OBWALDEN: Holz heizt künftig das Kantonsspital

Der Kanton will mit der Korporation Freiteil einen Holzenergie-Wärmeverbund erstellen. Auch Alt- und Schwemmholz werden so Energielieferanten. Grösster Abnehmer sind Spital und Kantonsschule. Grünes Licht muss aber noch der Kantonsrat geben.

Matthias Piazza
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Hier beim Werkhof an der A 8 soll die Heizzentrale entstehen.

Hier beim Werkhof an der A 8 soll die Heizzentrale entstehen.

Holz ersetzt Propangas, Öl und Strom: Der Regierungsrat hat sich für die Realisierung eines neuen Holz-Wärmeverbundes ausgesprochen. Dies als Ersatz für den über 20 Jahre alten Wärmeverbund, der vom Kanton im Untergeschoss des Spitals betrieben und am Ende seiner Lebensdauer angelangt ist.

Die neue Anlage wird mit bis zu 60 Prozent aus einheimischem Alt- und Schwemmholz betrieben sowie aus Fallholz, das für andere Verwendungen nicht geeignet ist. Die Heizzentrale wird auf einer kantonseigenen Liegenschaft beim Werkhof Foribach gebaut. In einer ersten Ausbauetappe produziert die Anlage voraussichtlich rund 10,2 Millionen Kilowattstunden jährlich. Grösster Abnehmer mit rund 3,5 Millionen Kilowattstunden ist der Kanton mit dem Spital, der Kantonsschule und dem alten Kollegi sowie dem Werkhof selber und dem Polizeigebäude.

Weiterer grosser Abnehmer ist die Gemeinde Sarnen (Schulhäuser und Gemeindehaus). Auch das Benediktinerkloster, das Frauenkloster und weitere Abnehmer sollen angeschlossen werden.

Korporation wird Mehrheitsaktionär

An der noch zu gründenden Aktiengesellschaft beteiligt sich die Korporation Freiteil mit 52 Prozent des Aktienkapitals von insgesamt 1 Million Franken, der Kanton und die Gemeinde beteiligen sich zu je 24 Prozent.

Altholz bleibt im Kanton

Regierungsrat und Baudirektor Paul Federer spricht bei diesem gemeinsamen Projekt von einem Glücksfall. «Mit dem Holz beziehen wir einheimische, erneuerbare Energie zu einem attraktiven Preis, die Korporationen als grosse Holzlieferanten können dem Betreiber Korporation Freiteil den Rohstoff in ausreichender Menge zur Verfügung stellen, und wir können das Schwemm- und Altholz beseitigen», hebt er die Vorteile hervor.

So müsse Altholz nicht mehr nach Italien exportiert und das Schwemmholz nicht mehr im Wald vergraben werden, wie dies in der Vergangenheit immer wieder passiert sei. Die Rede ist von einem Energiepreis von rund 16 bis 18 Rappen pro Kilowattstunde. Und der umweltfreundliche Heizverbund gebe der Gemeinde Sarnen als Energiestadt weitere Punkte.

Drei Alternativen standen im Raum

Im Vorfeld liess der Kanton drei weitere Alternativen prüfen. So stand auch die Sanierung der bestehenden Anlage zur Debatte. Davon sahen die Spezialisten aus finanziellen Gründen ab. Öl und Gas als Heizmaterialien belasteten die Umwelt durch den CO2-Ausstoss und sollen durch erneuerbare Energien ersetzt werden. Auch ein Ersatz der bestehenden Anlage in derselben Technologie habe dieselben Nachteile wie eine Sanierung. Zudem läge der Energiepreis mit bis zu 23 Rappen pro Kilowattstunde zu hoch. Und ein Seewasserwerk (Wärmepumpen) erweise sich aus heutiger Sicht als zu teuer. «Die Technik ist noch zu wenig ausgereift, und man würde die geforderten Temperaturen nicht erreichen», so Federer. Er erachtet die erfolgte Evaluation allfälliger Alternativen als notwendig, damit der gewählte Weg nun abgestützt sei. «So können wir im Kantonsrat fundiert begründen, warum wir uns für den Holz-Wärmeverbund ausgesprochen haben.»

Kantonsrat befindet im Januar

Denn am 26. Januar 2017 muss das ­Kantonsparlament noch den Aktien­kapitalkredit über 240 000 Franken bewilligen. Gibt auch der Gemeinderat Sarnen im Februar grünes Licht, wird ein Monat später die Aktiengesellschaft gegründet. Die Bauarbeiten sollen im Spätherbst 2017 starten, die Anlage ein Jahr später in Betrieb genommen werden.

Glücklich über den Entscheid der Regierung zeigt sich auch Niklaus Wirz, Präsident der Korporation Freiteil: «Mit dem Wärmeverbund können wir einen Teil unseres Holzes kostendeckend und umweltfreundlich verwerten, und zwar im eigenen Kanton.» Auch freue ihn, dass Kanton und Gemeinde sich auch als grosse Abnehmer und starke Partner am Projekt beteiligten. Dies sei auch eine Bedingung für das Engagement der Korporation Freiteil gewesen.

Matthias Piazzamatthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch