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OBWALDEN: «Güselabfuhr» wird leiser und sauberer

Der Entsorgungszweckverband Obwalden will mit Elektrokehrichtfahrzeugen einen Beitrag zum Klimaschutz leisten und gehört damit schweizweit zu den ersten. Die umweltfreundlichen «Güselwagen» sind auf Dauer auch billiger.
Franziska Herger
Zwei solche Elektrokehrichtlastwagen fahren ab nächstem Jahr durch die Obwaldner Dörfer und Quartiere. (Bild: PD)

Zwei solche Elektrokehrichtlastwagen fahren ab nächstem Jahr durch die Obwaldner Dörfer und Quartiere. (Bild: PD)

Franziska Herger

franziska.herger@obwaldnerzeitung.ch

«Wir sind ein innovativer Verband», betonte Präsident Cornel Waldvogel gleich zu Beginn der ausserordentlichen Delegiertenversammlung des Entsorgungszweckverbands (EZV) Obwalden. Tatsächlich hatten die Delegierten aller Obwaldner Gemeinden als Träger des EZV am Donnerstag in Sachseln über eine Zentralschweizer Neuheit zu entscheiden: die Beschaffung von zwei Elektrokehrichtfahrzeugen, betrieben mit Strom statt Diesel.

Die Kehrichtsammlung in Obwalden müsse neu organisiert werden, was mit einer Anpassung von Routen und Sammelpunkten und einer neuen Ausschreibung einhergehe, sagte Geschäftsführer Sepp Amgarten. «Dabei wollen wir einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz leisten.» Mit Diesel betriebene Kehrichtlastwagen seien aufgrund ihres Stop-and-go-Betriebs grosse Umweltverschmutzer. Mit Elektrokehrichtfahrzeugen, die seit diesem Jahr in der Schweiz von der Winterthurer Firma Designwerk her­gestellt werden, könne dagegen massiv an Abgas- und Lärmemissionen gespart werden. «Das ist sinnvoll für die Umwelt, das Personal auf den ‹Güselwagen› und auch für die Bevölkerung», ist Amgarten überzeugt.

«Am Anfang hat mich der Preis schockiert»

Schweizweit hat bisher nur Murten im Kanton Freiburg ein elektrisches Kehrichtfahrzeug. Ein weiteres soll Anfang 2018 in Thun dazukommen, und auch die Stadt Luzern überlegt sich den Wechsel. Die Anschaffung hat einen Haken: Elektrokehrichtlastwagen sind teuer. Der EZV beantragte den Delegierten einen Kredit von 1,8 Millionen Franken für die beiden Fahr­zeuge – rund zweieinhalb Mal so viel wie für Dieselfahrzeuge. «Am Anfang hat mich der Preis schockiert», sagt Amgarten. «Doch die Betriebs- und Unterhaltskosten der elektrischen Version betragen je nach Dieselpreis und Verbrauch 20 bis 35 Prozent eines Dieselkehrichtfahrzeugs.» Der Grund sind tiefere Energiekosten, auch da die Elektrolastwagen beim Bremsen und Abwärtsfahren selber Energie erzeugen, und die Befreiung von der Schwerverkehrsabgabe. «So ist der Betrieb mit Elektro-‹Güselwagen› nach sechs bis acht Jahren billiger als mit den dieselbetriebenen», erklärt Amgarten.

Die Delegierten liessen sich überzeugen und stimmten dem Antrag mit nur einer Gegenstimme zu. Beat Flück, der Delegierte aus Kerns, hatte bereits erfolglos die Rückweisung des Antrags verlangt. Ihm fehlten Informationen zur Betriebsart der neuen Kehrichtfahrzeuge. «Der EZV behält sich vor, die Kehrichtsammlung allenfalls in Eigenregie durchzuführen: Was würde das kosten?», fragte er. Diese Variante sei zwar diskutiert worden, antwortete Amgarten, «sie ist aber nicht wirklich fair gegenüber den privaten Transportunternehmen». Der EZV beabsichtigt, nach einer etwa einjährigen Versuchsphase mit dem bisherigen Transportunternehmen Trarec aus Alpnach Varianten zu diskutieren, wie die Kehrichtsammlung künftig ausgeführt wird.

Betrieb mit erneuerbarer Energie geplant

Finanziert werden die beiden Fahrzeuge mit Rückstellungen aus Erträgen des früheren Betriebs der Deponien Cholwald. Die Lastwagen sollen mit erneuerbarer Energie des Elektrizitätswerks Obwalden betrieben werden. Als Nächstes steht die Ausschreibung an. Voraussichtlich ab Herbst 2018 sollen die zwei Elektro-‹Güselwagen› durch die Obwaldner Quartiere fahren – leise und ganz ohne Abgaswolke.

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