OBWALDEN: Gut unterwegs beim Thema Wanderwege

Der Richtplan des Wanderwegnetzes aus dem Jahr 1995 ist nicht mehr aktuell. Nun liegen die Stellungnahmen zum aktualisierten Entwurf vor.

Philipp Unterschütz
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Wanderweg-Markierung in Obwalden. (Bild Markus von Rotz)

Wanderweg-Markierung in Obwalden. (Bild Markus von Rotz)

Philipp Unterschütz

Der heute gültige kantonale Richtplan für das Wanderwegnetz ist 20 Jahre alt und entspricht nicht mehr dem aktuellen Stand des Wanderwegnetzes. Die Gründe liegen in baulichen Veränderungen bei den Alp- und Forststrassen, Veränderungen in der Landschaft durch Naturereignisse, Anpassungen bei der landwirtschaftlichen Nutzung sowie den sich verändernden touristischen Bedürfnissen. Eine Aktualisierung drängt sich deshalb auf.

In Abstimmung mit den Gemeinden und dem Verein Obwaldner Wanderwege hat das Bau- und Raumentwicklungsdepartement den geltenden Richtplan vollständig überprüft, mit einer umfassenden Routenplanung versehen und mit dem elektronischen Geoinformationssystem (GIS) bearbeitet. Den aktualisierten Entwurf schickte der Regierungsrat für 90 Tage bis Ende Januar 2016 in die öffentliche Planauflage.

Entwurf scheint gut anzukommen

Eingetroffen sind beim Amt für Raumentwicklung und Verkehr Stellungnahmen von allen Gemeinden sowie 42 Schreiben von Privaten, Bahnen, Korporationen, Verbänden oder Nachbarkantonen. «Der Entwurf wurde durchwegs positiv aufgenommen», stellt Stephanie von Samson, Leiterin Amt für Raumentwicklung und Verkehr, nach einer ersten groben Sichtung fest. Natürlich gebe es auch unterschiedliche Interessen, die man nun bearbeiten werde. Aber es gehe in den Stellungnahmen keineswegs nur um Einwände oder Befürchtungen von Grundbesitzern. «Es sind auch Angebote für Erweiterungen von Privaten, Bahnen und Korporationen eingegangen.» Da bei neuen Wegen schlussendlich auch das Einverständnis der Grundeigentümer nötig ist, werden diese ebenfalls involviert. «In den Gesprächen findet sich auch bei Bedenken von Grundeigentümern, dass ein Weg über ihre Parzelle führen soll, meistens eine Lösung. Vorläufig geht es ja nur um die Planung der Routen. Die genaue Linienführung erfolgt dann in einem späteren Prozess», erklärt Stephanie von Samson.

Ziele zum grossen Teil erreicht

Der Verein Obwaldner Wanderwege hatte ursprünglich den Anstoss zur Aktualisierung gegeben und hat für den Entwurf eines neuen Richtplans Hand in Hand mit den Kantons- und Gemeindebehörden gearbeitet. «Der Prozess bis zur Planauflage hat zwar länger gedauert, als wir uns das vorgestellt hatten», sagt Vereinspräsident Urs Wallimann. «Die sehr gute, verzahnte Zusammenarbeit aller Beteiligten hat sich aber gelohnt, der Entwurf ist unseres Erachtens von guter Qualität.»

Dementsprechend positiv hat sich der Verein auch selber im Rahmen der öffentlichen Planauflage geäussert. «Die ursprünglichen Zielsetzungen, die ein Idealbild zeichneten, sind zu einem grossen Teil erreicht worden», sagt Urs Wallimann. Gemeint sind Verbesserungen zu Gunsten einer abwechslungsreichen Wegführung, eine Verminderung des Anteils von Wegen mit Hartbelag, ein überschaubares und attraktives Routenangebot und eine Optimierung der Signalisation.

Genehmigung noch dieses Jahr

Unter Einbezug der Einwendungen aus der öffentlichen Planauflage und der fachlichen Diskussionen – beispielsweise mit den Gemeinden oder dem Verein Obwaldner Wanderwege – wird nun der definitive Richtplan für das Wanderwegnetz erarbeitet und anschliessend vom Regierungsrat erlassen. Stephanie von Samson und Urs Wallimann sind zuversichtlich, dass es angesichts der Wichtigkeit eines attraktiven Wanderwegnetzes im Tourismuskanton weiterhin gut vorangeht und der Kantonsrat noch im Herbst 2016 den behördenverbindlichen Richtplan genehmigen kann.