OBWALDEN: In 10 Tagen startet der grosse Umbau

Mit Investitionen von 11,6 Millionen Franken wird der Bahnhof Alpnach Dorf umgebaut und erneuert. Die Arbeiten erfordern eine dreiwöchige Totalsperre.

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So soll der Bahnhof Alpnach nach dem Umbau aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

So soll der Bahnhof Alpnach nach dem Umbau aussehen. (Bild: Visualisierung PD)

Robert Hess

Der grosse Installationsplatz auf der benachbarten Pfarrmatte hatte bereits vor einigen Wochen angekündigt, dass die Zentralbahn (ZB) für den Bahnhof Alpnach Dorf Grosses plant. Anfang September haben die Vorarbeiten für die Erneuerung und die Verlängerung der gesamten Perronanlage begonnen. Bereits versetzt ist der Velounterstand.

«Ein besonders gedrängtes Bau­programm startet am 2. November», erklärte ZB-Geschäftsführer Renato ­Fasciati am Dienstagabend an einer öffentlichen Orientierung über das Projekt im Gasthof Schlüssel. Er informierte die rund 40 Anwesenden zusammen mit Gunthard Orglmeister, Leiter Infrastruktur Zentralbahn, sowie den Projektleitern Andràs Özvegyi und Florian Homma und Projektverfasser Stephan Steiner von der c+s Ingenieure AG. Kurz vor der Veranstaltung hatte die Zentralbahn einen Projektbeschrieb in die Haushaltungen versandt.

Neue Perrons und Unterführung

Das Projekt umfasst die Erneuerung der Trassees für beide Gleise auf einer Länge von rund 500 Metern. Der Hausperron (Seite Stationsgebäude) wird um 80 Meter auf 190 Meter verlängert. Weiter werden ein neuer 190 Meter langer Aussenperron sowie eine Personenunterführung mit Rampe und Treppe erstellt. Beide Perrons werden überdacht. Ferner sieht das Projekt die Anpassung des Stellwerks und des Bahnübergangs an der Eichistrasse vor. Erneuert wird weiter die bahntechnische Ausrüstung mit Gleis, Weiche, Fahrleitung, Signale und Kabel. Zum Projekt gehören zudem die Umgestaltung des Bahnhofplatzes und der Landerwerb. Der Kostenvoranschlag fürs gesamte Projekt rechnet mit 11,6 Millionen Franken.

Drei Wochen lang kein Zug

Vom 2. bis zum 22. November ist der Bahnbetrieb zwischen Alpnachstad und Giswil eingestellt, und der Bahnübergang Eichistrasse ist geschlossen, um die besonders intensive Bauphase 2 zu realisieren. Dabei wird jeweils von 6 Uhr bis 23/24 Uhr im Zweischichtbetrieb gearbeitet. In diesen drei Wochen sollen in Alpnach Hauptarbeiten wie beispielsweise der Ein- und Ausbau der Gleisanlage, die Anpassung der Perrons, die Personenunterführung sowie der Neubau des Bahnüberganges Eichistrasse realisiert werden. «Das gesamte Bauprogramm soll im Mai 2016 abgeschlossen sein», versicherte Zentralbahn-Projektleiter Florian Homma.

Neben dem Bauprojekt in Alpnach Dorf wird die Zentralbahn vom 2. bis 22. November gleichzeitig den Doppelspurausbau Sarnen Nord sowie die Oberbauerneuerung Ewil Maxon ausführen – deshalb die Sperrung von Alpnachstad bis Giswil. Es werden Ersatzbusse eingesetzt (siehe Hinweis).

Die Anwesenden an der Infover­anstaltung geizten nicht mit Fragen an die Verantwortlichen der Zentralbahn. ­Diese betonten beispielsweise, dass die Wartezeiten am Bahnübergang Eichi­strasse durch die Perronverlängerung und der damit verbundenen technischen Anpassung in der Regel wesentlich verkürzt werden.

Noch nicht gelöst ist mit der neuen Unterführung der Weg des Personenflusses ab der Ostseite der Perrons. Vor allem den Besuchern der Ausbildungsstätte für Gesundheitsberufe (Zigg) an der Industriestrasse soll ein möglichst direkter Weg zur Verfügung stehen, wobei dies keine Aufgabe der Zentralbahn, sondern des Gemeinderates ist. «Das Problem ist noch nicht gelöst», erklärte Gemeinderat Thomas Küchler. Es müssten noch Gespräche mit Grundeigentümern geführt werden, um den direkten Durchmarsch Bahnhof–Industriestrasse zu ermöglichen.

Nicht direkt bis Lungern

Mit dem ausgebauten Bahnhof werden die Schnellzüge in Alpnach Dorf auch künftig nicht halten, sodass aus Alpnach weiterhin kein einziger direkter Zug in Richtung Lungern–Brünig–Interlaken und zurück zur Verfügung steht. Lungern beispielsweise kann auch künftig nur mit Umsteigen in Sarnen, Sachseln oder Giswil mit entsprechender Wartezeit erreicht werden. Zentralbahn-Geschäftsführer Fasciati bedauerte dies, begründete die Situation wie bereits früher damit, dass der Kreuzungspunkt der Schnellzüge aus fahrplantechnischen Gründen von Alpnach nach Sachseln verlegt werden musste. Eine Lösung könnte sich erst abzeichnen, wenn die S-Bahn von Giswil nach Lungern verlängert würde oder halbstündliche Züge auf der Brünigachse verkehrten.

Hinweis

Weitere Infos und Ersatzfahrplan im Internet unter www.zentralbahn.ch (Direktlink Bauarbeiten)