OBWALDEN: Hochwasserprojekt wird neu aufgegleist

Mit dem Bau des geplanten Hochwasserschutzstollens bei Sarnen verlagert sich das Hochwasserproblem Richtung Alpnach. Die dort geplanten Massnahmen sollen in einem neuen Projekt überarbeitet werden. Der Kantonsrat hat am Freitag eine entsprechende Motion gutgeheissen.

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Die Sarneraa beim Auslauf aus dem Sarnersee. (Bild: Archiv Neue OZ)

Die Sarneraa beim Auslauf aus dem Sarnersee. (Bild: Archiv Neue OZ)

Das Hochwasserschutzprojekt soll grundlegend neu geplant und der Kanton soll als Bauherr das Heft in die Hand nehmen, wie sieben Alpnacher Kantonsräte in einer entsprechenden Motion verlangen.

Konkret soll die Auswirkung des Projekts Sarneraa mit dem Hochwasserentlastungsstollen Ost im neuen Projekt berücksichtigt werden. Zudem sollen beide Projekte aufeinander abgestimmt werden.

Überschwemmungen beim Flugplatz

Mit dem Bau des Hochwasserschutzstollens in Sarnen verlagere sich das Hochwasserproblem talwärts Richtung Alpnach, erklärten die Initianten. Der Flussabschnitt unterhalb des Wichelsees bis zum Alpnachersee sei nach dem Bau des Stollens deutlich stärker belastet, argumentieren die Motionäre. Als Folge werde es schnell zu Überschwemmungen im Gebiet Flugplatz Alpnach kommen.

Die Regierung ist sich des Problems bewusst, wie Regierungsrat Paul Federer im Kantonsrat betonte. Der Bau des Stollens habe tatsächlich Auswirkungen auf den besagten Abschnitt.

Die Regierung beantragte jedoch, die Motion in ein Postulat umzuwandeln und die offenen Fragen so klären. Ein Postulat schaffe eine gute Ausgangslage für ein strukturiertes Vorgehen, begründete Federer.

Deutlicher Entscheid

Der Rat folgte der Regierung jedoch nicht: 42 Parlamentarier sprachen sich dafür aus, die Vorlage als Motion beizubehalten, 10 Räte wollten sie in ein Postulat umwandeln. Die Motion wurde anschliessend mit 43 zu 5 Stimmen bei 5 Enthaltungen überwiesen.

Im Januar 2014 hat sich die Obwaldner Regierung für den Bau eines Entlastungsstollens ausgesprochen. Der 6,6 Kilometer lange Kanal vom Sarner- zum Wichselsee soll Wassermassen unterirdisch ums Dorf leiten. Geplant ist ein Stollen, der beim Sarnersee bei Sachseln beginnt und unterhalb des Wichelsees in die Sarneraa führt.

Die Kosten für das Projekt liegen bei 115 Millionen Franken. Dafür sollen der Bund, der Kanton sowie die Gemeinden Sarnen, Sachseln und Giswil aufkommen.

(sda)