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OBWALDEN: Günstige Wohnungen werden zur Bürde

Wo die Mieten relativ niedrig sind, lassen sich mehr Flüchtlinge nieder. In Lungern prüft man darum neue Strategien.
Adrian Venetz
Lungern (Bild: Marc Imfeld)

Lungern (Bild: Marc Imfeld)

Adrian Venetz

Lungern bangt um seine Attraktivität. Der Gemeinderat hält nach einer Sitzung in einer Mitteilung fest, dass der Anteil der Asylbewerber und Flüchtlinge nicht übermässig zur Wohnbevölkerung wachsen soll – wolle man als Gemeinde weiterhin attraktiv bleiben.

Eine stetige Zunahme der ausländischen Bevölkerung berge zudem finanzielle Gefahren, heisst es weiter. Das gelte vor allem für die Bereiche Bildung, soziale Wohlfahrt und Integration. Der Einwohnergemeinderat habe deshalb das entsprechende Departement beauftragt, Massnahmen im Bereich der Ausländerpolitik zu erarbeiten.

Kann finanzielles Problem werden

Was hat es mit dieser Meldung auf sich? Gemeinderat Martin Gasser (FDP), Departementsvorsteher Gesundheit und Soziales, betont, dass es hier keineswegs darum gehe, die Alarmglocken zu schlagen. Trotzdem wolle man sich Gedanken zur Thematik machen und nun allfällige Strategien festlegen.

Das Problem: Lungern hat tendenziell mehr Flüchtlinge als andere Gemeinden im Kanton, weil hier die Wohnungen günstiger sind. «Wir fühlen uns im Vergleich mit anderen Gemeinden stark belastet», sagt sodann auch Gasser. Gerade für eine kleine und finanzschwache Gemeinde wie Lungern könne ein übermässig hoher Ausländeranteil «zu einem finanziellen Problem» werden.

Anton Pfleger, Leiter des kantonalen Sozialamts, bestätigt die Aussagen von Gasser. «Uns ist bewusst, dass die Gemeinde Lungern stark belastet ist», sagt er. Der relativ günstige Wohnraum habe dazu geführt, dass sich dort überdurchschnittlich viele Ausländer niederlassen.

Viel dagegen unternehmen könne der Kanton aber nicht, und zwar aus folgendem Grund: Kommen Asylbewerber nach Obwalden, werden diese möglichst paritätisch auf die verschiedenen Gemeinden verteilt. Sobald jedoch ein Asylsuchender den Status «anerkannter Flüchtling» erhält, kann er selber entscheiden, wo er wohnen möchte. Und oft ist das eben dort, wo die Mieten tiefer sind. Anton Pfleger sagt dazu: «In Sachseln zeigt sich gerade das umgekehrte Bild: Der Wohnraum ist relativ teuer, die Sozialhilfequote tief.» Mit einem Integrationsprogramm – etwa durch Sprach- und Arbeitsintegrationskurse – versuchen die zuständigen Institutionen, die Flüchtlinge möglichst gut zu integrieren, bevor sie eine Aufenthaltsbewilligung erhalten und selbst entscheiden können, wo sie wohnen, erläutert Pfleger weiter.

Allerdings, so sagt der Lungerer Gemeinderat Martin Gasser, müsse man teilweise «ernüchtert feststellen, dass integrationsmässig nicht viel gegangen ist», sobald sich die Flüchtlinge in der Gemeinde niederlassen.

Von Aufnahmepflicht befreit

Derzeit werden im Kanton Obwalden übrigens keine neuen Asylsuchende auf die Gemeinden verteilt. Während des Betriebs des Bundesasylzentrums auf dem Glaubenberg ist der Kanton von dieser Aufnahmepflicht befreit. «Für uns ist das momentan ein riesiger Vorteil», betont Anton Pfleger. «Sonst wären wir völlig an der Grenze mit zusätzlichem Wohnraum.»

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