OBWALDEN: Guber will neue Felsen «anzapfen»

Gubersteine sind beliebt – doch der Rohstoff geht langsam aus. Deshalb will der Betrieb das Abbaugebiet erweitern. Alpnach und Sarnen stimmen über eine entsprechende Zonenplanänderung ab.

Adrian Venetz
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Gubersteine sind beliebt. (Bilder: PD/Corinne Glanzmann)

Gubersteine sind beliebt. (Bilder: PD/Corinne Glanzmann)

Adrian Venetz

adrian.venetz@obwaldnerzeitung.ch

Seit Jahren ist man bereits an der Planung, und mit den Abstimmungen in Alpnach und Sarnen rückt man der Zielgeraden näher. Die Rede ist von der Erweiterung des Steinbruchs Guber. Die Alpnacher stimmen am 21. Mai an der Urne über eine entsprechende Zonenplanänderung und eine Anpassung im Bau- und Zonenreglement ab. Ein Wort mitzureden haben auch die Sarner an der Gemeindeversammlung vom 9. Mai, weil die Erweiterung des Abbaugebiets teils auf Sarner Boden liegt.

Die Abbauerweiterung Richtung Westen ist 77000 Quadratmeter gross – das entspricht etwa der Fläche von elf Fussballfeldern. 33000 Quadratmeter liegen auf Sarner Boden. Besitzer der Flächen sind die Korporation Kägiswil und die Korporation Alpnach – die beiden Körperschaften haben den Plänen der Guber Natursteine AG bereits grünes Licht gegeben.

Das Geschäft läuft gut

Doch warum braucht es eine Abbauerweiterung? Gehen dem Guber etwa die Steine aus? «Das ist tatsächlich so», sagt Geschäftsleiter Thomas Meier. «Die Rohstoffreserven im bestehenden Abbaugebiet gehen schneller zur Neige als erwartet.» Aus heutiger Sicht reichen sie noch etwa vier Jahre. Der Grund ist erfreulich: Das Geschäft lief in den vergangenen Jahren sehr gut. Zudem – dies ist weniger erfreulich – holt man im bestehenden Abbaugebiet immer öfter unbrauchbares Material heraus, beispielsweise Mergel und verwittertes Gestein. Das sei zwar normal in einem Steinbruch, sagt Thomas Meier, aber früher habe man nicht damit gerechnet, dass etwa die Hälfte des abgebauten Materials unbrauchbar sein werde.

Man schätzt, dass die Betriebserweiterung West ein Abbauvolumen von knapp 1,2 Millionen Kubikmetern bringt. Etwa die Hälfte davon kann dann wirklich als Guberstein verkauft werden – grob geschätzt wiegt das brauchbare Gestein damit über eine Million Tonnen. Der Betrieb der Guber Natursteine AG sei ­damit für weitere 30 Jahre gesichert, sagt Thomas Meier.

Gebiet ist derzeit vollständig bewaldet

Weil die Fläche derzeit noch bewaldet ist, muss das Gebiet gerodet werden. Ein entsprechendes Gesuch liegt beim Bundesamt für Umwelt (Bafu). Kritische Einwände von Umweltschutzverbänden im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung konnte man mit verschiedenen Projektanpassungen bereinigen. Die Gemeinden Alpnach und Sarnen sowie der Kanton befürworten die Betriebserweiterung.

Thomas Meier betont, dass mit der Erweiterung nicht die ganze Waldfläche «auf einen Schlag» gerodet werde. Vielmehr gehe man dabei über die Jahre hinweg etappenweise vor. Sobald jeweils eine einzelne Etappe abgebaut ist, wird die nächste gerodet, und die abgebaute Etappe wird wieder rekultiviert.

Die Amphibien haben Freude daran

In Sachen Naturschutz bringt ein Steinbruch übrigens nicht nur Nachteile – im Gegenteil. Gerade durch den Gesteinsabbau entstehen neue Lebensräume für Amphibien. Deshalb ist der Guber ein nationales Amphibienlaichgebiet. «In unseren fünf angelegten Biotopen laicht beispiels­weise die gefährdete Gelbbauchunke», hält Thomas Meier fest. Auch seltene Libellenarten wie die gemeine Moosjungfer seien beim Steinbruch zu bewundern. «So können wir mit Stolz sagen, dass wir wohl einerseits Stein von der Natur gewinnen, aber der Natur auch wieder vieles zurückgeben.»

Sagen die Alpnacher und Sarner Stimmbürger Ja zur Zonenplanänderung und damit zur ­Abbauerweiterung, können die entsprechenden Gesuche und Unterlagen (Abbau, Rodung, Umweltverträglichkeit) von den zuständigen Stellen beim Kanton und Bund bewilligt werden.

Das Abbaugebiet des Steinbruchs soll erweitert werden. (Bild: PD (Obwaldner Zeitung))

Das Abbaugebiet des Steinbruchs soll erweitert werden. (Bild: PD (Obwaldner Zeitung))

«Die Rohstoffreserven im bestehenden Abbaugebiet gehen schneller zur Neige als erwartet.» Thomas Meier, Geschäftsleiter Guber (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ) (Neue Obwaldner Zeitung))

«Die Rohstoffreserven im bestehenden Abbaugebiet gehen schneller zur Neige als erwartet.» Thomas Meier, Geschäftsleiter Guber (Bild: Corinne Glanzmann (Neue NZ) (Neue Obwaldner Zeitung))