Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Konto per E-Mail erhalten.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

OBWALDEN: Haltestellen bleiben Gemeindesache

Verfügt der Kanton über ein umfassendes Konzept zu Bushaltestellen? Nein, sagt die Regierung. Das sei allerdings auch nicht seine Aufgabe, betont sie.
Genügend Platz und ein Wartehäuschen an der Schwanderstrasse. (Bild: Adrian Venetz / Neue NZ)

Genügend Platz und ein Wartehäuschen an der Schwanderstrasse. (Bild: Adrian Venetz / Neue NZ)

Adrian Venetz

Wer häufig mit dem Postauto unterwegs ist, kennt die Situation: An einigen Haltestellen kann man sich hinsetzen und ist vor Regen geschützt, während man auf den Bus wartet. Andernorts muss man direkt an der Strasse stehen, ein «Wartehäuschen» gibt es nicht. Der Sarner SVP-Kantonsrat Hubert Schumacher will es genau wissen. In einer Interpellation fragt er die Regierung, ob der Kanton überhaupt ein Konzept habe, was Planung, Unterhalt und Neu- oder Ersatzbau von Postauto-Haltestellen angehe. Zudem möchte er erfahren, was mit Haltestellen passiert, wenn sie sehr geringe Frequenzen aufweisen.

Schumacher sind die unterschiedlichen Ausbau- und Ausrüstungsstandards bei den Bushaltestellen aufgefallen – dies auch nach entsprechenden Rückmeldungen aus der Bevölkerung, wie er gegenüber unserer Zeitung sagt. Er nennt ein Beispiel: Die Haltestelle Ei an der Schwanderstrasse in Sarnen verfügt über einen Unterstand mit Sitzbank und genügend Platz fürs Postauto. Bei der Haltestelle an der Kernserstrasse dagegen (Höhe Coop und Apotheke) fehlt die Infrastruktur – das Postauto muss mitten auf der Strasse anhalten.

Konzepte wünschenswert

Nein, schreibt nun die Regierung in ihrer Antwort auf den Vorstoss zuhanden der Kantonsratssitzung vom 3. September. Der Kanton verfüge über kein Konzept für die insgesamt 87 Bushaltestellen in Obwalden. Grund: Dies ist Sache der Gemeinden. Ob also beispielsweise die Bushaltestelle an der Kernserstrasse ausgebaut wird, entscheidet nicht der Kanton, sondern die Gemeinde Sarnen. Entsprechende Konzepte in den einzelnen Gemeinden seien allerdings wünschens- und begrüssenswert, hält die Regierung fest. Sie nennt als Beispiel die Gemeinde Sarnen. Im kommunalen Verkehrsrichtplan halte der Hauptort fest, dass die Gemeinde bei stark frequentierten Bushaltestellen eine Überdachung für wartende Fahrgäste anstrebt.

Und was ist nun mit Postautohaltestellen, die kaum benutzt werden? Hier sieht der Kanton keinen Handlungsbedarf. Durch Aufhebung von wenig frequentierten Haltestellen liessen sich «meistens keine Kosten einsparen», hält die Regierung fest. «Die Frequenzen an den einzelnen Haltestellen haben keine grosse Bedeutung für die Kostenentstehung. Vielmehr ist die einzelne Linie als Ganzes zu betrachten.» Frequenzen schlecht benutzter Haltestellen würden sich bei Aufhebung einer solchen einfach auf eine andere Haltestelle der gleichen Linie verteilen.

Schnell mal 20 000 Franken

«Grundsätzlich begrüsst der Regierungsrat das Aufstellen von Warteunterständen bei Haltestellen als Witterungsschutz», so sein Fazit. Es müsse allerdings beachtet werden, dass dies aus Platzgründen nicht überall machbar sei. Eine Rolle spiele auch das Kosten-Nutzen-Verhältnis. Der Bau eines Warteunterstandes koste die Gemeinde rasch gegen 20 000 Franken. «Bei der Planung und Bereitstellung von solchen Infrastrukturvorhaben ist deshalb mit einer grossen Zurückhaltung von Seiten der Gemeinden zu rechnen», so die Vermutung der Regierung.

Auf Gemeinden zugehen

Begeistert von der Antwort der Regierung ist Schumacher zwar nicht. Allerdings hat er auch nicht mehr erwartet. «Es war mir schon bewusst, dass der Aus- und Umbau von Bushaltestellen in der Verantwortung der Gemeinden liegt», sagt er. Dennoch habe es ihn – wie auch die 28 Mitunterzeichner der Interpellation – interessiert, ob es diesbezüglich ein gemeinsames, gemeindeübergreifendes Konzept gebe. «Mit dieser Antwort kann man nun weiterarbeiten und gegebenenfalls auf die Gemeinden zugehen», sagt Schumacher.

Haltestelle ohne jegliche Infrastruktur an der Kernserstrasse in Sarnen. (Bild: Adrian Venetz / Neue NZ)

Haltestelle ohne jegliche Infrastruktur an der Kernserstrasse in Sarnen. (Bild: Adrian Venetz / Neue NZ)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.