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OBWALDEN: Kanton hilft dem Wald und den Nutzern

Schutz, Holzlieferant, Lebens- und Erholungsraum: Vom Wald profitieren viele. Deshalb verdient er besondere Aufmerksamkeit und braucht nachhaltige Pflege. Die Regierung erlässt dafür einen neuen Waldentwicklungsplan.
Philipp Unterschütz
Teilnehmer eines Jungwacht-Blauring-Lagers versuchen am Waldrand ein Feuer zu entfachen. (Bild: Izedin Arnautovic (Giswil, 26. Mai 2017))

Teilnehmer eines Jungwacht-Blauring-Lagers versuchen am Waldrand ein Feuer zu entfachen. (Bild: Izedin Arnautovic (Giswil, 26. Mai 2017))


Philipp Unterschütz

philipp.unterschuetz@obwaldnerzeitung.ch

Der Wald ist ein Multitalent, das wesentlich zur Lebensqualität in der Region beiträgt. Rund 40 Prozent der Fläche des Kantons Obwalden sind mit Wald bedeckt. Mehr als die Hälfte davon ist Schutzwald. Er bewahrt Menschen und Infrastrukturen vor Hangrutschen, Hochwasser, Steinschlägen und Lawinen und ist zugleich Lebensraum für Pflanzen und Tiere. Der Obwaldner Wald ist auch frei betretbarer, wichtiger Erholungsraum, der in den vergangenen Jahren für verschiedenste Aktivitäten immer mehr an Bedeutung gewonnen hat. Und schliesslich liefert er auch den nachwachsenden, hochwertigen Baustoff und Energieträger Holz. «Damit der Wald auch in Zukunft diese wichtigen Funktionen wahrnehmen kann, ist es wichtig, dass seine Entwicklung vorausschauend und nachhaltig gelenkt wird», betont Roland Christen, Leiter des kantonalen Amtes für Wald und Landschaft. «Lenkung der Waldentwicklung durch Holznutzung und gezielte Waldpflege ist eine Daueraufgabe.»

Nur noch ein Dokument für den ganzen Kanton

Um die Vorgaben des Bundes (siehe Kasten) zu erfüllen und den privaten und öffentlichen Waldeigentümern ein verlässliches Planungsinstrument in die Hand zu geben, hat der Regierungsrat auf den 1. Oktober einen kantonalen Waldentwicklungsplan (WEP) erlassen. Dieser zeigt den aktuellen Status und die angestrebte Entwicklung für den Wald in Obwalden auf. Er trägt den verschiedenen Waldfunktionen und Ansprüchen der Gesellschaft sowie den gesetzlichen und übergeordneten strategischen Vorgaben Rechnung. Neu ist der Waldentwicklungsplan in einem einheitlichen Dokument für den gesamten Kanton festgehalten und nicht mehr wie bis anhin für jede Gemeinde individuell. Die bisherigen kommunalen Planungen werden also aufgehoben. «Die Vereinheitlichung bringt eine vereinfachte Nachhaltigkeitskontrolle der Waldbewirtschaftung sowie einen effizienteren Einsatz der Ressourcen», erklärt Roland Christen.

Zuvor sind im Rahmen der öffentlichen Mitwirkung im Frühsommer 2016 insgesamt 20 Rückmeldungen von Nachbarkantonen (Bern und Nidwalden), Gemeinden, Korporationen und Teilsamen, politischen Parteien, Umweltorganisationen und Verbänden eingegangen. Von den insgesamt 90 Anregungen sind mehr als die Hälfte in den Waldentwicklungsplan eingeflossen.

Nicht alles soll an Besitzern hängenbleiben

Als «weitgehend gut und zu grossen Teilen naturnah» bezeichnet Roland Christen den aktuellen Zustand des Obwaldner Waldes. Lob gibt es von Christen für die Korporationen, die 87 Prozent des Waldes besitzen. Mit ihren modernen, gut eingerichteten Forstbetrieben sorgten sie für eine effiziente Waldbewirtschaftung und erfüllten für die Öffentlichkeit wichtige Aufgaben. Wo grösserer Handlungsbedarf besteht, enthält die Planung detaillierte Themenblätter. So beispielsweise zur Holznutzung, weil nur 60 Prozent des nachwachsenden Holzes gebraucht werden. Wegen der tiefen Holzpreise ist das allerdings ein nationales Problem, das höchstens über finanzielle Anreize beeinflusst werden kann. Handlungsbedarf besteht zudem beim Wildverbiss an Jungpflanzen – vor allem Weisstannen – durch den zu hohen Bestand an Rotwild. «Bei der Bewirtschaftung des Bestandes sind wir gemeinsam mit den Nachbarkantonen bereits auf einem guten Weg», so Christen.

Anregungen gibt es schliesslich auch im Bereich Freizeitaktivitäten. «Die stetige Zunahme verlangt immer mehr Aufwand durch die Grundeigentümer wie beispielsweise Sicherheitsholzerei, Abfallbeseitigung oder Kontrollgänge», erklärt Roland Christen. Es soll laut Bericht deshalb geprüft werden, inwieweit erhebliche, spezielle Leistungen der Waldeigentümer zu Gunsten der Erholungsfunktion durch die Nutzniesser abzugelten sind.

Hinweis

Der WEP mit Bericht und Karte

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