und den unveränderten Leistungsauftrag schliesslich mit 47 zu 1 Stimme. Walter Küchler (SVP, Sachseln), Max Rötheli (SP, Sarnen) und Daniel Wyler (SVP, Engelberg) erinnerten jedoch daran, dass ein Defizit des Kantonsspitals letztlich in jedem Fall vom Kanton zu tragen sei. Zusätzlich zu den GWL entschädigt der Kanton die stationären Behandlungskosten mit 12,9 Millionen. Dieser Betrag ist im Staatsbudget enthalten, das am Mittwoch genehmigt wurde. Der Spital-Leistungsauftrag soll 2018 im Rahmen einer neuen Gesundheitsstrategie überarbeitet werden.

«Mir fehlt der Glaube, dass wir in Zukunft weniger Ausgaben haben werden.» Maya Büchi-Kaiser, Finanzdirektorin (Bild: Markus von Rotz / OZ (Sarnen, 28. September 2017))

«Mir fehlt der Glaube, dass wir in Zukunft weniger Ausgaben haben werden.» Maya Büchi-Kaiser, Finanzdirektorin (Bild: Markus von Rotz / OZ (Sarnen, 28. September 2017))

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.