OBWALDEN: Heimvorteil statt Leistungsprinzip

Wer Medizin studieren will, muss sich in einem Eignungstest behaupten. Trotzdem zählt nicht nur die Leistung: Je nach Kanton werden Studenten bevorzugt.

Joël von Moos
Drucken
Teilen
Nicht immer liegt die Entscheidung über den Studienort bei den Studenten. (Bild: Keystone / Martin Ruetschi)

Nicht immer liegt die Entscheidung über den Studienort bei den Studenten. (Bild: Keystone / Martin Ruetschi)

Katarzyna Krasnopolska aus Alpnach hätte ihr Medizinstudium lieber an der Universität Zürich absolviert. «Ich habe die Uni Zürich als meine erste Wahl angegeben», sagt Krasnopolska. Dennoch hat es nicht für einen Zürcher Studienplatz gereicht - trotz guter Ergebnisse beim Eignungstest.

«Ich war ziemlich überrascht», sagt Krasnopolska. «Ich hatte in Zürich bereits eine Wohnung gefunden, und war bereit, im Herbst dort das Studium zu beginnen.» Stattdessen wurde ihr ein Studienplatz in Bern zugeteilt.

«Ein Medizinstudium ist kostenintensiv», sagt Jaromir Bregy, Abteilungsleiter Medizin der Rektorenkonferenz der Schweizer Universitäten. «Es macht wenig Sinn, dass beispielsweise ein Zürcher Studienanwärter an eine andere Universität weitergeleitet werden muss.» Allein die Tatsache, dass sich sehr viele Zürcher für ein Medizinstudium in ihrem Wohnkanton bewerben, mache es für ausserkantonale Studierende schwieriger, in Zürich einen Studienplatz zu erhalten.