OBWALDEN: Juso erleben eine herbe Niederlage

84 Prozent lehnen ein Jugendparlament ab. Für die Initianten ist das harte Ergebnis kein Grund, den Kopf hängen zu lassen.

Markus von Rotz
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Juso-Co-Präsident Fabio Peter diskutiert mit einem Kollegen. (Bild Roger Zbinden)

Juso-Co-Präsident Fabio Peter diskutiert mit einem Kollegen. (Bild Roger Zbinden)

Mit ähnlichen Prozentzahlen wurden in Obwalden in den vergangenen Jahren nur Steuer- und Spitalvorlagen entschieden. Allerdings mit einem Ja. Gestern gab es ein mehr als deutliches Nein des Volkes zur Initiative der Jungsozialisten (Juso) und der Jungen CVP (JCVP) für ein Jugendparlament. Alle Gemeinden sagten deutlich Nein.

Nur Sachseln für Gegenvorschlag

Moderater fiel das Ergebnis beim Gegenvorschlag von Regierung und Parlament aus, welcher insbesondere auf das von den Jugendlichen verlangte Motionsrecht verzichtet hätte: Hier sagten noch 54 Prozent Nein, Sachseln stimmte als einzige Gemeinde dafür. 6058 Nein standen hier 5169 Ja gegenüber. Allerdings wurden 488 leere und ungültige Stimmzettel und 754 ohne Antwort eingelegt. Bei der Stichfrage zwischen Gegenvorschlag und Initiative wurden sogar 2734 Zettel ohne Antwort abgegeben.

Chance für Nachwuchs vertan

Justizdirektorin Esther Gasser betonte, man habe mit dem Gegenvorschlag den Jugendlichen entgegenkommen und ihr Interesse an der Politik wecken wollen. Das Volk habe anders entschieden. «Ich bedaure, dass wir die Bevölkerung mit dem Gegenvorschlag nicht überzeugen konnten, denn das Interesse für öffentliche Ämter ist ja nicht immer so gross. Wir hatten eine Chance, etwas für den eigenen politischen Nachwuchs zu tun.» Allerdings hätten die Initianten mit ihrem Beharren auf der Initiative «alles auf eine Karte gesetzt» und seien so «ein Risiko eingegangen».

Fabio Peter, Co-Präsident der Juso, gab sich trotz des erschlagenden Resultats zum Jugendparlament nicht niedergeschlagen. «Wir bereuen auch nicht, dass wir an der Initiative festgehalten haben. Das Motionsrecht war uns wichtig.» Natürlich sei man enttäuscht, aber so überraschend sei das Nein auch nicht. Man habe angesichts der finanziellen und personellen Möglichkeiten einen guten Wahlkampf geführt und dabei auch viel gelernt. Darauf, dass die Juso an der SVP-Versammlung nicht teilnahm, ging er nicht ein. «Ich denke, wir waren mit Inseraten und Plakaten präsent genug und haben es professionell aufgezogen.» Entmutigt wirkt er auch nicht: «Wir kämpfen engagiert weiter. Bereits läuft ja unsere Initiative zur Abschaffung der Pauschalsteuer.» Das gleiche Anliegen lehnte Nidwalden gestern ab.