OBWALDEN: Gibelguuger Lungern wagen Neuanfang

Die Gibelguuger bereichern wieder die Fasnacht. Eine Gruppe initiativer Junger erweckte die Guuggenmusig wieder zum Leben – in letzter Minute.

Matthias Piazza
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Mit vollem Tatendrang in die neue Ära: die Gibelguuger an einem Probeweekend im November. (Bild: PD)

Mit vollem Tatendrang in die neue Ära: die Gibelguuger an einem Probeweekend im November. (Bild: PD)

Matthias Piazza

Die Rettungsaktion ist geglückt. An der diesjährigen Fasnacht sorgt eine Guuggenmusig mehr für die passenden kakofonischen Klänge in Lungern. Nebst der traditionellen Gumulu spielen nun auch wieder die Gibelguuger auf – zum ersten Mal nach fünf Jahren Dornröschenschlaf.

Zu verdanken ist der Neuanfang drei innovativen jungen Fasnächtlern. Sie gingen im vergangenen Jahr am Fasnachtsmontag auf die Suche nach Mitgliedern – und stiessen auf positives Echo. «Rund 40 Leute bekundeten ihr Interesse beizutreten», erinnert sich die neue Präsidentin Patricia Gasser.

Schliesslich traten 25 Leute dem reaktivierten Verein bei – die allermeisten Neumitglieder und ein paar Ehemalige. Für Patricia Gasser ein Erfolg. «Damit haben wir die Mindestgrösse von 20 Mitgliedern erreicht. Das ist ein guter Anfang.» Auch die Besetzung der verschiedenen Instrumente sei schliesslich aufgegangen. «Wir konnten alle Register besetzen. Einige Mitglieder zeigten sich flexibel und wichen vorläufig auf ein anderes Instrument aus», erzählt die 19-Jährige.

Rückhalt geniesst das Revival offenbar auch im Dorf. «Die Leute freuen sich, dass Lungern wieder eine zweite Guuggenmusig hat», weiss sie vom «Sami­glois Stibli» vom Dezember des vergangenen Jahres.

Vor definitiver Auflösung gerettet

Die Rettungsaktion kommt sozusagen in letzter Minute. Denn vor fünf Jahren hatten die Gibelguuger Lungrä ihre Aktivitäten eingestellt – 24 Jahre, nachdem an einer Luzerner Tagwacht bei zehn Fasnachtsbegeisterten die Idee einer eigenen Guuggenmusig aufgetaucht war.

Der Grund war der Mitgliederschwund. Der Bestand war am Schluss auf acht Mitglieder geschrumpft, in den besten Zeiten bestand der Verein aus bis zu 40 Mitgliedern. Eine Weiterführung machte keinen Sinn mehr. Wäre es dieses Jahr nicht zum rettenden Comeback gekommen, wäre der traditionsreiche Fasnachtsverein definitiv aufgelöst worden.

Soweit darf es nicht kommen, sagten sich Patricia Gasser und weitere junge Lungerer Fasnachtsbegeisterte. «Lungern braucht eine zweite, eine junge Guuggenmusig – als Alternative zur bestehenden Gumulu mit eher älteren Mitgliedern.»

Passendes Motto

Die Proben laufen auf Hochtouren, die Statuten stehen, ebenso das diesjährige Motto. Es heisst «zrug uf ä Bäsä». «Das passt zu uns Hexen, die an dieser Fasnacht einen Neuanfang wagen.» Der Name und das Logo werden von den «alten» Gibelguugern» übernommen, ebenso die Instrumente.

Gedanken, ob den Gibelguugern in ein paar Jahren zum zweiten Mal dasselbe Schicksal widerfährt, macht sich Patricia Gasser noch keine. «Momentan sind wir eine tolle Truppe und geben alles, um die Gibelguuger am Leben zu erhalten», bekräftigt sie.

Hinweis

Interessierte können am 19. Februar ab 19 Uhr im Probelokal Terri beim Eibach an einem Schnupperabend teilnehmen. Weitere Informationen im Internet: www.gibelguuger.ch