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OBWALDEN: Hochwasserschutzprojekt im Sarneraatal: «Der Teufel steckt im Detail»

Das Hochwasserschutzprojekt im Sarneraatal verzögert sich erneut. Baudirektor Paul Federer findet ein gutes Projekt besser als eingehaltene Termine.
Markus von Rotz
So soll das Hilfswehr an der Rütistrasse (Blickrichtung Sarner Dorf) aussehen. (Bild: Visualisierung: Baudepartement Obwalden)

So soll das Hilfswehr an der Rütistrasse (Blickrichtung Sarner Dorf) aussehen. (Bild: Visualisierung: Baudepartement Obwalden)

2025 dürfte man erst fertig sein mit den Massnahmen zwischen Sarner- und Alpnachersee zum Schutz vor Hochwasser. Das sind nochmals zwei Jahre länger als bisher kommuniziert. Wir fragten beim Baudirektor nach.

Paul Federer, das Projekt verzögert sich erneut, was läuft falsch?

Eigentlich nichts. Es geht einfach nicht anders. Man nimmt sich einen Zeitplan vor und hofft, ihn einhalten zu können, trifft dann aber Unwägbarkeiten an. Ich denke etwa ans Wehrreglement. Dieses allein hat Zeit gefressen, dann die Verhandlungen mit dem Totalunternehmer. Zwar haben wir den Auftrag schon länger vergeben aufgrund der Ausschreibung, aber der Teufel steckt im Detail. Damit beide Seiten einen Vertrag haben, der funktioniert, braucht es genug Zeit. Und wir haben beschränkte Ressourcen intern und extern, die uns nicht erlauben, einfach aufs Gaspedal zu drücken, sonst stimmt das Ergebnis am Ende nicht. Schliesslich ist es nicht so entscheidend, ob es bis 2023 oder 2025 dauert, sondern dass wir ein gutes Projekt wirklich fertigbringen.

Nun soll das Projekt 2025 fertig werden, ganze 20 Jahre nach dem grossen Hoch­wasser. Wie erklären Sie das jemandem, der damals grosse Schäden erlitt und nun seit Jahren auf Besserung wartet und bei Dauerregen oft schlecht schläft?

Das ist eine lange Zeit. Aber dabei darf man nicht vergessen, dass man zuerst die Sarneraa verbreitern und vertiefen wollte. Das war vor meinem Amtsantritt als Regierungsrat. Dann hat man das wieder gestrichen und aufgrund einer Initiative der IG Hochwasserschutz einen grossen Variantenvergleich gemacht. Ich kann nachvollziehen, dass Betroffene jedes Mal nicht gut schlafen, wenn das Wasser wieder Richtung Schadensgrenze steigt. Das geht auch mir so. Meist war ich in der Vergangenheit aber beruhigt, weil das Wasser doch nicht so hoch stieg wie befürchtet.

Sie haben Ihren Projektleiter Viktor Schmidiger an den Kanton Nidwalden verloren. Wie gut haben Sie ihn durch seinen Nachfolger schon ersetzen können?

Sehr gut. Raphael Vonaesch macht einen sehr guten Job, sachlich, ruhig, hat eine gute Übersicht. Aber so ein Wechsel bringt auch eine gewisse Zeitverzögerung, das ist nicht ohne weiteres wegzustecken. Es braucht erst eine Einarbeitungszeit.

Mögliche Einsprachen, nicht zuletzt der Umweltverbände, drohen, das Ganze nochmals zu verzögern. Sehen Sie noch andere Damoklesschwerter?

Damoklesschwerter gibt es eigentlich keine. Einsprachen wollen wir sachlich angehen. Und wenn wir sehen, dass ein Teil des Projekts unbestritten ist, wollen wir versuchen, diesen früher anzupacken. Es besteht insbesondere eine gewisse Chance, dass wir den Stollenbau früher starten können als allfällig umstrittene Massnahmen an der Sarneraa. Aber bei einer Bewilligung durch den Bund müssen wir uns natürlich verbindlich verpflichten, das ganze Vorhaben umzusetzen. Auch damit die Bundessubventionen bewilligt werden können.

Öffentliche Veranstaltung

Montag, 14. November, 19.30 Uhr im Mehrzwecksaal der Kanti in Sarnen.

Markus von Rotz

«Ich kann nachvollziehen, dass Betroffene nicht gut schlafen, wenn das Wasser Richtung Schadensgrenze steigt», sagt der Obwaldner Baudirektor Paul Federer. (Bild: PD)

«Ich kann nachvollziehen, dass Betroffene nicht gut schlafen, wenn das Wasser Richtung Schadensgrenze steigt», sagt der Obwaldner Baudirektor Paul Federer. (Bild: PD)

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