OBWALDEN: Guber-Grossauftrag für Basel

Ein Teil der Basler Altstadt wird aller Voraussicht nach mit Steinen aus Alpnach gestaltet. Der Grosse Rat hat grünes Licht für das Facelifting gegeben.

Matthias Piazza
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Ein Mitarbeiter bearbeitet im Guber ob Alpnach Pflastersteine. (Bild Corinne Glanzmann)

Ein Mitarbeiter bearbeitet im Guber ob Alpnach Pflastersteine. (Bild Corinne Glanzmann)

Matthias Piazza

Mit besonderem Interesse verfolgte Thomas Meier am Mittwoch die Debatte des Basler Grossen Rates. Das Kantonsparlament stimmte an diesem Tag einem Kredit von 26,5 Millionen Franken für die Neugestaltung der Innenstadt zu. Und das freut den Geschäftsleiter der Steinbruch Guber AG. Denn aller Voraussicht nach darf das Alpnacher Unternehmen bei der Neugestaltung der Basler Innenstadt eine entscheidende Rolle spielen.

Das Gestaltungskonzept sieht nämlich voraussichtlich den Einsatz von Asphalt, Kieselsteinen und eben Gubersteinplatten vor. «Auch wenn wir den Auftrag noch nicht ganz auf sicher haben, so sind wir mit der Bewilligung des Rahmenkredits wieder einen entscheidenden Schritt weiter», freut sich Thomas Meier. Sollte es klappen, dürfte dies der grösste Auftrag in der 111-jährigen Geschichte des Unternehmens sein. Er spricht von einer möglichen Fläche von rund 30 000 bis 40 000 Quadratmetern und einem Auftragsvolumen im niedrigen zweistelligen Millionenbereich.

Jahrmillionen altes Gestein

Zum Einsatz kommt ein sehr hartes Quarzsandgestein, das schon rund 50 Millionen Jahre im Felsen von Alpnach schlummert. «Durch die dauernde Pressung wurde der Stein sehr hart und kompakt, mit einer sehr geringen Wasseraufnahmefähigkeit, was ihn frost- und tausalzbeständig macht. Er ist darum äusserst geeignet für stark befahrene Plätze», erklärt Thomas Meier. Dank des hohen Quarzsandanteils sei die Oberfläche mit einem Schleifpapier vergleichbar und dadurch sehr rutschsicher.

Ein 60 Tonnen schwerer Bagger mit einem sogenannten Reisszahn löst das Gestein, das schichtartig aufgebaut ist, aus dem Felsen. Die daraus gewonnenen Fräsblöcke werden in der Fräserei gesägt und anschliessend zu Bodenplatten zugeschnitten. Danach wird die Oberfläche auf etwa 1000 Grad erhitzt, um sie etwas zu «glätten» und damit rollstuhlfähig zu machen. «Im Gegensatz zu Asphalt leben unsere Steine praktisch ewig, auch Spurrinnen sind ausgeschlossen», so Meier.

Auch andere Städte gestaltet

Das Unternehmen mit rund 50 Mitarbeitern ist schweizweit ein Begriff. So tragen auch die Altstadt in Sursee und Baden, die Zeughausgasse in Zug, die Marktgasse in Bern oder der Dorfplatz von Unterägeri die Unterschrift der Steinbruch Guber AG. «Der Auftrag aus Basel wäre für uns eine weitere Visitenkarte», sagt Thomas Meier.

«Wenn der Entscheid dem Submissionsgesetz entspricht, sollte dem Auftrag nichts mehr im Wege stehen», meint Andreas Flück, Abteilungsleiter Planung Infrastruktur im Tiefbauamt der Stadt Basel. Dank guter Erfahrungen mit den Guber-Pflastersteinen greife man auch dieses Mal wieder auf das Obwaldner Steinbruch-Unternehmen zurück. Doch nicht nur deshalb. «Die Steinplatten werden verlegt, nachdem die Werkleitungen an derselben Stelle erneuert werden.» Und das könne sich bis zu 20 Jahren hinziehen. «Das war mit ein Grund, dass sich Guber gegen andere Konkurrenten durchsetzen konnte, da wir davon ausgehen, dass es das Alpnacher Unternehmen noch länger gibt.»

Abgerundetes Gesamtbild

Mit dem Gestaltungskonzept soll das Potenzial der Basler Innenstadt mit ihren historischen Strassen, Gassen und Plätzen besser genutzt werden. Der Quarzsandstein als zentrales Belagsmaterial füge sich auch farblich ideal in die Palette der bestehenden Belagsmaterialien ein. Somit entstünden stimmige Übergänge zwischen einzelnen Strassen, Gassen und Plätzen, und die Innenstadt erhalte ein abgerundetes Gesamtbild, schreibt der Regierungsrat dazu.