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Obwalden: Grünes Licht für Tunnel Kaiserstuhl

Der Bund hat die Plangenehmigung für den Bau des A 8-Abschnittes Lungern – Giswil mit dem Tunnel Kaiserstuhl erteilt. Keiner der Einsprecher zieht vor Bundesverwaltungsgericht. Ende 2019 soll der Bau beginnen.
Philipp Unterschütz
Das Modell zeigt den Bereich beim Südportal des neuen Kaiserstuhltunnels. Unten die heutige Kantonsstrasse, oben die im Rahmen des Projektes neu zu erstellende Verbindungsstrasse zwischen dem Tunnel Kaiserstuhl und dem Umfahrungstunnel Lungern.

Das Modell zeigt den Bereich beim Südportal des neuen Kaiserstuhltunnels. Unten die heutige Kantonsstrasse, oben die im Rahmen des Projektes neu zu erstellende Verbindungsstrasse zwischen dem Tunnel Kaiserstuhl und dem Umfahrungstunnel Lungern.

Mit der Erteilung der Plangenehmigung durch den Bund ist die Realisierung des letzten Projekts zur Netzfertigstellung der Nationalstrasse A 8 im Kanton Obwalden ein grosses Stück näher
gerückt. Die vier Einspracheparteien haben auf eine Beschwerde beim Bundesverwaltungsgericht verzichtet. «Ein Meilenstein», sagt der Obwaldner Baudirektor Josef Hess. «Es ging schneller, als wir erwartet haben. Man spürt, dass der Bund vorwärts machen will.» Angesichts der Einsprachen sei es durchaus möglich gewesen, dass es durch Gerichtsverfahren zu zeitlichen Verzögerungen hätte kommen können. «Bedenken, dass die gut begründeten Entscheide des Departements für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) vor Gericht nicht standhalten würden, hatten wir aber keine», so Josef Hess weiter. In den Einsprachen ging es neben den Anliegen von Umweltverbänden auch um technische Optimierungen oder um den Kulturlandverbrauch.

Verkehrsführung der neuen Röhre. Bild: PD

Verkehrsführung der neuen Röhre. Bild: PD

Mit dem Bau des neuen vier Kilometer langen Strassenabschnitts samt zwei Kilometer langem Tunnel zwischen Giswil Süd und Lungern Nord wird die Region Kaiserstuhl halbkreisartig im Berg umfahren. Die Realisierung wird unter der Bauherrschaft des Kantons erfolgen. Die Kosten von 268 Millionen Franken werden zu 97 Prozent vom Bund getragen. Der Kantonsanteil beträgt rund 8 Millionen Franken.

Bauzeit erstreckt sich über 13 Jahre

Die Auflagen, die das Uvek aufgrund der Anträge verschiedener Bundesämter und der Einsprachen in der 40-seitigen Plangenehmigungsverfügung aufgenommen hat, könnten sehr gut erfüllt werden, ohne dass das Projekt grundlegend überarbeitet oder angepasst werden müsse, schreibt der Kanton in einer Pressemitteilung.

Die Realisierung ist gemäss aktuellem Planungsstand in zwei Etappen vorgesehen. Die 1. Etappe von Ende 2019 bis 2023 umfasst unter andrem Vorbereitungsarbeiten wie erste Naturgefahrenabwehrmassnahmen, Bauwasserversorgung für die beiden Portalstandorte und den Erkundungsstollen. Die 2. Etappe umfasst das Hauptprojekt mit dem Tunnelbau und dem Bau des Anschlusses Lungern Nord – Giswil Süd in der Zeit von 2024 bis 2029. Die Abschlussarbeiten dauern bis ins Jahr 2032. «Unser Ziel ist es, dass die Vorarbeiten erledigt sind und man mit den Hauptarbeiten anfangen kann, wenn der Hochwasserstollen für die Sarneraa fertig ist», erklärt Josef Hess. Man wolle damit auch einen Vorstoss aus dem Kantonsrat berücksichtigen, der eine Etappierung der verschiedenen grossen Bauprojekte im Kanton verlangt und der im September beantwortet werden müsse.

Umweltverbände: Projekt rechtlich schwer angreifbar

Über das Projekt gingen und gehen die Meinungen auseinander. Der Zeitgewinn für Autofahrer wird zwar nur etwa eine Minute betragen, die Befürworter streichen aber vor allem die erhöhte Sicherheit der Verkehrsteilnehmer, mehr Sicherheit vor Lawinen und Murgängen und eine Verbesserung der Verkehrsverhältnisse bei der Einmündung Bürglen/Kaiserstuhl hervor.

Gegner des Tunnelbaus finden unter anderem, das Projekt sei überdimensioniert und ein zu grosser Eingriff in Landschaft und Natur. Die Regionalsektionen der Verbände VCS, WWF und Pro Natura erhoben im Juli 2017 Einsprache gegen das Projekt beim Bund, die nun ebenfalls abgewiesen wurde. «Wir haben diesen Entscheid gemeinsam analysiert und beschlossen, auf einen Weiterzug vor Bundesverwaltungsgericht zu verzichten, weil das Projekt rechtlich schwer angreifbar ist», sagt Seraina Bamert, Geschäftsführerin der Pro Natura Unterwalden auf Anfrage. «Für uns bleibt es aber unverhältnismässig und umweltschädlich.» Man habe aber einen Teilerfolg erzielt. Es seien diverse Verbesserungsmassnahmen im Bereich des Amphibienlaichgebietes von nationaler Bedeutung am Lungerersee ins Projekt aufgenommen worden.

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