OBWALDEN: «Ich bin mit 25 mit Abstand der Jüngste»

Der Sachsler Simon von Moos ist der jüngste Experte an der Berufs-WM in Leipzig. Und der einzige aus Ob- und Nidwalden.

Daniel Schwab
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Simon von Moos wird die WM-Teilnehmer im CNC-Drehen bewerten. (Bild Daniel Schwab/PD)

Simon von Moos wird die WM-Teilnehmer im CNC-Drehen bewerten. (Bild Daniel Schwab/PD)

Simon von Moos, mit welchen Gefühlen fahren Sie an die Berufs-WM nach Leipzig, die vom 2. bis 7. Juli stattfindet?

Simon von Moos: Da es für mich die erste WM ist, bin ich schon etwas nervös. Ich habe keine Ahnung, was mich erwartet. Ich werde mit 25 Jahren mit Abstand der Jüngste unter den Experten sein.

Was genau ist Ihre Aufgabe?

von Moos: Als Experte muss ich die Teilnehmer beim CNC-Drehen auf die Organisation der Arbeitsabläufe, aber auch auf Präzision und Optik ihres Produkts bewerten. Gleichzeitig bin ich Coach des Schweizer Teilnehmers Riccardo Bieler.

Wie können Sie Ihrem Schützling während des Wettkampfs helfen?

von Moos: Sobald er am Arbeiten ist, kann ich ihm nicht mehr helfen. Jeder Experte hat aber die Möglichkeit, jeweils am Morgen vor dem Wettkampf eine Viertelstunde mit seinem Kandidaten zu reden. Das Wichtigste wird dort sein, die Nervosität zu lindern.

Wie gedenken Sie das zu tun?

von Moos: Ich werde ihm sagen, dass er den Wettkampf geniessen soll. Denn fachlich ist er absolut auf der Höhe. Die Arbeiten, die er in der Vorbereitung abgeliefert hat, waren nicht nur unglaublich präzis, sondern auch äusserst sauber. Ein grosses Plus von Riccardo ist auch, dass er ausgezeichnet mit Stresssituationen umzugehen weiss.

Sie erwarten also eine Goldmedaille?

von Moos: Klar wollen wir die. Ich wäre aber auch mit einer andersfarbigen Medaille zufrieden. Fest steht: Wer Weltmeister werden will, braucht drei super Tage. Wenn man eine Aufgabe verhaut, ist man praktisch weg vom Fenster. Die Konkurrenz ist eben auch sehr stark, vor allem die Koreaner und die Japaner.

Wie sieht die WM-Aufgabe beim CNC-Drehen aus?

von Moos: Das weiss noch niemand. Wir Experten hatten im Vorfeld die Aufgabe, ein mögliches WM-Projekt zu entwickeln. Vor jedem der drei Wettkampftage wählen die Experten eines dieser Projekte aus, das dann sämtliche Kandidaten gleichzeitig ausführen müssen. Sie haben zuerst eine Stunde Zeit zum Programmieren, ehe sie an die Maschinen dürfen.

Wann reisen Sie ab?

von Moos: Am Mittwoch fliegen wir nach Leipzig, wo die Kandidaten in ein dreitägiges Camp einrücken. Ich selber sehe Riccardo erst wieder zwei Tage vor dem Wettkampf. Dann checken wir noch, ob alles Material da ist und ob die Maschinen funktionieren.

Und was kommt nach der WM?

von Moos: Dann gilt das volle Augenmerk wieder meinem Arbeitgeber. Bei Maxon Motor in Sachseln betreue ich Lernende in ihrer Schwerpunktausbildung. Schön wäre es natürlich, wenn ich nächstes Jahr zusammen mit einem eigenen Lernenden an die Schweizer Meisterschaften nach Bern fahren könnte.