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OBWALDEN: Kaffee am Meter ist problematisch

An vielen Veranstaltungen kommen Jugendliche unter 16 Jahren zu Alkohol. Das kann böse enden. Die Fachstelle für Gesellschaftsfragen hat Tipps.
Schülerinnen und Schüler der 3. OS Engelberg üben in Rollenspielen den richtigen Verkauf von Alkohol an Festen. (Bild: PD)

Schülerinnen und Schüler der 3. OS Engelberg üben in Rollenspielen den richtigen Verkauf von Alkohol an Festen. (Bild: PD)

Ein Schwingfest, ein Maskenball oder sonst ein Fest: In den Obwaldner Gemeinden wird es oft feuchtfröhlich. Und es fliesst dann auch der Alkohol – oft auch bei Jugendlichen. Doch der Verkauf von Bier ist nur an Jugendliche ab 16 Jahren, der Verkauf von Spirituosen nur an Volljährige ­erlaubt. So steht es im Gesetz. Daran müssen sich nicht nur reguläre Geschäfte halten, sondern auch Veranstalter von Festen.

Kommen diese ihrer Pflicht nach? Dies wollten die Gemeinden über die Fachstelle Gesellschaftsfragen Obwalden wissen. Ein geschultes Team beobachtete dieses Jahr inkognito die Abläufe an den Festen in Kerns, ­Giswil, Sarnen und Sachseln, ­informierte sich, wie die Veranstalter den Alkoholausschank ­organisierten und ob auch unter 16-Jährige an Alkohol beziehungsweise Minderjährige an Schnaps kamen.

Bei ungeübtem Personal gibt’s schon mal Fehler

Die Ergebnisse seien unterschiedlich ausgefallen, erläutert Verena Zellweger von der Fachstelle Gesellschaftsfragen Obwalden. «Wir beobachteten Veranstaltungen, wo am Eingang der Ausweis kontrolliert wurde, die Besucher verschiedenfarbige Armbänder erhielten, damit das Personal schnell erfassen konnte, ob bei dieser Person der Verkauf von alkoholischen Getränken erlaubt war oder nicht. Oder es gab günstige alkoholfreie Getränke. Die Massnahmen griffen. An einigen Festen stellten wir höchstens wenige verbotene Verkäufe fest.» Doch sie spricht auch von schlechten Beispielen. «Es kam vor, dass der Jugendschutz nicht eingehalten wurde, die Jugendlichen verbotenerweise an alkoholische Getränke kamen.» Für fahrlässiges Verhalten hat sie kein Verständnis, wendet aber ein: «Es steckt keine böse Absicht dahinter. An solchen Festen ist ja in der Regel ungeübtes Verkaufspersonal angestellt, da kann im Stress schon mal ein falscher Verkauf passieren.» Verena Zellweger empfiehlt den Festveranstaltern, die Arbeit des Ausschankpersonals zu vereinfachen mit farbigen Armbändeln, Checklisten, Hinweistafeln oder Eingangskontrollen.

Auch könnten Smoothies (frisch zubereitete kalte Mixgetränke aus Obst) eine Alternative zu alkoholischen Getränken sein. Problematisch erachtet sie hingegen Kaffee am Meter, also mehrere Becher Kaffee mit Schnaps, welche auf einem Holzbrett serviert würden und so auch Minderjährigen zugänglich seien. Oder auch Happy Hours, bei denen Alkohol während einer gewissen Zeit günstiger verkauft wird. Dabei sei mit verbotenen Verkäufen nicht zu spassen. «Das Gesetz ist streng. Wenn etwa der Sohn betrunken von einem Fest nach Hause kommt, obwohl er noch gar keinen Alkohol konsumieren dürfte, könnten die Eltern den Veranstalter beziehungsweise das Verkaufspersonal zur Rechenschaft ziehen.» Das letzte und wichtigste Glied in der Jugendschutzkette sei folglich das Verkaufspersonal.

Testkäufe und Monitorings für 2018 geplant

Umso wichtiger sei es darum, dass die Gemeinden auch weiterhin die Jugendschutzvorgaben konsequent in ihre Bewilligungsprozesse für Festveranstaltungen integrieren und von den Schulungen der Fachstelle für Gesellschaftsfragen profitieren würden.

Im nächsten Jahr sind in fast allen Obwaldner Gemeinden Testkäufe an Verkaufsstellen und auch wieder Monitorings an verschiedenen Festen geplant – möglicherweise kombiniert mit dem Thema Tabak. Denn seit letztem Jahr ist in Obwalden der Verkauf von Tabak an Minderjährige verboten.

Für Verena Zellweger ist klar, dass sich der Aufwand für Prävention und Kontrolle lohnt: «Es geht schliesslich um die Gesundheit unserer Jugendlichen.»

Matthias Piazza

matthias.piazza@obwaldnerzeitung.ch

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